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14.06.2015

21:34 Uhr

Rebellen aus dem Jemen

Huthis nehmen an Friedensgesprächen teil

Seit Wochen bemühen sich die Vereinten Nationen, die Kriegsgegner aus dem Jemen an den Verhandlungstisch zu bringen. Mit Verzögerung rückt der Beginn der Gespräche nun offenbar doch in greifbare Nähe.

Friedensgespräche sollen die vertrackte Situation im Jemen lösen. Die Huthis sind mit von der Partie. AFP

Huthi-Rebellen in Sanaa

Friedensgespräche sollen die vertrackte Situation im Jemen lösen. Die Huthis sind mit von der Partie.

SanaaDie Chancen für Jemen-Friedensgespräche sind gestiegen. Mit einem Tag Verspätung brach am Sonntag auch eine Delegation der schiitischen Huthi-Rebellen zur UN-Konferenz nach Genf auf. Vertreter der Exilregierung um Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi sind bereits seit Samstag in der Schweiz.

Die Huthis beherrschen große Teile des Jemen. Sie sind verbündet mit Anhängern des ehemaligen jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih und erhalten Unterstützung vom Iran. Hadi floh Ende März vor dem Vormarsch der Huthis nach Saudi-Arabien, das kurz danach Luftangriffe gegen die Rebellen startete. Die Kämpfe stiften Chaos im Land, Millionen Menschen leiden Not.

Der erste Versuch einer UN-Friedenskonferenz war Ende Mai gescheitert. Nach Zusagen beider Seiten hatten die Vereinten Nationen den 14. Juni als neuen Termin angesetzt. Doch flogen die Huthis nicht wie geplant am Samstag nach Genf, stattdessen erhoben sie politische Bedenken. Denn der Ministerpräsident der Exilregierung, Chaled Bahah, hatte zu Wochenbeginn klargestellt, dass seine Regierung von den Gesprächen ihre Rückkehr an die Macht erwarte.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Am Sonntag hieß es von Seiten der Huthis, die UN hätten sich darauf eingelassen, die Struktur der Gespräche zu erweitern und nicht nur die beiden Kriegsparteien einzubeziehen. Deshalb habe man sich zur Teilnahme an der Konferenz entschlossen. Abdulmalik Agra vom politischen Rat der Huthis sagte, die Delegation schließe die Huthi-Führer Mehdi Maschat und Ali Hamsa al-Huthi ein.

Die Luftangriffe der saudisch geführten Koalition hielten nach Angaben aus Sicherheitskreisen auch am Sonntag an. Am Samstag hatten sie sich vor allem auf Häuser von Anhängern des Ex-Präsidenten Salih in Sanaa konzentriert. Dabei sollen sechs Zivilisten getötet und Dutzende verletzt worden sein

Von

dpa

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