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28.07.2012

11:11 Uhr

Realwirtschaft

Außer in der Mode ist Italiens Industrie abgehängt

VonKatharina Kort

Immerhin rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Italien werden in der Industrie erwirtschaftet. Trotzdem hat sie dauerhaften Schaden genommen. Die Politik hätte gezielt eingreifen müssen.

Die Fashion Week in Rom. dpa

Die Fashion Week in Rom.

RomItalien rühmt sich immer noch, ein Industrieland zu sein - immerhin erwirtschaftet der Sektor 19,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Vor zehn Jahren sah das anders aus: "Da dachten noch alle, Italien würde seine gesamte Industrie verlieren und eine Art Florida Europas werden", sagte jüngst Victor Massiah, Chef der UBI Banca. "Aber wir haben unsere Industrie behalten und uns erfolgreich auf das höhere Segment konzentriert." Gerade die Textilindustrie sei dafür ein Beispiel. Das Billigsegment ist zwar abgewandert, aber die hochwertige Mode wird weiterhin in Italien hergestellt.

Dennoch hat auch Italiens Industrie gelitten. In der Krise 2008 ist die Produktion des verarbeitenden Gewerbes - wie überall in Europa - stark eingebrochen. Seither geht es auf und ab: Nach einer kurzen Erholung folgte ein erneuter Rückgang. Zuletzt gab es wieder einen Hoffnungsschimmer: Im Mai legte die Industrieproduktion überraschend um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, und der Export ist im Mai gegenüber dem Vorjahr um fast fünf Prozent gestiegen.

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Realwirtschaft - das galt über viele Jahre als rückwärtsgewandt. Dienstleistungen sollte die Zukunft gehören. Spätestens durch die Krise hat sich gezeigt: Die EU-Staaten brauchen dringend eine Re-Industrialisierung.

Das kann alles aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Italien in den vergangenen Jahren in der weltweiten Rangliste der Industrienationen abgerutscht ist: Rangierte das verarbeitende Gewerbe des Landes laut Industrieverband Confindustria 2007 noch auf Rang fünf weltweit, so ist inzwischen die Konkurrenz aus Brasilien, Indien und Südkorea vorbeigezogen. Heute kommt Italiens Industrie noch auf 3,3 Prozent Weltmarktanteil.

Im Vergleich zur deutschen Industrie ist die italienische weniger effizient - trotz geringerer Lohnkosten. Wenigen Großunternehmen stehen Tausende von kleinen bis mittelgroßen Firmen gegenüber, die sich innerhalb einer Branche oft in sogenannten "Distretti" zusammentun: Bezirken, in denen sich die Hersteller gegenseitig zuliefern und helfen. Solche Bezirke gibt es nicht nur für die Textilbranche, sondern auch in der Möbelindustrie oder der Medizintechnik. Viele Unternehmen sind allerdings zu klein, um nennenswert in Forschung und Entwicklung investieren zu können, was zur geringeren Effizienz beiträgt.

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In Frankreich wird um jeden Standort gekämpft: Während sich Präsident Hollande dazu entschlossen hat, die Steuern zu erhöhen und Sozialabgaben zu senken. Er will der Präsident des Wiedererstarkens der Industrie werden.

Was in Italien im Gegensatz zu Frankreich in den vergangenen Jahren komplett gefehlt hat, ist eine gezielte Industriepolitik - wie auch die Confindustria bemängelt. Größere Sorgen als die Industrie macht der Regierung in Rom aber die Staatsverschuldung. Ohne Zinszahlungen für seinen Schuldenberg von 120 Prozent des BIP würde Italien einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften.

Kommentare (2)

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Golo123

28.07.2012, 11:53 Uhr

Mir würde auf Anhieb keine Marke aus I einfallen; die ich unbedingt kaufen müßte!
Schuhe sind Lloyds, Anzüge kauft man bei Boss oder Desch, Auto´s Audi oder VW, Haustechnik - da mache ich nur einen Bogen um Marken wie Zanker oder Zanussi, auch hier wird in D wertiges und haltbares gefertigt!

Auf Super-Mario strengt euch an!

Sebi

28.07.2012, 12:20 Uhr

Und den Deppenapostroph für den Plural kriegt man bei Golo123.

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