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18.09.2014

07:34 Uhr

Razzien in Sydney und Brisbane

Australische Polizei verhindert IS-Terroranschlag

Bei einem großangelegten Einsatz hat die Polizei in Australien fünfzehn Terrorverdächtige gefasst – und damit wohl einen Anschlag vereitelt. Die Extremisten sollen öffentliche Enthauptungen in Sydney geplant haben.

Razzia in Australien

Größter Anti-Terror-Einsatz der Geschichte

Razzia in Australien: Größter Anti-Terror-Einsatz der Geschichte

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SydneyDie Polizei hat in Australien nach eigenen Angaben Anschläge von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vereitelt. Diese hätten öffentliche Exekutionen auf den Straßen des Landes geplant, sagte Premierminister Tony Abbott am Donnerstag vor Reportern.

Die Polizei war bei dem größten Anti-Terror-Einsatz in der Geschichte des Landes mit 800 Beamten im Einsatz, wie der Chef der Bundespolizei, Andrew Colvin, sagte. 15 Verdächtige seien festgenommen worden. Bei den Razzien sollen Macheten, Gesichtsmasken und Kampfanzüge sichergestellt worden sein.

Gegen einen Verdächtigen haben die Behörden bereits Anklage wegen geplanter Terroranschläge erhoben. Ein 22-Jähriger wurde in Sydney einem Richter vorgeführt. Der Mann aus Sydney habe einen Anschlag geplant, der „die Gesellschaft schockieren, entsetzen und verängstigen“ sollte, zitierte der Sender ABC Staatsanwalt Michael Allnutt. Nach Informationen des Senders erhielt der Mann diese Woche einen Telefonanruf von einem australischen Extremisten aus dem Nahen Osten, der mit der Terrormiliz Islamischer Staat kämpft. Der Mann habe ihn angestachelt, Menschen in Australien auf offener Straße zu entführen und zu enthaupten. Die Videos sollten veröffentlicht werden.

Mitstreiter und Gegner der USA im Kampf gegen den Terror

Iran

Iran: Teheran ist sowohl Gegner als auch Mitstreiter der USA. Einerseits kann der Iran eine Militäroperation des Erzfeindes in der eigenen Nachbarschaft nicht einfach absegnen. Andererseits handelt es sich beim IS um einen gemeinsamen Feind.

Ägypten

Auch Ägypten nahm an der Anti-Terror-Konferenz in Dschidda teil. Der Kampf gegen den IS könnte Kairos Beziehungen zum Westen verbessern, die unter dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi durch das Militär vor mehr als einem Jahr gelitten haben.

Katar

Katar könnte eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Finanzquellen der Extremisten auszutrocknen. Kritiker werfen dem Land vor, Radikale dürften dort unbehelligt Geld für Dschihadisten sammeln. Die Regierung weist das zurück.

Jordanien

Auch Jordanien hat den IS vor der Haustür. Anhänger der Miliz kontrollieren Teile Iraks und Syriens, die unmittelbar an das Königreich grenzen. Auch der einzige Grenzübergang zwischen Irak und Jordanien ist in IS-Händen. Jordanien hat daher eine Taskforce gegen IS-Angriffe gegründet. In der von Amerika geführten Anti-IS-Koalition könnte das Land zum Operationszentrum werden.

Saudi-Arabien

Das Königreich ist einer der wichtigsten US-Partner. Am Donnerstag trafen sich mehrere Länder in der Hafenstadt Dschidda, um über den Kampf gegen den Terrorismus zu beraten. Weil der IS auch an der Grenze zwischen dem Irak und Saudi-Arabien steht, fühlt sich Riad massiv bedroht.

Irak

Kerry reiste zum Auftakt seiner Tour nach Bagdad. Der Irak wird die Hauptlast im Kampf gegen den IS tragen müssen, weil vor allem die Soldaten der Regierung und kurdische Einheiten am Boden gegen die Extremisten kämpfen müssen. Zugleich muss es der neuen Regierung von Ministerpräsident Haidar al-Abadi gelingen, die Sunniten im Land auf ihre Seite zu ziehen - nur so würde der IS seine starke Unterstützung in den sunnitischen Teilen des Landes verlieren.

Türkei

Westliche Länder haben der Türkei vorgeworfen, Extremisten dürften die Grenze zu Syrien ungehindert passieren. Zuletzt attestierte das Pentagon der Regierung jedoch, sie gehe stärker gegen Dschihadisten vor. Dennoch unterstützt Ankara die USA nicht mit voller Kraft. Den Luftwaffenstützpunkt Incirlik will sie nur für humanitäre Hilfsflüge freigeben. Ankara ist in einer schwierigen Lage, weil der IS im Nordirak 49 türkische Diplomaten festhält.

