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05.11.2011

10:18 Uhr

„Realitätsferne Führung“

US-General wegen Afghanistan-Kritik entlassen

Weil er der afghanischen Führungsriege Realitätsferne vorgeworfen hat, muss US-Kommandeur Peter Fuller seinen Posten räumen. Der öffentliche Kommentar des Generalmajor in Afghanistan sei „unangemessen“.

Eine Aussage zur afghanischen Regierung kostete Peter Fuller den Job. dpa

Eine Aussage zur afghanischen Regierung kostete Peter Fuller den Job.

KabulNach öffentlicher Kritik am afghanischen Präsidenten Hamid Karsai ist ein US-Kommandeur in Afghanistan entlassen worden. Generalmajor Peter Fuller sei wegen „unangemessener öffentlicher Kommentare“ von seinen Aufgaben entbunden worden, teilte die NATO-geführte Afghanistantruppe ISAF am Freitag mit. Der Vize-Kommandeur der Ausbilder der afghanischen Armee hatte der afghanischen Führungsriege im Online-Magazin „Politico“ Realitätsferne vorgeworfen. Diese sei sich nicht über den hohen finanziellen und menschlichen Einsatz der USA in ihrem Land im Klaren.

Auf jüngste Äußerungen Karsais, dass Afghanistan im Falle eines Krieges zwischen den USA und Pakistan sich auf die Seite des pakistanischen Nachbarn stellen würde, reagierte Fuller verärgert: Für den Fall, dass Afghanistan Präsidentschaftswahlen abhalte, hoffe er, dass „sie einen Kerl bekommen, der sich in der Öffentlichkeit besser artikulieren kann“. Die afghanische Regierung sei „realitätsfern“.

Der US-Oberkommandierende in Afghanistan, John Allen, bezeichnete die Äußerungen Fullers in einer Erklärung als „unglücklich“. Sie spiegelten weder die „solide Beziehung“ der USA mit der Regierung Karsais wider noch den gemeinsamen Erfolgswillen, Afghanistan zu einem „stabilen, friedlich und blühenden“ Land zu machen. Ein Sprecher von Verteidigungsminister Leon Panetta teilte mit, der Minister stehe voll hinter der Entscheidung Allens. Im vergangenen Jahr war der damalige US-Oberkommandierende in Afghanistan, Stanley McCrystal, wegen kritischer Äußerungen über US-Präsident Barack Obama und dessen Beraterstab entlassen worden.

Von

afp

Kommentare (5)

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Fat_Bob_ger

05.11.2011, 13:25 Uhr

Die Wahrheit ist eine schreckliche Waffe und der, der sie ausspricht muss mit Konsequenzen rechnen. Herr Karsei und seine korrupte Drogenschmugglerbande ist nicht einen einzigen Blutstropfen eines dt. oder usamerikanischen Soldaten wert. Herr ´Generalmajor Fuller, sie haben meinen größten Respekt. (PS: Unsere Soldaten wissen besser was sie nicht sagen dürfen)

black

30.07.2012, 15:30 Uhr

stabil, friedlich, blühend ?...mit Sicherheit.

Pequod

02.09.2012, 16:03 Uhr

So hätten die U.S.A. besser Generalmajor Fuller beför-
dern und ihn mit den höchsten Orden auszeichnen sollen,
weil er als einer der Wenigen erkannt hat, daß in
Afghanistan mit westlichen Geldern die zukünftigen
Besatzungstruppen für die U.S.A. und die westliche
Welt ausgebildet werden.

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