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18.06.2011

11:24 Uhr

Ratingagentur

Moody's prüft Herabstufung Italiens

Nach der Herabstufung durch Standard & Poor's im Mai droht Italien nun auch von Seiten der Ratingagentur Moody's eine schlechtere Bonitätsnote. Damit kommen auf das Land weitere Schwierigkeiten beim Schuldenabbau zu.

Die Bonitätsnote Italiens könnte bald zum Sinkflug ansetzen. Quelle: Reuters

Die Bonitätsnote Italiens könnte bald zum Sinkflug ansetzen.

New YorkDie Ratingagentur Moody's hat Italien mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit gedroht. Die derzeitige Bonitätsnote von „Aa2“ sei in Gefahr, teilte Moody's am Freitagabend mit. „Aa2“ ist die drittbeste Note bei Moody's.

Die Ratingagentur begründete ihr Vorgehen mit der strukturellen Schwäche der italienischen Wirtschaft, die das Wirtschaftswachstum belaste. Zudem dürften steigende Zinsen die Konjunktur in Italien dämpfen. Italien leidet seit vielen Jahren unter einer ausgeprägten Wachstumsschwäche.

Zudem gebe es für die Konsolidierungspläne der Regierung Umsetzungsrisiken, schreibt Moody's. Die Konsolidierung des Haushaltes sei notwendig, um den Schuldenstand auf einem erträglichen Niveau zu halten. Italien hat nach Griechenland den zweithöchsten Schuldenstand in der Eurozone. Derzeit liegt der Schuldenstand in Italien bei 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Erlaubt sind in der Eurozone eigentlich nur 60 Prozent.

Zudem haben sich laut Moody's die Refinanzierungsbedingungen in der Eurozone für Länder mit einem hohen Schuldenstand verschlechtert.

Moody's spielt damit auf die in der Schuldenkrise gestiegenen Risikoaufschläge für Anleihen der Randländer der Eurozone an. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Eine Schuldenkrise Italiens wäre daher für die Eurozone kaum zu bewältigen.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

17.06.2011, 23:02 Uhr

Rating-Agenturen, infernale Bewertungsakrobaten beeinflussen die Märkte
Diese Aussage muss erlaubt sein, zumal die Rating-Agenturen angeblich neutral und unabhängig
ihre Bewertungen abgeben. Haben Banken, Versicherungen und Regierungen nicht eigene
Experten, die die Kreditwürdigkeit bewerten können? Müssen sie sich tatsächlich auf
private US-Ratingfirmen berufen?
Warum wird diesen Rating-Agenturen nur soviel Glauben geschenkt? Beeinflussen sie mit ihren Bewertungen nicht – mehr oder weniger – die internationalen Finanzmärkte? Sind es nicht häufig auch Unsicherheiten, die diese Rating-Agenturen verbreiten? Nicht selten profitieren Banken von Unsicherheiten an den Finanzmärkten, sowie auch die mit reichlich Kapital ausgestattenden Hedgefonds.
Apropos Hedgefonds. Erinnern Sie sich noch? Im Jahr 1992 hieß es, dass das britische Pfund überbewertet sei. Daraufhin setzte ein gewisser George Soros mit seinem Hedgefonds „Quantum“ mit enormem Kapitaleinsatz auf eine Abwertung des britischen Pfund – und machte Milliardengewinne damit. Hat er es jetzt auf den Euro abgesehen? Haben nicht vor einigen Wochen die Rating-Agenturen, erst die eine, dann die anderen, fast im Gleichklang, die griechischen Staatsanleihen als Junk-Bonds (Schrottpapiere) eingestuft? Wenige Tage später wurde von den Rating-Agenturen S&P, Moody’s und Fitch, natürlich „völlig unabhängig“, die Kreditwürdigkeit von Portugal und Spanien herabgestuft,den Euro in die Knie zu zwingen. Die Rating-Agenturen haben den Spekulanten Tür und Tor geöffnet, um auf den Euro einzudreschen.

Account gelöscht!

17.06.2011, 23:03 Uhr

Ende Februar trafen sich mehrere Hedge-Fonds-Manager von SAC Capital, Advisors LP und Soros Fund Management LLC zu einem Abendessen in Manhattan – auf Einladung einer Investment Bank. Thema: Der Euro, wie bringen wir ihn zu Fall und machen Millionen damit? Einigkeit bestand darin, den Euro auf Dollar-Parität zu bringen. Bisher läuft alles nach Plan. Mit Geldern in Milliardenhöhe lässt sich viel erreichen, zumal Rating-Agenturen auch noch Hilfestellung leisten.
Die Schuldenkrise im Euroraum, insbesondere in Griechenland eskalierte und der Euro, nachdem er bereits von November bis Februar über zehn Prozent einbüßte, geriet unter Druck und verlor weiterhin gegenüber dem Dollar und anderen bedeutenden Währungen.

"The big Three", so werden die o.g. Rating-Agenturen in der Szene genannt, bewerteten z.B. Lehman Brothers einen Tag vor der Pleite noch mit Top-Noten von A bis A+. Da kann man
"The big Three" zu ihren exzellenten Bewertungen nur gratulieren.
Wahrscheinlich unterliegen bei der Bewertung sowohl US-Unternehmen, als auch die USA mit ihren Anleihen einem Sonderstatus.
Wie denken Kritiker über die Rating-Agenturen?
Einige Kritiker sind der Meinung, dass die Rating-Agenturen die Verursacher der
der zeitigen Krise seien.

Account gelöscht!

17.06.2011, 23:04 Uhr

"Die Macht der Rating-Agenturen" ist in der Finanzkrise deutlich geworden",
meint der unabhängige Rating-Experte Oliver Everling.
"Sie haben das entscheidende Stück zur Krise beigetragen, da sie die Schleusen der Kapitalmärkte kontrollierten." Jochen Sanio, Chef der deutschen Finanzaufsicht BaFin kritisiert:
"Sie stuften viele Fonds viel zu lange zu gut ein, die eigentlich Müll waren".
Michael Mross schließt gar eine Rückstufung der USA in der Bonität ganz aus.
"Jede auch nur geringfügige Abstufung des Megaschuldners USA würde eine
internationale Katastrophe auslösen."
"Je höher der Schuldenstand der Nation, desto größer die Wahrscheinlichkeit,
dass die Rückzahlungs-Illusion platzt, weil dann immer mehr Menschen
begreifen, dass eine Rückzahlung nicht möglich ist."Unter’m Strich gilt für Michael Mross:
Die Bonitätsnote der USA werde immer AAA bleiben - bis zum bitteren Ende.

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