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30.09.2014

12:51 Uhr

Razzia in Australien

Sympathisant finanzierte IS-Kämpfer in Syrien

Ein neuer Anti-Terror-Einsatz, neue Hausdurchsuchungen in Australien: die Polizei rückt gegen Sympathisanten der IS-Terrormiliz vor. Einer, der Kämpfer in Syrien finanziell unterstützt hat, wird verhaftet.

Die australische Polizei stürmte sieben verschiedene Häuser und Wohnungen in der Umgebung von Melbourne. ap

Die australische Polizei stürmte sieben verschiedene Häuser und Wohnungen in der Umgebung von Melbourne.

SydneyNach einer neuen Anti-Terror-Razzia in Australien ist ein Mann am Dienstag wegen finanzieller Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeklagt worden. Mehr als 100 Beamte hatten im Morgengrauen sieben verschiedene Häuser und Wohnungen in der Umgebung von Melbourne gestürmt und einen 23-Jährigen festgenommen. Nach Angaben der Polizei hatte er umgerechnet mehr als 8000 Euro gesammelt, um einen amerikanischen Extremisten zu unterstützen, der für die IS in Syrien kämpft.

Anders als im September, als die Polizei mit einem Großeinsatz nach eigenen Angaben einen bevorstehenden Anschlag vereitelte, bestand diesmal keine Gefahr für die Öffentlichkeit, betonte die Polizei. Bei dem größten Anti-Terror-Einsatz ihrer Geschichte hatte die Polizei am 18. September in Sydney 15 Menschen festgenommen.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Sie geht davon aus, dass einer von ihnen kurz davor stand, auf offener Straße einen Passanten zu entführen und zu enthaupten. Durchsuchungen gab es an dem Tag auch in Brisbane. Dort kommt im November der G20-Gipfel unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen.

„Wir betonen, dass es keinerlei Hinweis gibt, dass dieser Mann einen Terroranschlag plante“, teilte die Polizei in Melbourne mit. Der 23-Jährige habe auch keine Verbindungen zu dem 18-Jährigen Terrorverdächtigen, der vergangene Woche mit einem Messer auf zwei Polizisten losgegangen war und dabei erschossen wurde. Vor Gericht sprach die Polizei von abgehörten Telefonaten und Abschriften von SMS-Nachrichten. „Wir haben bei den Durchsuchungen jede Menge elektronischer Beweismittel sichergestellt“, sagte der Vizechef der Bundespolizei, Neil Gaughan.

Australien hat die Pässe von einigen Dutzend eingebürgerten Landsleuten eingezogen, um sie daran zu hindern, sich der IS-Terrormiliz in Syrien und dem Irak anzuschließen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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elly müller

30.09.2014, 13:38 Uhr

Hallo Ihr Verantwortlichen in Deutschland!!!

Nehmt Euch ein Beispiel an Australien!

In Deutschland klären Journalisten über jede Menge Aktivität und Werbung für den radikalen ISIS auf!
Was passiert?
So gut wie nichts!


Warum fragt denn keiner diese Radikalen, weshalb sie in Deutschland leben?????????????????????

Die Antwort wäre sicher, man kann bequem leben, völlig unbehelligt und noch Stütze kassieren! Bis die Deutschen aufwachen haben wir schon alles erledigt!

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