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09.03.2012

07:05 Uhr

Reaktionen

IWF-Chefin sieht schwere Euro-Krise abgewendet

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht das Risiko einer schweren Euro-Krise vorerst abgewendet. Am Nachmittag beraten die Euro-Finanzminister über die Ergebnisse des Schuldenschnitts

IWF-Chefin Christine Lagarde Reuters

IWF-Chefin Christine Lagarde

New YorkNach dem offenbar erfolgreichen Schuldenschnitt für Griechenland hat sich IWF-Chefin Christine Lagarde optimistisch zur Eurokrise geäußert. Das Risiko einer «schweren Krise» sei vorerst abgewendet worden, sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Donnerstag (Ortszeit) dem US-Sender PBS. Es scheine, als werde der geplante Schuldenschnitt glatt über die Bühne gehen. Die Zahlen seien «vielversprechend», sagte sie in der Sendung «Charlie Rose» und fügte hinzu: «Frühling liegt in der Luft.»

Angesichts eines geringen Wachstums und weiterhin teils hoher Schuldenberge innerhalb der Eurozone gebe es aber noch viel zu tun, mahnte die IWF-Chefin. Auch US-Finanzminister Timothy Geithner lobte die Anstrengungen der Euro-Staaten im Bemühen um eine Beilegung der Währungskrise. Dank der Maßnahmen der Euro-Länder sei das Risiko gesunken, dass Europa große Schäden in der Weltwirtschaft anrichten könne, sagte er demselben US-Sender.

Am Donnerstagabend war aus Regierungskreisen in Athen verlautet, dass die Beteiligung privater Gläubiger am Schuldenschnitt für das Land bei mehr als 85 Prozent liege. Wenn die Regierung die Umschuldungsklauseln (CAC) aktiviere, die ihr erlauben, Gläubiger zur Teilnahme an der Aktion zu zwingen, könne die Beteiligung fast 95 Prozent erreichen, sagte ein Regierungsvertreter.

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Finanzminister Evangelos Venizelos kündigte an, er werde gegen Mittag bei einer Pressekonferenz das Ergebnis des Schuldenschnitts kommentieren. Wie es dann konkret weitergeht, dürfte erst nach den Beratungen von Finanzminister Evangelos Venizelos mit seinen Kollegen aus den anderen 16 Euroländern bekanntwerden. Die Euro-Finanzminister wollen sich in einer Telefonkonferenz am frühen Freitagnachmittag mit den Ergebnissen des griechischen Anleihetausch-Angebots beschäftigen.

Auf der Tagesordnung steht auch die endgültige Freigabe des Anfang März grundsätzlich beschlossenen 130-Milliarden- Hilfspakets für Griechenland. Das Land hängt bereits seit 2010 am internationalen Finanztropf und hatte damals Hilfszusagen von 110 Milliarden Euro bekommen. Bald danach zeigte sich aber, dass diese Kredite nicht ausreichen, um Griechenland dauerhaft vor der Pleite zu bewahren. Ausgangspunkt für den im Detail äußerst komplizierten Schuldenschnitt ist ein Anleihevolumen von 206 Milliarden Euro. Die Grundsatzvereinbarung mit den Banken sieht einen Forderungsverzicht von 53,5 Prozent vor. Der griechische Schuldenberg würde also im Optimalfall um mehr als 100 Milliarden Euro gestutzt. Anleger sollen, so das Angebot, im Tausch für ihre alten Anleihen neue Bonds mit längerer Laufzeit und niedrigerer Verzinsung bekommen.

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Kommentare (10)

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svebes

09.03.2012, 07:18 Uhr

Super, jetzt freuen wir uns alle - hopp. Krise abgewendet? Blödsinn - verschoben. Vom IWF bis zu Gartner loben uns jetzt alle. Merkeline und Schäuble werden strahlen wie Schulkinder. Die Finanzeliten auch, denn jetzt sprudeln ihre Protektorate wieder bis zum bitteren Ende des Steuerzahlers. Schäuble will jetzt ja schon Zivis uns Wehrdienst leistende besteuern. Die Oma an der Ecke hat halt schon nichts mehr zum abpressen, also findet er halt neue Quellen. Dafür gibts dann halt Loba uf internationalem Parkett. Wen juckt dann schon das jammern des zweibeinigen Viehs?

Account gelöscht!

09.03.2012, 08:01 Uhr

"Dank der Maßnahmen der Euro-Länder sei das Risiko gesunken, dass Europa große Schäden in der Weltwirtschaft anrichten könne, sagte [Tim Geithner] er demselben US-Sender."

Na dieser Heuchler hat es nötig! Die USA mit ihrem Lügengeld gefährden die Weltwirtschaft nicht nur, sie haben sie zu großen Teilen zerstört. Dass die gigantischen Kapitalfehlallokationen (vor allem im "Finanz"sektor und zunehmend in der Realwirtschaft) die ihr Falschgeld verursacht hat, realisiert werden, das wurde noch einmal aufgeschoben. Wo ist Supermann der diese heuchelnde Lügenbande endlich aus dem Verkehr zieht?

svebes

09.03.2012, 08:44 Uhr

sorry - Geithner statt Gartner - aber eigentlich egal, diese Lügenbarone sind doch eh austauschbar.

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