Nato

Zehn Staaten zählen bislang zum Anti-Terrorbündnis der USA, darunter die Nato-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Dänemark, Kanada und die Türkei. Auch Australien hat sich der Koalition angeschlossen. Deutschland will Waffen an die Kurden im Nordirak liefern, London hat das bereits getan. Frankreich hat mittlerweile Bombardements gestartet.

„Die Aufforderung (zu den Anschlägen) kam von einem Australier, der offenbar eine hohe Position innerhalb der IS-Miliz innehat“, sagte Abbott. „Sie ging an Sympathisanten in Australien, die demonstrative Tötungen hier in unserem Land vornehmen sollten.“ Es handele sich nicht nur um einen Verdacht, betonte Abbott. Die Polizei habe konkrete Geheimdienstinformationen erhalten. Danach wollten die Extremisten offenbar wahllos einen Bürger auf der Straße anhalten und diesen nach dem Muster der Extremisten, die seit August vermutlich in Syrien drei westliche Geiseln hingerichtet hatten, vor laufender Kamera enthaupten.

„Wir glauben, dass diese Gruppe (...) mit den Planungen für willkürliche Gewaltakte gegen ganz normale Bürger begonnen hatte“, sagte Polizeichef Colvin. Bei Razzien unter anderem in Sydney und Brisbane seien 25 Häuser und Wohnungen durchsucht worden. Die Festnahmen erfolgten in Sydney.

Die Behörden des Landes hatten die Terrorwarnstufe am vergangenen Freitag von der mittleren Stufe auf „hoch“ gesetzt. In Brisbane wurden vergangene Woche zwei Männer festgenommen, die dabei geholfen haben sollen, Kämpfer für militante Islamistengruppen in Syrien anzuwerben. Die Geheimdienste gehen davon aus, dass 60 Kämpfer mit australischem Pass für den IS in dem Land im Einsatz sind. Abbott wollte am Donnerstag in Darwin 600 Soldaten verabschieden, die den Kampf gegen den IS im Irak unterstützen sollen.

Kommentare (10)

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Herr Günther Schemutat

18.09.2014, 08:04 Uhr

Wenn man zu den Big Five gehört wie Australien ,ist man immer gut informiert. Deutschland gehört nicht dazu und wieviel Anschläge bei uns schon als normale Kriminalität vertuscht worden sind möchte ich nicht wissen.

Während die Strassennamen,Gedenktafeln etc der NSU Opfer noch nicht trocken sind , töten Deutsche nennen wir sie so da sie von ROT/GRÜN mit Doppelpass ausgerüstet sind
Unschuldige in anderen Ländern.

In Bagdad tötet ein Deutscher mit einer Autobombe 50 Menschen die von seiner Bombe zerrissen worden sind. Im Irak werden Deutsche IS Kämpfer als besonderns Grausam
bezeichnet.

Unser geliebter Bundespräsident Gauck lässt vermutlich schon sein Flugzeug warm laufen um nach Bagdad zu fliegen um den Angehörigen die Hand zu schütteln und seine Empörung zu zeigen.Das war ein Witz , kein Deutscher Politiker klebt sich diesen Makel an. Weder für 2001 Twintower wo es nicht einen einzigen Kieselstein als Gedenken in Deutschland gibt, noch für geköpfte und ermordete Zivilisten von Deutschen Terroristen.

Das ich mal in einen Terrorstaat aufwachen muss nach 45
hätte ich nie gedacht . Danke an ROT/GRÜN,Schwarz!

Hoffentlich wacht jetzt auch der Letzte Träumer auf !

Aber wenn nicht ist auch egal es ist zur Umkehr zu spät!

Herr Teito Klein

18.09.2014, 08:40 Uhr

Schlag gegen die Terrormiliz IS
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15 Verdächtige seien festgenommen worden. Bei den Razzien sollen Macheten, Gesichtsmasken und Kampfanzüge sichergestellt worden sein.

Und bis auf einen sind alle anderen wieder auf freiem Fuß.
Wer mit dieser Terrormiliz sympathisiert, sollte des Landes verwiesen werden.

Das gilt aber nicht mur für Australien, das gilt auch für Europa.

Herr Markus Bullowski

18.09.2014, 08:45 Uhr

Es gibt in so vielen islamischen Gesellschaften islamistische Gruppen, daher glaube ich: Hat man den Islam im Land, so hat man auch einen Teil Sharia-Befürworter und einzelne terroristische Gruppen und Jihadisten. Weil es halt in jeder Gesellschaft unzufriedene Jugendliche gibt oder Leute, die sich in ihre Religion hineinsteigern.

Die einzige Lösung, sich das vom Hals zu halten, wäre, den Islam zu verbieten oder stark einzuschränken: Keine Moscheen, kein Religionsunterricht, keine Koranschulen. Aber das wird nie passieren, weil sich das kein Politiker trauen würde.

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