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07.06.2012

10:30 Uhr

Rasender Präsident

Hollande mit 160 Sachen auf der Autobahn unterwegs

Trotz aller guten Vorsätze - der französische Präsident François Hollande wurde bei seinem ersten Fehltritt erwischt. Mit 160 Sachen soll sein Wagen über die Autobahn gerast sein, berichtet ein französischer Fernsehsender.

Hollande wurde im Dienstwagen geblitzt. Reuters

Hollande wurde im Dienstwagen geblitzt.

ParisTrotz des Versprechens, ein beispielhaftes Verhalten an den Tag legen zu wollen, ist der neue französische Präsident François Hollande bei seinem ersten Fehltritt erwischt worden: Der Sozialist war am Mittwoch auf der Autobahn zwischen Paris und dem nordfranzösischen Caen offenbar mit über 160 Sachen unterwegs, obwohl auf französischen Autobahnen ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern gilt, wie Reporter des Fernsehsenders BFMTV berichteten, die dem Präsidenten auf einem Motorrad gefolgt waren.

Bei seiner Ankunft in der Normandie, wo Hollande an den Gedenkfeierlichkeiten zur Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 teilnahm, konfrontierten ihn die Journalisten mit der Geschwindigkeitsüberschreitung seines Fahrers: "Keine Geschwindigkeitsüberschreitung, nicht dass ich wüsste. Wurde das angezeigt?"

Hollande legt seit seinem Amtsantritt Mitte Mai großen Wert darauf, zu Terminen innerhalb Frankreichs per Bahn oder Auto zu fahren, statt mit dem Flugzeug zu fliegen. Alle Minister der neuen sozialistischen Regierung mussten eine Ethik-Charta unterzeichnen, in der sie sich ebenfalls für bestimmte Fälle verpflichten, per Bahn oder Auto anzureisen. Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte hervorgehoben, die neue Regierung solle "beispielhaft" sein.

Von

afp

Kommentare (5)

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Torsten_Steinberg

07.06.2012, 10:57 Uhr

Ein kleines Beispiel für den schlampigen Journalismus dieser Zeitung, unbedeutend zwar, aber leider allzu häufig:

Bildunterschrift: "Kaum sitzt Hollande selbst am Steuer, wird er geblitzt."
Text: "Bei seiner Ankunft in der Normandie... konfrontierten ihn die Journalisten mit der Geschwindigkeitsüberschreitung seines Fahrers."

Pro-D

07.06.2012, 11:05 Uhr

Gehässige Stimme sagen ja, dass das Wort von einem Politiker genau so viel wert ist, wie das Wort einer Prostituierten. Aber ich finde, dass wäre ein schlimme Beleidigung der Damen aus dem Rotlichtviertel.

Alles bekannt, trotzdem frage ich mich immer wieder, warum sich das bestens informierte und immer weise entscheidende Stimmvieh so gerne belügen läßt.

Hermann.12

07.06.2012, 11:56 Uhr

Politiker ist ein Beruf für Berufsheuchler, schlicht weil die Wähler das erwarten.
Es gibt zuviele Gesetze und Vorschriften, wie das genannte Tempolimit, die zwar nicht abzuschaffen sind, aber ebenso rigoros allgmein übertreten werden.
Hintergrund ist die normierte öffentliche Moral, die meistens leider nur theoretisch morlaisch ist, meistens aber nur vereinfacht Vorurteile bedient.
Da mit Vorurteilen leichter zu regieren ist, als mit komplizierten faktischen Details ergeben sich immer wieder diese schmierigen Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Diese aufzulösen ist bei der Dummheit der Massen einfach nicht lohnend.

H.

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