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20.10.2011

23:47 Uhr

Reaktionen auf Gaddafis Tod

„Der Weg ist frei für einen Neuanfang in Frieden“

Aus ihrer Erleichterung über den Tod des libyschen Diktators Gaddafi machen Politiker weltweit keinen Hehl. Doch Kritiker versetzen der Freude einen Dämpfer: Der politische Umbruch in Libyen ist noch lange nicht vollendet.

Feiernde Gegner Gaddafis in Sirte, Libyen. dpa

Feiernde Gegner Gaddafis in Sirte, Libyen.

Berlin, Moskau, ParisDie weltweite politische Führungsriege ist sich einig: Der Tod Gaddafis ist ein Wendepunkt für Libyen. An die Stelle des Diktators muss jetzt die Demokratie treten.

„Dieser Tag setzt einen Schlusspunkt unter das Regime Gaddafi“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend in Berlin. „Damit geht ein blutiger Krieg zu Ende, den Gaddafi gegen sein eigenes Volk geführt hat. Der Weg ist nun endgültig frei für einen politischen Neuanfang in Frieden.“ Deutschland sei darüber „sehr froh“.

Reaktionen auf Tod Gaddafis

Video: Reaktionen auf Tod Gaddafis

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Merkel forderte den libyschen Übergangsrat auf, nun weitere Schritte in Richtung Demokratie zu gehen. Die bisherigen Errungenschaften des „Arabischen Frühlings“ müssten unumkehrbar werden. Deutschland werde Libyen auf dem Weg zu Demokratie, Rechtstaatlichkeit und nationaler Versöhnung unterstützen.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verwies darauf, dass die Bundesregierung Libyen heute schon beim Wiederaufbau hilft. Als Beispiel nannte er die Versorgung von mehr als 40 libyschen Verletzten, die seit dieser Woche in deutschen Krankenhäusern versorgt werden.

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Laut Informationsministerium starb auch ein Sohn des früheren Machthabers.

Aus Nicolas Sarkozys Amt heißt es, es gelte jetzt, ein demokratisches System in dem nordafrikanischen Land aufzubauen, in dem alle Bewohner ihren Platz fänden und die fundamentalen Rechte gesichert seien. „Für das libysche Volk öffnet sich ein neues Kapitel, das der Versöhnung in Einheit und Freiheit“, heißt es in der Erklärung weiter.

Auch Russland hofft nun auf Frieden in dem nordafrikanischen Land. Kremlchef Dmitri Medwedew forderte die Vertreter des Übergangsrates und der verschiedenen Stämme zu einer Einigung über die künftige Regierung auf. „Libyen muss ein moderner demokratischer Staat werden“, sagte Medwedew am Donnerstag bei einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte in Moskau nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Zu diesem Zeitpunkt ging der Kremlchef noch von einer Gefangennahme Gaddafis aus.

Video

Gaddafi tot - Feiern in Tripolis

Video: Gaddafi tot - Feiern in Tripolis

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Allerdings gab es auch kritische Stimmen in Moskau. Der Tod Gaddafis werde die Situation in Libyen nicht radikal ändern, sagte Medwedews Sondergesandter Michail Margelow, der mehrmals die Region bereist hatte. „Bis zum Ende der Krise ist es noch ein weiter Weg.“ Auch ohne Gaddafi sei ein Guerilla-Krieg in Libyen weiterhin möglich, warnte Margelow. „Das heutige Problem Libyens ist nicht die Frage nach Leben oder Tod Gaddafis. Es ist das Problem der Konsolidierung der breitgefächerten libyschen Gesellschaft und der Stärkung der Streitkräfte.“

Der britische Premierminister David Cameron hat dem libyschen Volk weiter Unterstützung zugesagt. „Ich bin stolz auf die Rolle, die Großbritannien dabei gespielt hat“, sagte er mit Blick auf den Sturz des Gaddafi-Regimes. Cameron erinnerte zugleich an dessen Opfer.

Kommentare (8)

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touspourun

20.10.2011, 20:50 Uhr

Cameron Du bist so ein A.......
Was ist aus der humanitären Mission geworden? Die Ermordung von Gaddafi war von Anfang an das Ziel.

Ich lach mich schlapp wenn ich so einen ekelhaften Müll an Nachrichten sehe wie "Der Weg ist frei für einen Neuanfang in Frieden". Und Obama und Hitlary Clinton welche Farce. Wie war das vom Friedensnobelpreisträger, der Einsatz sollte Tage nicht Woche dauern?

Schon Mal davon gehört in den Medien wer diese Rebellen eigentlich sind? Kein Wort. Vielleicht ein bisschen Al Kaida und Fundamentalisten? Kein Wort. Was ist mit den Tausenden Toten die die NATO mit zu verantworten hat? Kein Wort.

Und dann noch Westerwelle der sich staatsmännisch zu der ganzen Chose äußert... Es muss ein Albtraum sein
Zum Kot...!

Demokratisch

20.10.2011, 21:26 Uhr

Also Ich will mal hoffen das mit dem Tod von Gadafi,das ende dieser Herschaft ist. Aber was mir gedanken macht warum man immer Gewalt mit Gewalt lösen muss um dan zu glauben das die Gewalt ein ende nimmt. Ich wünsche Lybien das sie den anfang für Toleranz und Meinungsvielfalt und somiet den Grundstein der Demokratie jetzt setzen können. Hofentlich klappt dies ohne das Europa und Amerika sofort eingreifen muss. Demokratie ist ein Prozeß. Der dauert. Wen aber der wille in der Bevölkerung da ist kann man nur hoffen das sich die Liberalen (Deokratischen) Kräfte auch durchsetzen.

lowabras

20.10.2011, 22:58 Uhr

Frieden und die NATO unter US Fuehrung im Land, das ist wohle der Treppenwitz des Tages!

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