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27.11.2012

23:55 Uhr

Ratingagenturen

EU einigt sich auf schärfere Regeln

Ratingagenturen müssen sich in Europa künftig einer stärkeren Kontrolle unterziehen. Die Entscheidung der Europäischen Union soll unter anderem nervöse Reaktionen der Märkte abmildern.

Standard and Poor's gehört zusammen mit Moody's und Fitch zu den drei großen Ratingagenturen. dpa

Standard and Poor's gehört zusammen mit Moody's und Fitch zu den drei großen Ratingagenturen.

BrüsselDie EU hat sich auf schärfere Regeln für Ratingagenturen geeinigt. Diese sollen diese künftig für grobe Fehlentscheidungen haftbar sein und ihre Urteile besser begründen. Darauf haben sich Vertreter der EU-Kommission, des Europaparlaments und der EU-Staaten geeinigt, wie die Kommission am Dienstagabend bekannt gab. Die drei EU-Institutionen überarbeiten derzeit die geltenden Vorgaben.

So sollen die Agenturen künftig Bewertungen von EU-Staaten nur zu vorher gewählten Terminen verkünden, nur außerhalb der Geschäftszeiten und rechtzeitig bevor in Europa die Börsen öffnen. Dies soll nervöse Reaktionen der Märkte abmildern. Die Agenturen müssen zudem offen legen, nach welchen Kriterien sie ihre Entscheidung gefällt haben.

Für fahrlässige oder falsche Bewertungen sollen die Agenturen haften. Bei der Bewertung bestimmter komplexer Papiere müssen sich die Agenturen abwechseln. Dies soll verhindern helfen, dass sich die gewinnorientierten Ratingagenturen mit zu rosigen Einstufungen das Wohlwollen ihrer Geldgeber sichern.

Ratingagenturen wie Moody's, Fitch oder Standard & Poor's bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen oder Staaten. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Finanzkrise: Je schlechter sie einen Staat bewerten, desto mehr Zinsen muss dieser seinen Gläubigern für geliehenes Geld zahlen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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dasdickeendekommt

28.11.2012, 00:49 Uhr

Ist ja im Prinzip richtig. Das Problem ist nur, dass das nun alles kommt, nachdem das Abnickparlament den Karren gegen die Wand gefahren hat und nun möchte man bitte nicht beurteilt werden, sonst merkt es noch der Bürger und will Köpfe rollen sehen und das nicht nur im übertragenen Sinne.

milo

28.11.2012, 05:21 Uhr

Hier hat sich Bruessel einen eigenen Persilschein ausgestellt. Anscheinend haben die Ratingagenturen zumindest bei der Bewertung der Euro Staaten einen Finger in die Wunden gelegt. Schoen waere es, wenn Ratingagenturen ueberhaupt haften muessten, auch dem Normalanleger gegenueber, Lehmann laesst gruessen. Wahrscheinlich ist dies der Kompromis den die Finanzwelt der Politik diktiert hat, die Finanzwelt behandelt die Politik mit Samthandschuhen, dafuer darf sie weiterhin den Normalanleger mit krminellen Ratings abzocken.

Account gelöscht!

28.11.2012, 07:18 Uhr

Was Ratingagenturen angeht, so mögen die haften oder nicht - ich hab mich noch nie auf deren Urteil verlassen. Aber ein wirklicher Skandal ist doch, dass unsere Politiker in Brüssel, Berlin und anders wo von jeder persönlichen Haftung freigestellt sind. Übrigens genauso, wie alls Beamten und Richter. Dieses Thema wäre mal einen gepfefferten Handelsblatt-Artikel wert!

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