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02.11.2016

18:07 Uhr

Räumung des „Dschungels“

Auch minderjährige Flüchtlinge verlassen Calais

Wieder verlassen Busse mit Migranten die nordfranzösische Stadt Calais. Nach den Erwachsenen sind diese Woche Kinder und Jugendliche an der Reihe. Für sie ist der Traum von Großbritannien allerdings noch nicht geplatzt.

Nachdem das Flüchtlingscamp im französischen Calais vor einigen Tagen geräumt wurde, müssen die ehemaligen Bewohner nun auch die Stadt verlassen. Kinder und Jugendliche, die nach der Räumung zunächst in einem Containerlager untergebracht waren, werden nun in Aufnahmezentren gebracht, wo über ihre weitere Zukunft entschieden werden soll. AFP; Files; Francois Guillot

Die Räumung geht weiter

Nachdem das Flüchtlingscamp im französischen Calais vor einigen Tagen geräumt wurde, müssen die ehemaligen Bewohner nun auch die Stadt verlassen. Kinder und Jugendliche, die nach der Räumung zunächst in einem Containerlager untergebracht waren, werden nun in Aufnahmezentren gebracht, wo über ihre weitere Zukunft entschieden werden soll.

CalaisNach der Räumung des Flüchtlingslagers von Calais haben nun auch die verbliebenen unbegleiteten Minderjährigen die Stadt am Ärmelkanal verlassen. 1616 junge Migranten wurden am Mittwoch mit Bussen weggefahren, wie ein Sprecher der örtlichen Präfektur sagte. Sie sollten in anderen Regionen des Landes gebracht werden. In Calais verbleiben damit nun noch etwas mehr als 300 Frauen mit Kindern - sie sollen von Donnerstag an in andere Unterkünfte wechseln.

Kinder und Jugendliche waren bei der Auflösung des als „Dschungel von Calais“ bekannten Flüchtlingscamps vergangene Woche zunächst in einem Containerlager in der Nähe des geräumten Areals untergekommen. Nun wurden sie in spezielle Aufnahmezentren gebracht, wo britische Beamte anschließend prüfen sollen, ob sie nach Großbritannien einreisen dürfen.

Für junge Flüchtlinge, die alleine unterwegs sind, gelten spezielle Asylregeln. Paris und London hatten eine Vereinbarung geschlossen, nach der unbegleitete Minderjährige nach Großbritannien einreisen können sollen, wenn sie dort bereits Familienangehörige haben.

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Im Rahmen dieser Kooperation sind nach Angaben des britischen Innenministeriums bisher mehr als 300 Kinder und Jugendliche über den Ärmelkanal gelangt. Einige hundert sollen in den kommenden Wochen hinzukommen. Tausend würden es aber wohl nicht werden, hatte die britische Innenministerin Amber Rudd vergangene Woche in einem Interview gesagt.

„Wir fühlen uns absolut verpflichtet, die Kinder in Calais zu beschützen“, teilte Innen-Staatssekretär Robert Goodwill am Mittwoch mit. Die Ankunft erster minderjähriger Flüchtlinge aus Calais hatte in Großbritannien eine Debatte entfacht, ob das Alter der Schutzsuchenden überhaupt feststellbar ist. Der konservative Parlamentsabgeordnete David Davies hatte medizinische Tests zur Alterbestimmung verlangt, weil die Flüchtlinge „nicht wie Kinder aussehen“.

Aus Frankreich hatte es immer wieder Druck auf die Briten gegeben, möglichst viele Minderjährige aufzunehmen. Präsident François Hollande hatte am Dienstag erklärt, die französischen Behörden würden sich um diejenigen kümmern, die London nicht aufnehme.

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Calais ist seit Jahren ein Sammelpunkt für Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Hafen und Ärmelkanaltunnel sind inzwischen aber streng abgeschirmt. Auf einem Brachland in Küstennähe hatten zuletzt Tausende Migranten in Zelten und selbstgebauten Hütten gelebt. Frankreich räumte den sogenannten „Dschungel“ vergangene Woche und brachte mehrere Tausend Migranten in Aufnahmezentren in anderen Regionen des Landes. Am Montag waren die letzten Hütten auf dem Gelände abgerissen worden.

Von

dpa

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