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17.01.2007

08:45 Uhr

Raketenlieferung

Russland rüstet Iran auf

Die Weltgemeinschaft streitet mit dem Iran um dessen Atomprogramm. Ungeachtet dessen hat Russland dem Land neue Flugabwehrsysteme geliefert. Die USA und Israel reagieren scharf.

HB MOSKAU/WASHINGTON. Die Regierung in Moskau denke darüber nach, weitere Defensivwaffen auf entsprechende Anforderung an den Iran zu liefern, sagte der russische Verteidigungsminister und Vize-Ministerpräsident Sergej Iwanow am Dienstag in Moskau. Die US-Regierung teilte mit, die Waffenlieferungen seien angesichts der UN-Sanktionen nach dem Atomstreit mit dem Iran das falsche Signal.

„In Übereinstimmung mit unseren Verträgen haben wir moderne Flugabwehrsystem vom Typ TOR-M1 mit kurzer Reichweite ausgeliefert“, ergänzte Iwanow vor Journalisten. Russland entwickle seine militärische und technische Kooperation mit dem Iran in Übereinstimmung mit internationalem Recht. „Wenn der Iran Verteidigungsausrüstung, ich betone Verteidigungsausrüstung, für seine Streitkräfte kaufen will, warum nicht?“

Aus dem Verteidigungsministerium in Moskau verlautete, die Lieferungen hätten einen Wert von rund 1 Mrd. Dollar und seien noch nicht abgeschlossen. Waffenlieferungen Russlands an den Iran und die atomare Zusammenarbeit beider Länder haben die Beziehungen zu den USA belastet. Die USA werfen dem Iran entgegen den Beteuerungen der Regierung in Teheran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nuklearnutzung nach Atomwaffen zu streben.

Russland hatte Ende vergangenen Jahres den Sanktionen der Vereinten Nationen (UN) gegen das Atomprogramm der Islamischen Republik nur zögerlich zugestimmt. Die Strafmaßnahmen umfassen ein Verbot für die Lieferung von Ausrüstung und Technik, die für atomare Zwecke verwendet werden können.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums räumte am Dienstag ein, in der UN-Resolution würden Lieferungen konventioneller Waffen nicht pauschal verboten. Die USA und Israel äußerten aber die Sorge, der Iran könne die Waffensysteme gegen seine Nachbarländer einsetzen. „Wir wollen vor allem keine tödliche Hilfe oder Unterstützung an irgendein Land sehen, das ein staatlicher Sponsor des Terrors ist“, betonte der Sprecher.

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