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29.09.2014

12:49 Uhr

Radovan Karadzic

Völkermord laut Anklage zweifelsfrei bewiesen

Die Schuld des ehemaligen Serbenführers Radovan Karadzic sei bewiesen, sagen die Ankläger des UN-Kriegsverbrechertribunals. Karadzic sei die treibende Kraft der ethnischen Säuberungen gewesen, heißt es.

Der ehemalige Serbenführer Radovan Karadzic muss sich seit 2009 unter anderem wegen Völkermords verantworten. ap

Der ehemalige Serbenführer Radovan Karadzic muss sich seit 2009 unter anderem wegen Völkermords verantworten.

Den HaagDie Ankläger des UN-Kriegsverbrechertribunals zum früheren Jugoslawien sehen die Schuld des ehemaligen Serbenführers Radovan Karadzic am Völkermord zweifelsfrei bewiesen. Das erklärte der Ankläger Alan Tieger zu Beginn seines Schlussplädoyers am Montag in Den Haag.

Hunderte Zeugen und fast 50.000 Seiten Prozessakten bewiesen, dass der 69 Jahre alte Angeklagte seinen Plan eines rein serbischen Staates bedingungslos durchsetzen wollte, sagte der Ankläger. „Die ganze Gewalt der ethnischen Säuberung liegt hier nun offen mit Dr. Karadzic als treibende Kraft.“

So steht EU-Kandidat Serbien wirtschaftlich da

Wachstum

Mit zwei Prozent wächst Serbien im zu Ende gehenden Jahr so schnell wie kaum ein anderes europäisches Land. Allerdings dürfte sich der Wert nach einer Prognose der Regierung 2014 halbieren. Ein Grund dafür ist der Sparzwang des Staates. Die hohe Inflation von rund 8,5 Prozent drückt die Kaufkraft, weshalb der private Konsum, der für drei Viertel des Bruttoinlandsproduktes steht, schrumpften dürfte.

Wettbewerbsfähigkeit

Im Standortvergleich des Weltwirtschaftsforums kommt Serbien gerade einmal auf Rang 101 - hinter Ländern wie Nicaragua und Guatemala. Als größte Probleme gelten Korruption, übermäßige Bürokratie, ein schlechter Zugang zu Krediten sowie eine instabile Regierung und eine oft mangelhafte Infrastruktur. Pluspunkte sind günstige Lohnkosten und attraktive Steuersätze. Transparency International listet Serbien in seinem Korruptionswahrnehmungsindex auf Platz 72 und damit hinter Staaten wie Lesotho oder Namibia.

Finanzen

Um die Finanzen des osteuropäischen Landes ist es nicht besonders gut bestellt. Die Neuverschuldung dürfte der Regierung zufolge im kommenden Jahr bei 7,1 Prozent der Wirtschaftskraft liegen und damit die höchste in der Region sein. Die EU-Regeln erlauben eigentlich nur drei Prozent. Der Schuldenberg dürfte auf knapp 66 Prozent des Bruttoinlandsproduktes anwachsen. Hier sieht die EU ein Limit von 60 Prozent vor, das aber auch vom wirtschaftlich robusten Deutschland und vielen anderen Ländern weit übertroffen wird.

Handel mit Deutschland

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner des Balkan-Staates. 2012 wurden Waren im Wert von 1,5 Milliarden Euro dorthin geliefert, die Importe lagen bei knapp einer Milliarde Euro. Deutschland bezieht vor allem Elektrotechnik, Maschinen und Nahrungsmittel aus Serbien. Geliefert werden vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Chemieprodukte.

Karadzic muss sich seit 2009 für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord verantworten. Ein Urteil wird erst Ende kommenden Jahres erwartet.

Von

dpa

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