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19.09.2015

09:40 Uhr

Reaktion auf Raketen

Israels Luftwaffe bombardiert Gazastreifen

Palästinenser im Gazastreifen haben erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Als Reaktion darauf bombardierte das isralische Militär drei „Terrorstätten“. Premier Netanjahu hat zudem eine härtere Gangart angekündigt.

Israelische Grenzpolizisten: Gazastreifen bombardiert. Reuters

Nach Raketenangriffen

Israelische Grenzpolizisten: Gazastreifen bombardiert.

Gaza/Tel AvivNach Raketenangriffen militanter Palästinenser hat Israels Luftwaffe erneut Ziele im Gazastreifen bombardiert. Es seien in der Nacht drei „Terrorstätten“ im nördlichen Abschnitt beschossen worden, teilte das Militär am Samstag mit. Es gab keine Berichte zu Verletzten.

Am Freitag hatten Palästinenser aus dem Gazastreifen erneut Raketen auf Israel abgefeuert. In der Grenzstadt Sderot schlug ein Geschoss ein. Die Raketenabwehr Eisenkuppel fing eine weitere Rakete in der Luft ab, die in Richtung der Küstenstadt Aschkelon abgeschossen worden war.

US-Finanzhilfen für Israel und die Palästinensergebiete

USA - Palästinas wichtigste Geldquelle

Die USA gehören seit Jahren zu den wichtigsten Geldgebern der Palästinenser. Wegen der Gefahr, dass die Mittel in die Hände von Terroristen fallen, wird die Freigabe der Mittel streng geprüft. Israel wird jedes Jahr mit noch kräftigeren Finanzhilfen aus Washington unterstützt. Eine Übersicht:

Wie viel Geld fließt nach Gaza?

Seit 2008 betrugen die Finanzhilfen der USA für den Gazastreifen und das Westjordanland jedes Jahr durchschnittlich 400 Millionen Dollar. Im laufenden Haushaltsjahr stellte Washington 440 Millionen Dollar (330 Mio Euro) bereit. Das Geld fließt an die Hilfsorganisation USAID und als direkte Budgethilfe an die Palästinensische Autonomiebehörde.

Wer bekommt die Hilfe?

USAID nutzt ihren Anteil nach Angaben des US-Rechnungshofes, um die Palästinenser mit Trinkwasser zu versorgen und Krankenhäuser zu modernisieren. Außerdem werden damit Schulen gebaut oder renoviert und mit Material ausgestattet. Auch der Privatsektor wird unterstützt. 70 Millionen Dollar der Finanzhilfen sind nach Angaben des US-Außenministeriums für die Unterstützung palästinensischer Sicherheitskräfte und

Helfen die USA der Zivilbevölkerung?

Die USA sind zudem der größte Geldgeber für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten UNRWA. Für das laufende Haushaltsjahr wurden 250 Millionen Dollar (187 Mio. Euro) bereitgestellt. Das Hilfswerk versorgt Flüchtlinge unter anderem mit Essen, Unterkünften und Medikamenten.

Wie unterstützen USA Israel?

Israel ist der größte Empfänger von US-Finanzhilfen seit dem Zweiten Weltkrieg. Fast das gesamte Geld dient der Unterstützung des Militärs. Dank der Hilfe der USA gehören die israelischen Streitkräfte zu den höchstentwickelten der Welt.

Wie viel Geld bekommt Israel?

Bisher haben die USA das Land mit 121 Milliarden Dollar (90,6 Mrd. Euro) unterstützt. Für das laufende Haushaltsjahr sind 3,1 Milliarden Dollar vorgesehen sowie 502 Millionen Dollar (376 Mio. Euro) für die israelische Raketenabwehr. Für das kommende Jahr soll diese Summe noch aufgestockt werden.

Warum bekommt Israel so viel Hilfe?

Dank einer breiten Unterstützung im Kongress genießt Israel beim Empfang dieser Mittel einmalige Vorteile. So wird das Geld seit Jahren bereits in den ersten 30 Tagen des in den USA am 1. Oktober beginnenden Haushaltsjahres zur Verfügung gestellt. Außerdem kann das Land einen bedeutenden Teil der Finanzhilfen - derzeit rund ein Viertel - zur Beschaffung von Waffensystemen und anderen militärischen Mitteln im Inland verwenden, was sonst unüblich ist.

Die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern haben sich zuletzt wieder verschärft. Am Freitag kam es in Jerusalem erneut zu Konfrontationen zwischen steinewerfenden Jugendlichen und israelischen Sicherheitskräften. Mehrere Palästinenser und Grenzpolizisten wurden nach Angaben des israelischen Rundfunks und Sanitätern bei verschiedenen Zwischenfällen verletzt.

Aus Sorge vor neuer Gewalt hatte Israel nur Männern über 40 das Gebet auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt erlaubt. Die Palästinenser befürchten, Israel wolle mehr Kontrolle über die Stätte erlangen, die Muslimen und Juden heilig ist. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat eine härtere Gangart gegen randalierende Palästinenser angekündigt.

Von

dpa

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