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09.09.2011

16:19 Uhr

Reaktionen auf Stark

„Das Schlimmste, was dem Markt passieren kann“

Inmitten der ungelösten europäischen Schuldenkrise verliert die EZB ihren Chefvolkswirt. Experten sehen den Rücktritt von Jürgen Stark als schweren Schlag für die Geldpolitik in Europa.

Die Skulptur "Euro" vor der Europäischen Zentralbank (EZB). dapd

Die Skulptur "Euro" vor der Europäischen Zentralbank (EZB).

Frankfurt„Wieder fällt in der EZB ein Kontraindikator weg“, bewertete Matthias Gloystein von der Bremer Landesbank den Abgang des EZB-Chefökonoms. Stark sei als „Kapazität und Kompetenzträger“ angesehen. Die Frage sei, wer jetzt nachfolge. „Es ist ganz kritisch, wenn sich keiner mehr konträr aufstellt, vor allem in einer Phase, wo die EZB das Anleihenkaufprogramm diskutiert“, sagte Gloystein. „Im Moment wird das am Markt so interpretiert, dass der Rücktritt die EZB schwächt.“

Marco Bargel von der Postbank glaubt, dass Stark aus Frustration die EZB verlässt. „Den Rücktritt von Stark könnte man als Schwächung des geldpolitischen Lagers sehen“, sagte der Bankenvolkswirt. „Es bleibt zu hoffen, dass jemand nachfolgt, der dieses Lager wieder stärkt.“

Kommentar: Starks schwacher Abgang

Kommentar

Starks schwacher Abgang

Jürgen Starks Rücktritt kommt zur Unzeit. Just in dem Moment, als die EZB die schwierigsten Moment ihrer Geschichte erlebt, schmeißt nach Axel Weber jetzt der zweite Deutsche an der Spitze der Notenbank hin.

Zuvor war bekannt geworden, dass Stark noch in diesem Jahr zurücktritt. Grund für Starks Abgang sei ein Zerwürfnis über die vor allem in Deutschland umstrittenen Staatsanleihenkäufe der EZB, erfuhr Reuters von zwei mit Starks Beweggründen vertrauten Personen. Bereits im Februar war der damalige Bundesbank-Chef Axel Weber zurückgetreten.

Starks Nachfolger im sechsköpfigen EZB-Direktorium soll Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen werden, wie mit den Überlegungen vertraute Personen sagten. Auf jeden Fall soll der Posten erneut mit einem Deutschen besetzt werden, da die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone sonst in dem Gremium nicht mehr vertreten wäre. Die EZB teilte mit, Stark werde so lange im Amt bleiben, bis der Nachfolger feststehe. Das solle bis zum Ende des Jahres klar sein.

Kommentare (4)

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Zahlmeister

09.09.2011, 16:49 Uhr

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

Petra

09.09.2011, 17:17 Uhr

Die Rücktrittswelle sollte unseren Politikern und unserer Bundeskanzelerin zu denken geben!!!

RTF

09.09.2011, 17:18 Uhr

Ausgerechnet Asmussen, der wesentliche Mitarchitekt der Finanzkrise 1.0 an der Seite Peer Steinbrücks - unter Angela Merkel vom Brandstifter zum Feuerwehrmann mutiert.

Unvergessen sein entlarvender Aufsatz: "Verbriefungen aus Sicht des Bundesfinanzministeriums" - eine Lobshymne auf (toxische) Derivate - der den deutschen Steuerzahlern viel, viel Geld gekostet hat.

Mit diesem Personal sehe ich eine rabenschwarze Zukunft für Deutschland voraus.

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