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13.04.2012

17:46 Uhr

Ratsmitglied Knot

EZB will neue Anleihenkäufe vermeiden

Laut EZB-Ratsmitglied Klaas Knot will die Zentralbank auf neue Käufe von Staatsanleihen möglichst verzichten. Der niederländische Notenbankchef versuchte auch, das Misstrauen der Märkte gegenüber Spanien zu relativieren.

Das Euro-Zeichen auf einer Glasscheibe in der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. dpa

Das Euro-Zeichen auf einer Glasscheibe in der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

AmsterdamDie Europäische Zentralbank (EZB) will laut Ratsmitglied Klaas Knot ihr Anleihen-Kaufprogramm für Euro-Krisenländer derzeit nicht wiederbeleben. Man sei „sehr weit“ von erneuten Anleihekäufen entfernt, sagte der Chef der niederländischen Notenbank am Freitag in Amsterdam. Die Notenbank habe längere Zeit keine Anleihen mehr gekauft, aber das Instrument sei immer noch vorhanden.

Mit dem Franzosen Benoît Coeuré und dem Spanier José Manuel González-Páramo hatten unlängst zwei EZB-Direktoriumsmitglieder zusätzliche Anleihekäufe ins Spiel gebracht. Knot fügte hinzu, er glaube auch nicht, dass ein dritter Dreijahrestender notwendig werden könnte. Im Dezember und Februar hatten die Währungshüter Europas Geschäftsbanken extrem billiges Geld für bis zu drei Jahre angeboten. Die Banken liehen sich insgesamt gut eine Billion Euro.

Zuletzt waren insbesondere die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen gestiegen. Die Märkte würden hier „überreagieren“, sagte Knot. Allerdings habe die spanische Regierung auch eine unglückliche Kommunikation betrieben. Insgesamt seien die Märkte immer noch labil. Spanien müsste die Märkte mit weiteren strukturellen Reformen überzeugen.

Knot warnte jedoch auch die Regierung der Niederlande. Die Risikoaufschläge von niederländischen Staatsanleihen verglichen mit deutschen Bundesanleihen könnte bei einem Verlust der Bestnote („AAA“) bei den Ratingagenturen um 100 Basispunkte steigen. Die Niederlande müssten ihr Defizit senken und Wirtschaftsreformen durchführen.

Zusammen mit Deutschland, Luxemburg und Finnland gehören die Niederlande zu den letzten vier Euroländern mit dem begehrten Triple-A Rating. Österreich und Frankreich haben diesen Status bereits verloren. Dies verteuert in der Regel die Staatsfinanzierung.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Endzeit

13.04.2012, 18:45 Uhr

Die Übersetzung:

Die eine Billion €uro, die für die Banken zum Anleihenkauf angedacht waren, sind verpufft, bzw. greifen nicht mehr.

Wir, die EZB, sind allerdings entschlossen, alles Erdenkliche zu tun, um den €uro zu halten, d. h. der Anleihenkauf geht weiter, wenn es sein muss.

Jeder der auf hohe Renditen oder Staatspleiten spekuliert, wird es mit der EZB zu tun bekommen, die legitimiert wurde - spätestens mit dem ESM - , das gesamte Volksvermögen der Europäer als Haftungsmasse einzuplanen

bhayes

14.04.2012, 08:26 Uhr

Wir müssen diese ganzen kriminellen Machenschaften stoppen. Und zwar endgültig.
Der Bund der Steuerzahler Bayern hat jetzt die Großinitiative "Stop ESM" gestartet, die sich gegen alle "Rettungsschirme" und sonstigen Machenschaften wie z.B. die Anleihenkäufe werden. Sie fordert auch einen Volksentscheid in dieser Sache. Zeichnen auch Sie mit!
Es ist Zeit, der Politkaste und der Finanzbranche die rote Karte zu zeigen und auf den Pott zu setzen.
Alle diese Aktivitäten sind illegal und rechtsordnungsbrechend, es handelt sich um einen Putsch gegen die Bevölkerung!

Rainer_J

14.04.2012, 13:33 Uhr

Zitat:"EZB will neue Anleihenkäufe vermeiden"

Und ein Dieb will es in Zukunft vermeinden zu klauen. Ein Bankräuber will es in Zukunft vermeiden Banken zu überfallen.

Soll es für den Versuch der EZB sich vielleicht nicht illegal zu verhalten Applaus geben?

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