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23.05.2011

07:56 Uhr

Rache für bin Ladens Tod

Taliban bekennen sich zu Angriff in Pakistan

Mindestens sieben Menschen sind bei einem Angriff auf einen pakistanischen Marinestützpunkt getötet worden. Nun bekannten sich die Taliban zu der Tat - als Teil der geplanten Rache für den Tod Osama bin Ladens.

Rauch steigt von dem pakistanischen Marinestützpunkt auf. Quelle: Reuters

Rauch steigt von dem pakistanischen Marinestützpunkt auf.

KarachiPakistanische Kommandoeinheiten sind am Montag mit Unterstützung von Hubschraubern gegen eine Gruppe von Extremisten vorgegangen, die am Sonntagabend in einen Stützpunkt der pakistanischen Marine in der Stadt Karachi eingedrungen war. Bei den stundenlangen Gefechten seien mindestens sechs Marineangehörige und ein Mitglied einer paramilitärischen Einheit ums Leben gekommen, sagte Marinesprecher Irfan al Haq am Montag. 14 weitere Soldaten seien verletzt worden.

Die pakistanischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ihr Sprecher Ahsanullah Ahsan sagte, die Aktion sei Teil der geplanten Rache für den Tod von Osama bin Laden. Der Terrorchef war am 2. Mai von einem US-Spezialkommando in der pakistanischen Stadt Abbottabad getötet worden. Pakistans Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani verurteilte den Angriff auf den Marinestützpunkt und sagte, solch „ein feiger Akt des Terrors kann die Entschlossenheit der Regierung und des Volkes von Pakistan zur Bekämpfung des Terrorismus nicht erschüttern“.

Bislang sei unklar, wie viele der Angreifer getötet oder verwundet wurden, sagte ul Haq. Zehn bis 15 Männer seinen auf das Gelände des Marinestützpunktes eingedrungen. Sie hätten sich dann in kleinere Gruppen aufgespalten, einige Explosionen verursacht und sich auf dem weitläufigen Gelände verteilt, sagte der Sprecher. Die Extremisten hätten das Gelände von drei Seiten aus angegriffen und am Montagmorgen noch ein Gebäude unter ihrer Kontrolle gehabt, sagte Innenminister Rehman Malik.

Langsames Vorgehen aus Rücksicht auf teure Ausrüstung

Hubschrauber der Marine kreisten über Gelände und waren auf der Suche nach den Angreifern. Weil auf dem Stützpunkt teure Ausrüstung vorhanden sei, werde die Operation vorsichtig durchgeführt, sagte ul Haq. Deshalb dauere es so lange. Auf dem Stützpunkt sind etliche Militärflugzeuge stationiert.

Bei dem Angriff seien auch zwei von den USA zur Verfügung gestellte Seeüberwachungsflugzeuge der Marine zerstört worden, sagte Marinesprecher Salman Ali. Zwei Maschinen vom Typ P-3C Orion waren erst im Juni 2010 den pakistanischen Streitkräften übergeben worden, wie aus Informationen auf einer Internetseite der US-Streitkräfte hervorgeht. Demnach soll Pakistan bis Ende 2012 über acht dieser Flugzeuge verfügen.

Berichten von Anwohnern zufolge hatte der Angriff mit drei lauten Explosionen begonnen. Die Ursache der Detonationen blieb zunächst unklar, allerdings verursachten sie weithin sichtbare Feuer. Ein außerhalb des Stützpunktes befindliches Team der Nachrichtenagentur AP hörte mindestens sechs Explosionen und sporadische Schüsse.

Von

dapd

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