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04.07.2013

03:56 Uhr

Reaktionen aus dem Ausland

Assad frohlockt über Umsturz in Ägypten

Das ägyptische Militär hat den bisherigen Präsidenten Mohammed Mursi entmachtet und die Verfassung des Landes außer Kraft gesetzt. Politiker in aller Welt - von Assad bis Obama - nehmen die Nachricht unterschiedlich auf.

Nach Militär-Putsch

Vorgestellt: Ägyptens Übergangspräsident Mansur

Nach Militär-Putsch: Vorgestellt: Ägyptens Übergangspräsident Mansur

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Damaskus/Riad/London/Paris/Washington/Berlin/New YorkDer syrische Präsident Baschar Assad hat den Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi als Ende des „politischen Islams“ bezeichnet. Assad, selbst im eigenen Land mit einem Aufstand gegen seine Herrschaft konfrontiert, sagte in einem Interview mit der syrischen Zeitung „Al Thaura“, die Ägypter hätten die „Lügen“ der Muslimbruderschaft aufgedeckt.

„Was in Ägypten passiert ist, ist der Sturz des sogenannten politischen Islams“, wurde Assad in dem auf der Facebook-Seite des Präsidialamts vorab veröffentlichten Interview am Mittwochabend zitiert. „Das ist das Schicksal eines jeden in der Welt, der versucht, Religion für politische oder Gruppeninteressen zu benutzen.“

Vor der Entmachtung hatte die syrische Regierung Mursi zum Rücktritt aufgefordert. Informationsminister Omran al-Subi erklärte, Ägypten könne die Krise nur überwinden, wenn Mursi akzeptiere, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung ihn ablehne.

Al-Subi sagte vor Journalisten in Damaskus, Mursis Muslimbruderschaft sei eine „terroristische“ Organisation und ein „Werkzeug der USA“. Mursi hatte Syrien im Juni verärgert, als er die Beziehungen zu Damaskus kappte und die ägyptische Botschaft in der syrischen Hauptstadt schloss.

Gastbeitrag: Warum die Muslimbrüder gescheitert sind

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Warum die Muslimbrüder gescheitert sind

Das Scheitern von Präsident Mursi ist auch ein Scheitern der mächtigen Muslimbruderschaft. Die Gruppe hat es nicht geschafft das Land erfolgreich zu regieren. Dafür gibt es drei Gründe.

Ein Glückwunschtelegramm kam aus Saudi-Arabien. König Abdullah von Saudi-Arabien gratulierte der neuen Führung in Kairo zur Machtübernahme „an diesem entscheidenden Punkt der Geschichte“.

„Gott möge Ihnen helfen, die Verantwortung zu tragen, die auf ihren Schultern liegt, um die Hoffnungen ... des ägyptischen Volkes zu erfüllen“, schrieb der König in einem in der Nacht zum Donnerstag von der staatlichen Nachrichtenagentur SPA veröffentlichtem Glückwunschtelegramm an bisherigen Präsidenten des ägyptischen Verfassungsgerichts, Adli Mansur. Zugleich lobte der Monarch die „Weisheit und Vermittlung“ des ägyptischen Militärs, das das Land „im entscheidenden Moment gerettet“ habe.

Zurückhaltender äußerte sich Großbritanniens Außenminister William Hague. Die Lage in Ägypten sei "ganz klar gefährlich", erklärte Hague in der Nacht zum Donnerstag. Er fordere alle Seiten auf, sich zurückzuhalten und Gewalt zu vermeiden. Großbritannien unterstütze keine Militärintervention als Weg zur Konfliktlösung in einem demokratischen System, betonte der Außenminister.

Alle Beteiligten seien nun aufgefordert, "die Führungskraft und Weitsicht zu zeigen, um den demokratischen Übergangsprozess in Ägypten wiederherzustellen und fortzusetzen", erklärte Hague. Es sei wichtig, dass der Wunsch der Bevölkerung nach raschem wirtschaftlichen und politischen Fortschritt gehört werde. Dazu gehörten rasche und faire Wahlen und eine von Zivilisten geführte Regierung.

Kommentare (15)

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peterlehmann

04.07.2013, 06:50 Uhr

Ich begrüße es, dass das Miltär in ägypten em Willen der Mehrheit der Bevölkerung entsprechend den radikalislamischen Muslimbrüdern die rote Karte gezeigt und damit die Voraussetzungen für eine geordnete Neuausrichtung der Politik Ägyptens geschaffen hat.Die Muslimbrüder haben die Wahlen auch nur durch LUG und TRUG gewonnen gehabt.Nach einem Jahr hat die Masse der Bevölkerung erkannt , dass sie nur belogen und betrogen wurden und sich die Lebensverhältnisse rapide verschlechtert hatten!

Account gelöscht!

04.07.2013, 08:20 Uhr

Assad frohlockt nicht, er wie alle ,die in der islamischen
regieren,weiss, dass nur eine aufgeklaerte Diktatur ein
mohammedanisches Land zu einem Staat zumindest von Recht und Ordnung bringen kann.Die da endlos von Demokratie
reden, folgen ,fremd aller Kenntnis der Welt, nur ihrer
Eitelkeit.

hiki31

04.07.2013, 08:22 Uhr

Es ist kein Umsturz sondern ein Militärputsch, der ein seit Jahrzehnten zumerstenmal demokratisch gewählte Regierung und Präsidenten mit 52 % Wählerzustimmung zum aufgeben zwingt und die Demokratie untergrabt.

Wenn auch hierzulande gerne Zustände wie in Ägypen einschließlich eines Militärputsches von manchen herbeigesehnt wird.

Der hiesige medienwirksame Versuch, durch bewusste falsch gestreute Informationen über die Opposition den erfolgreichsten Regierungschef in der Türkei seit 50 Jahren, politisch wie wirtschaftlich, in Misskredit zu bringen, wird nicht gelingen.

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