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16.01.2015

14:54 Uhr

Raif Badawi

1000 Stockschläge für einen Blog

Wegen der Prügelstrafe für einen Blogger steht Saudi-Arabien in der Kritik. Dem Land wird vorgeworfen, die Meinungsfreiheit zu verletzen. Nun wurden die nächsten Stockschläge aufgeschoben – aus „medizinischen Gründen“.

Auch in Wien demonstrierten Menschen gegen die Prügelstrafe für Raif Badawi. dpa

Auch in Wien demonstrierten Menschen gegen die Prügelstrafe für Raif Badawi.

Dschidda/BerlinDas Video ist verwackelt. Man erkennt den Platz vor der Dschafali-Moschee in Dschidda, der zweitgrößten Stadt von Saudi-Arabien, nach dem Freitagsgebet. Einen Mann, an Händen und Füßen gefesselt, von dem man nur den Rücken sieht. Dahinter ein Uniformierter mit einem Stock in der Hand, der ihm schnell 50 Schläge verpasst. Als alles vorbei ist, klatscht die Menge und ruft „Allahu akbar“ („Gott ist groß“).

Die Aufnahme, heimlich mit einem Handy gedreht, ist eine Woche alt. Aber so hätte es in Dschidda, das eigentlich als liberalste Stadt des konservativen Königreichs gilt, am Freitag mit der öffentlichen Auspeitschung von Raif Badawi weitergehen sollen. Und dann immer weiter, jeden Freitag bis Ende April. Aus „medizinischen Gründen“ wurde der Termin nach Angaben von Amnesty International in letzter Minute verschoben. Was dahinter steckt, weiß zunächst niemand genau.

Wegen „Beleidigung des Islams“ auf seiner Internet-Seite wurde der 30 Jahre alte Blogger zu insgesamt 1000 Stockschlägen verurteilt – als Teil einer Strafe, zu der auch noch zehn Jahre Haft, eine hohe Geldstrafe und ein Reiseverbot gehören. Der Fall Badawi – ein offensichtlicher Verstoß gegen die Meinungsfreiheit – löste rund um die Welt Proteste aus. Auch viele westliche Regierungen bis hin zu den USA mahnten die Saudis, auf die Strafe zu verzichten.

Dabei sind öffentliche Auspeitschungen in Saudi-Arabien gar nicht so selten. Genaue Zahlen hat auch Amnesty nicht. In dem wahhabitischen Königreich am Golf - einem der engsten Partner des Westens in der Region - werden auch noch Todesurteile öffentlich vollstreckt. Vergangenes Jahr wurden mindestens 76 Menschen gehenkt, viele davon wegen Drogenvergehen, aber manche auch wegen „Hexerei“.

Badawis „Vergehen“: Auf seiner Internet-Seite „Saudische Freie Liberale“ soll er den Islam beleidigt haben, unter anderem durch ein Lob für die Trennung von Staat und Religion. Säkularismus sei die Lösung, um auch Saudi-Arabien aus der Dritten in die Erste Welt zu heben - in dem streng religiösen Königreich eine schlimmes Provokation. Amnesty-Expertin Regina Spöttl vermutet: „Wir glauben, dass da ein Exempel für die gesamte Internet-Gemeinde statuiert werden soll, die in Saudi-Arabien sehr aktiv ist.“

Kommentare (1)

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Frau Margrit Steer

16.01.2015, 16:41 Uhr

Darum sollte sich Frau Merkel mal kümmern. Sie liebt den Islam ja so. Am besten zuammenm mit dem Bundesgauckler

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