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22.03.2016

13:55 Uhr

Ratingagentur

Moody's warnt Großbritannien vor „Brexit“

Das Referendum der britischen Regierung über den Verbleib in der EU ist für den 23. Juni angesetzt. Ratingagentur Moody's warnt vor den Folgen eines „Brexits“: Viele Unternehmen dürften ihre Investitionen reduzieren.

Die Ratingagentur warnt vor anhaltender Unsicherheit durch einen „Brexit“. dpa

Moody's

Die Ratingagentur warnt vor anhaltender Unsicherheit durch einen „Brexit“.

LondonDie Ratingagentur Moody's warnt Großbritannien vor den Risiken eines EU-Austritts. Moody's schreibt in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht, dass ein „Brexit“ zu anhaltender Unsicherheit führen würde. Er wäre negativ für die Kreditwürdigkeit von Autobauern, des verarbeitenden Gewerbes, der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie des Dienstleistungssektors.

Viele Unternehmen dürften in diesem Fall ihre Investitionen reduzieren, bis die Auswirkungen auf Handel, Regulierung und Arbeitskosten klar seien. Das Referendum der konservativen britischen Regierung über den Verbleib des Landes in der EU ist für den 23. Juni angesetzt.

Allerdings könnte es zwei Jahre oder mehr dauern, bis Großbritannien formell vom EU-Vertrag zurücktreten werde und die Gemeinschaft verlässt. Moody's rechnet damit, dass es während dieser Zeit zu Verhandlungen über alternative Vereinbarungen kommen würde. Dieser Übergangszeitraum könnte es den Unternehmen erlauben, sich an ein verändertes Umfeld nach einem EU-Austritt anzupassen.

Die geplanten EU-Zugeständnisse für GB

VERHÄLTNIS EUROZONE ZU NICHT-EURO-STAATEN

Für Nicht-Euro-Staaten wie Großbritannien wird ein neues Verfahren überlegt, um mehr Einfluss auf neue EU-Gesetzgebung zu nehmen. Frankreich hat Bedenken und fürchtet beispielsweise Alleingänge Londons bei der Finanzmarktregulierung zum Nachteil des Finanzplatzes Paris.

SOZIALLEISTUNGEN FÜR EU-BÜRGER

Tusk schlägt eine „Notbremse“ vor, die bei außergewöhnlich starker Zuwanderung von EU-Bürgern gezogen werden kann. Dann könnten bestimmte Sozialleistungen für neu Ankommende beschränkt werden. Das Verfahren ist de facto auf Großbritannien zugeschnitten. Die EU-Kommission will die Möglichkeit für alle Staaten eröffnen, Kindergeld an die Lebenshaltungskosten anzupassen, wenn die Nachkommen nicht im Land des Arbeitnehmers leben.

BÜROKRATIEABBAU

Die Wettbewerbsfähigkeit der Union soll gesteigert werden. Das kommt Cameron entgegen, der insbesondere auf Bürokratieabbau pocht.

ABSTAND ZUR EU

Großbritannien bekommt die Zusicherung, sich politisch nicht weiter in die EU integrieren zu müssen. Das soll möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt in den EU-Verträgen verankert werden. Paris lehnt allerdings Vertragsänderungen offen ab.

Auch große Teile der britischen Industrie warnen vor einem möglichen „Brexit“. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC im Auftrag des Verbands Industrieverbands CBI ergab, dass sich die Kosten für die Wirtschaft im Vereinigten Königreich in diesem Fall bis zum Jahr 2020 auf 100 Milliarden Pfund (128 Milliarden Euro) belaufen könnten. Dies entspräche rund fünf Prozent der jährlichen britischen Wirtschaftskraft. Zudem seien dann 950.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Von

dpa

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