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30.01.2017

07:42 Uhr

Reaktion auf US-Einreiseverbot

Starbucks will 10.000 Flüchtlinge einstellen

Als Reaktion auf das von Präsident Trump verhängte Einreiseverbot will die Café-Kette Starbucks im Laufe der nächsten fünf Jahre 10.000 Flüchtlinge einstellen. Auch andere US-Unternehmen reagieren beunruhigt.

Howard Schultz, der Chef der Kaffeerestaurantkette Starbucks, wandte sich in der Nacht auf Montag mit „tiefer Besorgnis“ auf der Website des Unternehmens an seine Mitarbeiter. AP

Howard Schultz

Howard Schultz, der Chef der Kaffeerestaurantkette Starbucks, wandte sich in der Nacht auf Montag mit „tiefer Besorgnis“ auf der Website des Unternehmens an seine Mitarbeiter.

WashingtonHoward Schultz, der Chef der Kaffeerestaurantkette Starbucks, wandte sich in der Nacht auf Montag mit „tiefer Besorgnis“ auf der Website des Unternehmens an seine Mitarbeiter. Er bezeichnete Trumps Erlass als verwirrend und kündigte Pläne an, um in den nächsten fünf Jahren 10.000 Flüchtlingen Jobs bei Starbucks anbieten zu können.

Dies sei eine Reaktion auf den von US-Präsident Trump verfügten Aufnahmestopp für Syrer und die vorübergehende Einreiseverbote für Bürger von sechs weiteren mehrheitlich muslimischen Staaten, schrieb Konzernchef Schultz in einem Brief an die Belegschaft. Die Initiative werde in den USA beginnen und vor allem Migranten gelten, „die US-Truppen als Dolmetscher gedient und deren Personal unterstützt“ hätten. In einem weiteren Schritt würden Starbucks-Cafés weltweit Flüchtlinge einstellen, hieß es weiter.

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Mit dem Einreiseverbot für Muslime aus mehreren Ländern hat die Abschottungspolitik von US-Präsident Trump einen neuen Höhepunkt erreicht. Staatschefs reagieren weltweit empört. Kritik kommt auch aus dem Silicon Valley.

Schultz, ein Unterstützer der bei der Präsidentenwahl unterlegenen Demokratin Hillary Clinton, wandte sich in dem Schreiben auch gegen andere Aspekte von Trumps Agenda, etwa dessen Vorgehen gegen die Gesundheitsreform von Vorgänger Barack Obama und eine mögliche neue Handelspolitik im Umgang mit Mexiko.

Mehrere US-Unternehmen haben beunruhigt auf das von Präsident Trump verhängte Einreiseverbot für viele Muslime reagiert. „Viele Menschen, die negativ von dieser Politik betroffen sind, sind starke Unterstützer der USA“, twitterte Tesla-Chef Elon Musk. „Sie haben das Richtige getan, nicht das Falsche, und sie verdienen es nicht, zurückgewiesen zu werden.“ Trumps Einreiseverbot sei „nicht der beste Weg“, mit den Herausforderungen des Landes umzugehen.“

Uber-Chef Travis Kalanick bezeichnete das Dekret in einem Facebook-Post als „verkehrt und ungerecht“. General-Electric-Chef Jeff Immelt erklärte in einem Firmenblog, aus dem verschiedene US-Medien zitierten, er teile die Sorgen seiner Mitarbeiter. Immelt versprach, GE werde den betroffenen Angestellten zur Seite stehen und versuchen, mit der Trump-Administration an Lösungen zu arbeiten.

Zuvor hatte es bereits Kritik und Reaktionen etwa von Google, Facebook, Microsoft und Twitter gegeben. Die Tech-Konzerne setzen besonders stark auf Experten aus dem Ausland.

Auch die größte US-Bank JP Morgan richtete sich im Zuge von Trumps Entscheidung laut US-Medienberichten an ihre Mitarbeiter. Vorstandschef Jamie Dimon versprach demnach in einem Statement allen Angestellten, die von dem Einreiseverbot betroffen sein könnten, das Unternehmen werde sich standhaft für sie einsetzen. Immelt, Kalanick, Musk und Dimon zählen zu einer Reihe von Top-Managern, die Trump in Wirtschaftsfragen beraten wollen.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

31.01.2017, 11:17 Uhr

Und warum weigert sich bzw. stellt Starbucks keine US-Bürger ein??

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