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22.01.2015

14:45 Uhr

Raef Badawi

Auspeitschung von Blogger erneut verschoben

Ein Ärzte-Komitee hat von einer erneuten Auspeitschung des saudiarabischen Bloggers Raef Badawi abgeraten. Laut Amnesty International könnte die Bestrafung damit verschoben werden. Der Fall sorgt weiter für Empörung.

Ensaf Haidar (Mitte), die Ehefrau des saudiarabischen Bloggers Raef Badawi, protestierte in Montreal gegen die Bestrafung ihres Mannes. AFP

Ensaf Haidar (Mitte), die Ehefrau des saudiarabischen Bloggers Raef Badawi, protestierte in Montreal gegen die Bestrafung ihres Mannes.

DubaiDie neuerliche Auspeitschung des saudiarabischen Bloggers Raef Badawi könnte nach Angaben von Menschenrechtlern zum zweiten Mal in Folge verschoben werden. Ein Ärzte-Komitee sei nach einer Untersuchung des 30-Jährigen zu dem Schluss gelangt, dass dessen Gesundheitszustand zunächst keine weiteren Peitschenhiebe zulasse, teilte Amnesty International am Donnerstag mit. Es sei aber unklar, ob die saudiarabische Regierung den Rat der Mediziner befolge, oder ob sie trotzdem eine Fortsetzung der Bestrafung anordne. Amnesty verlangte die sofortige Freilassung Badawis.

Die Auspeitschung war für Freitag angesetzt, nachdem der ursprüngliche Termin eine Woche zuvor ebenfalls aus medizinischen Gründen abgesagt worden war. Die Wunden des Bloggers, der am 9. Januar die ersten 50 Peitschenhiebe über sich ergehen lassen musste, waren nach Angaben seiner Frau Ensaf Haidar noch nicht ausreichend verheilt.

Badawi war zu 1000 Peitschenhieben verurteilt worden, nachdem er auf seiner Internetseite „Liberal Saudi Network“ immer wieder die Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islam kritisiert hatte. Im Jahr 2012 wurde er deshalb festgenommen und im November vergangenen Jahres wegen „Beleidigung des Islam“ verurteilt. Die Peitschenhiebe sollen auf 20 Wochen aufgeteilt werden.

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Raef Badawi war wegen „Beleidigung des Islams“ zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden. Jetzt rufen 18 Nobelpreisträger zum Widerstand gegen die Auspeitschung des saudiarabischen Bloggers auf.

Der Fall des Bloggers sorgte international für Empörung. Die EU forderte am Donnerstag erneut ein Ende der Bestrafung. Ein solches Vorgehen sei „erniedrigend, inakzeptabel und verstößt gegen die Menschenwürde“, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini. Die EU und ihre Mitgliedstaaten stünden weiter im Kontakt mit den Behörden in Saudi-Arabien, um sich für Badawi einzusetzen.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr C. Falk

22.01.2015, 15:13 Uhr

Immerhin gibt es etwas Druck von Seiten der EU. Die vielen anderen Ausgepeitschten in Saudi-Arabien werden offenbar weiterhin nicht berücksichtigt.

Diese Auspeitschungen sind völig inakzeptabel.

Wenn Saudi-Arabien diese mittelalterlichen Bestrafungen nicht einstellt, müssen Sanktionen gegen dieses Land
ins Auge gefasst werden.

Alles andere ist vollständig unglaubwürdig, wenn man den Maßstab der Menschenrechte auch an einen engen Verbündeten der USA anzulegen gewillt ist.

elly müller

22.01.2015, 18:47 Uhr

Kein Wunder möchte von den Kriegsflüchtlingen keiner in dieses vor Geld stinkende Land!

Aber wir Deutschen, wir lieben das Land, nein die Wirtschaft liebt Saudi Arabien und natürlich der Fußball!

Hört man da etwas? Nein! Gibt es außer Lippenbekenntnisse irgendwelche Sanktionen?

Verlogene Welt und Merkel ist eine der Miesesten davon!

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