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16.12.2011

20:16 Uhr

Ratingagentur

Fitch droht Euro-Staaten mit Herabstufung

Nach Standard & Poor's warnt auch die Ratingagentur Fitch vor der Senkung der Bonitätsnote für mehrere Staaten der Euro-Zone. Frankreich behält sein „AAA“ - den Ausblick senkt Fitch aber von „stabil“ auf „negativ“.

Büroturm der Ratingagentur Fitch in New York. dpa

Büroturm der Ratingagentur Fitch in New York.

London/New YorkDie Ratingagentur Fitch hat wegen der Schuldenkrise in der Eurozone eine Reihe von Mitgliedsstaaten ins Visier genommen. Belgien, Spanien, Slowenien, Italien, Irland und Zypern wird kurzfristig mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht. Die entsprechenden Ratings seien mit einem negativen Kreditausblick (Rating Watch Negativ) versehen worden, teilte Fitch am Freitag in London mit. Die betroffenen Länder haben derzeit keine Topbonität, liegen mit ihren Noten aber über Ramsch-Niveau.

Zudem hat Fitch den Ausblick für die französische Kreditwürdigkeit von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Die Bestnote „AAA“ wurde jedoch zunächst bestätigt. Im Gegensatz zu den anderen sechs Ländern droht Frankreich nicht kurzfristig eine Herabstufung, sondern erst innerhalb der nächsten zwei Jahre. Die Chance, dass Frankreich seine Bestnote in diesem Zeitraum verliert, liege leicht über 50 Prozent, schreibt Fitch. Zuletzt war vermehrt über eine mögliche Herabstufung der Topbonität von Frankreich spekuliert worden. Die Überprüfung bei den übrigen sechs Ländern soll schon bis Ende Januar 2012 abgeschlossen sein. Die Bewertungen könnten dann um ein oder zwei Stufen gesenkt werden.

Eine umfassende Lösung der Krise in der Eurozone sei technisch und politisch „außer Reichweite“, begründete Fitch sein Urteil. Die Bonitätswächter zeigte sich von dem jüngsten EU-Gipfel enttäuscht. Um eine Liquiditätskrise zu vermeiden sei ein stärkerer Einsatz der Europäischen Zentralbank (EZB) notwendig. Die Spar- und Konsolidierungsanstrengungen der von einer Herabstufung betroffenen Länder würden zwar anerkannt. Es handele sich jedoch um eine systemische Krise welche die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität der Eurozone gefährde.

Im Gegensatz zur Ratingagentur Standard & Poor's hat Fitch jedoch nicht den anderen fünf Ländern mit einer Topbonität (Deutschland, Finnland, Österreich, Luxemburg und Niederlande) gedroht. Frankreich sei mehr als die anderen „AAA“-Länder der Eurozone durch die Schuldenkrise betroffen, begründete Fitch die Entscheidung. Der Schuldenstand dürfte trotz der ergriffenen Sparmaßnahmen bis zum Jahr 2014 auf 92 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) steigen. Von den Ländern mit Bestbonität hätten weltweit nur die USA und Großbritannien einen höheren Schuldenstand. Erlaubt sind nach den Euro-Spielregeln allenfalls 60 Prozent.



Kommentare (3)

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nobum

16.12.2011, 20:42 Uhr

UK und US haben stehen insgesamt schlechter da, sie haben aber bessere Drucker für ihr Geld als die EU-Staaten. Das ist für Ratingagenturen eine dürftige Einsicht. Sie belohnen die Schuldenrückzahlung mit Geld das weniger wert ist/sein wird.
Die EURO-Staaten müssen da wohl hindurch, damit der Euro als stabilste Währung später die Geltung erhält.

Bruder-Helmut

16.12.2011, 21:38 Uhr

Wir werden alle unsere Schrammen ab bekommen. Aber wir haben gerade in D/F eine sehr starke Wirtschaft, die innere Werte hat und die auch ohne diese Zockerbuden (FED / CITY) klar kommt .

Und schließlich werden wir als Sieger aus der von uns initiierten Krise als Sieger und Mitglieder der NEUEN Achse hervorkommen. Seit Jahrhunderten arbeiten die Illuminaten an der NEUEN WELORDNUNG, doch selbst diese geplante NWO wird nur kurz sein. Es kommt zu einer Neustrukturierung von Europa und Asien. Und England wird nicht mehr wirklich dabei sein. Sie haben sich selbst zurück gezogen und keiner vermisst sie wirklich.

Es wird zwar nicht morgen sein
Aber ich freue mich darauf

Ksbseiserne

17.12.2011, 01:30 Uhr

Lehman,Wirtschaftskrise,Politiker sind empört,Rating-Agenturen haben nicht reagiert.
Jetzt erneut Wirtschaftskrise,Rating-Agenturen reagieren, Politiker sind empört,die Wahrheit zu hören.Jahrzehnte lange
Politische Korruption und falsche Wirtschaftspolitik ist das Ergebnis.

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