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18.04.2011

06:51 Uhr

Ratlose Militär-Allianz

Briten zweifeln an Nato-Erfolg in Libyen

Der Nato-Einsatz gegen das Gaddafi-Regime gerät zur Farce. Das as Uno-Mandat erlaubt keine Bodentruppen, doch damit wird aus britischer Sicht der Erfolg der Mission in Libyen gefährdet.

Der britische Premier David Cameron räumte ein, dass die Bedingung, keine Bodentruppen einzusetzen, den Einsatz erschwert. Quelle: dapd

Der britische Premier David Cameron räumte ein, dass die Bedingung, keine Bodentruppen einzusetzen, den Einsatz erschwert.

London/Washington/BengasiTrotz wachsender Probleme bleibt eine "Invasion oder eine Besetzung" Libyens nach Worten des britischen Premierministers David Cameron weiterhin ausgeschlossen. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy stellt sich hinter den harten Libyen-Kurs der USA, Frankreichs und Großbritanniens. Angeblich suchen die USA und ihre Alliierten ein Exil für den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi, der sich an die Macht klammert.

Cameron sagte am Sonntag dem britischen Sender Sky News: "Wir sind uns im Klaren darüber, das wir zu den Bedingungen der Resolution des UN-Sicherheitsrates stehen müssen, wir müssen die Unterstützung der arabischen Welt behalten." Er räumte allerdings ein, dass die Bedingung, keine Bodentruppen einzusetzen, den Einsatz erschwere.

Die Nato-Luftangriffe auf Ziele des Regimes hätten geholfen, Massaker zu verhindern. Die Opposition habe um ein stärkeres Eingreifen gebeten. Die Alliierten müssten nun überprüfen, wie Zivilisten noch besser geschützt und Gaddafis "Kriegsmaschine" gestoppt werden könnten, sagte Cameron.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy stellte sich hinter den harten Libyen-Kurs von US-Präsident Barack Obama und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Camerons. "Gaddafi ist immer noch da, aber er ist sehr geschwächt. Ich denke, dass wir den militärischen Druck aufrecht erhalten müssen (...) und dass wir so handeln müssen, dass er abtritt", sagt der Belgier in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der französischen Medien TV5Monde, RFI und "Le Monde". Es sei richtig, die Angriffe erst dann einzustellen, wenn Gaddafi nicht mehr an der Macht sei. "Es gibt keinen ausreichenden Schutz der Zivilbevölkerung, wenn die Gaddafis nicht weg sind", betonte Van Rompuy.

Der Diktator müsse "weg und zwar für immer", hatte Obama mit Cameron und Sarkozy in einem umstrittenen Zeitungsbeitrag geschrieben. Russland warnte, diese Forderung gehe über das UN-Mandat für den Libyeneinsatz hinaus.

Kommentare (6)

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Sanctus

18.04.2011, 07:46 Uhr

Den Völkermord durch Gaddafi hat man also verhindert. Dafür hat man selbst einen veranstaltet. Es ist doch erquicklicher von einer rechtschaffenen Seite gekillt zu werden. Da entschläft man doch viel beruhigter und zufieden.

zarakthuul

18.04.2011, 08:28 Uhr

Wer soll als neuer Diktator eingesetzt werden? Ist wenigstens das schon geklärt? Wie soll Libyen unter ESSO, Shell,BP,ELF,Total, Chevron usw. aufgeteilt werden? Werden diese Anteile nach der Zahl der abgeworfenen Bomben ermittelt?

WFriedrich

18.04.2011, 08:40 Uhr

Militärstrategisch ist der Einsatz von Bodentruppen unverzichtbar. Alle europäischen Regierungen wissen das. Aber sie wissen natürlich auch, dass Spanien den grausamen Diktator massenhaft mit mit noch grausameren Massenvernichtungswaffen (Streubomben) ausstaffiert hat, die mit großer Wahrscheinlichkeit die europäischen Soldaten zerfetzen würden. Solange keine humanitär gleichwertigen Alternativen zu einem Bodeneinsatz verfügbar ist, sollte Spaniens Regierung fair handeln und zunächst spanische Regimenter ins Krisengebiet entsenden.

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