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22.12.2013

21:16 Uhr

Rebellen rücken vor

Uno zieht Personal aus Südsudan ab

Im Südsudan marschieren die Rebellen vor. Die Uno bringt einen Teil ihres Personals in Sicherheit. Washington hält den Konflikt besorgt im Blick. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe.

Die Vereinten Nationen bringen alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter ins benachbarte Uganda in Sicherheit. dpa

Die Vereinten Nationen bringen alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter ins benachbarte Uganda in Sicherheit.

JubaMit einem schnellen Vormarsch der Rebellen spitzt sich die Lage im Südsudan dramatisch zu. Augenzeugen zufolge eroberten die Rebellen am Sonntag wichtige Teile des für die Ölindustrie zentralen Bundeslandes Unity.

Die Vereinten Nationen bringen alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter ins benachbarte Uganda in Sicherheit. Der britische Außenminister William Hague rief am Sonntag seine Landsleute zum Verlassen des krisengeschüttelten Landes auf. Die Regierung werde am Montag ein Flugzeug in die Hauptstadt Juba schicken, um alle Briten außer Landes zu bringen.

Das US-Außenministerium meldete am Sonntagabend, man habe inzwischen etwa 380 US-Bürger und an die 300 Bürger anderer Länder aus dem Südsudan ausgeflogen. Sie seien mit Charter- und Militärmaschinen nach Nairobi oder an andere sicher Orte gebracht worden. Deutschland hat seine Bürger bereits ausgeflogen; Kenia hat Truppen in die Region Jonglei entsandt, um 1600 Kenianer heim zu holen.

Gastbeitrag: „Der Westen darf sich nicht vom Südsudan abwenden“

Gastbeitrag

„Der Westen darf sich nicht vom Südsudan abwenden“

Der Machtkampf der politischen Elite Südsudans eskaliert. Die Bevölkerung ist dringend auf Schutz angewiesen, notfalls mit militärischen Mitteln. Vorrangig sollten die Widersacher aber zu Verhandlungen gedrängt werden.

US-Präsident Barack Obama lässt sich im Hawaii-Urlaub von seinen Sicherheitsberatern in Washington regelmäßig über die Lage im Südsudan informieren, wie das Weiße Haus mitteilte. Am Samstag drohte er den Konfliktparteien, die USA und andere Mitglieder der internationalen Gemeinschaft würden ihre Unterstützung für die junge Nation beenden, wenn es zu einem Militärputsch kommen sollte. Der Südsudan war erst 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Trotz reicher Ölvorkommen leben die meisten Menschen in extremer Armut.

Hintergrund der vor rund einer Woche ausgebrochenen Unruhen ist ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiirs und seinem im Juli entlassenen Stellvertreter Riek Machar. Im Südsudan leben mehrere verfeindete Volksgruppen. Kiir gehört den Dinka an, die die Regierungspartei und frühere Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) dominieren. Sein Rivale Machar ist ein Lou Nuer. Es wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg ethnischer Gruppen ausweiten.

Am Samstag hatten Rebellen bei Bor zwei US-Militärflugzeuge beschossen und zum Abdrehen in Richtung Uganda gezwungen. Dabei seien vier US-Soldaten verletzt worden, bestätigte das Uno-Afrika-Kommando Africom. Die Flieger hatten Zivilisten aus dem Gebiet bergen sollen, wo zuvor bei einem Angriff auf eine UN-Basis 20 Zivilisten sowie zwei indische Uno-Blauhelmsoldaten getötet worden waren.

Blutiger Machtkampf: Mehrere Hundert Menschen sterben im Südsudan

Blutiger Machtkampf

Mehrere Hundert Menschen sterben im Südsudan

Die UN schlägt Alarm über die „extrem angespannte“ Lage im Südsudan. Bei den jüngsten Kämpfen um die politische Macht seien seit Sonntag Tausende vertrieben worden. Hunderte wurden verletzt oder getötet.

Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon riefen zu einer Verhandlungslösung des Konfliktes auf. Alle zivilen Mitarbeiter des UN-Einsatzes UNMISS seien bereits aus Bor in die Hauptstadt Juba verlegt worden, teilte die UN am Sonntag mit. Die UN-Friedenstruppen in Unity und Bor sollen aber verstärkt werden. „Wir verlassen den Südsudan nicht“, sagte die Uno-Sonderbeauftragte Hilde Johnson.

Ein Mitarbeiter der Regierung berichtete am Sonntag, alle Mitglieder der Landesregierung von Unity seien aus der Landeshauptstadt Bentiu geflohen. Dort soll bei einem Angriff ein Parlamentsmitglied getötet worden sein. In einem früheren Bericht war von einem getöteten Regierungsmitglied die Rede gewesen.

Mindestens 500 Menschen sollen in der vergangenen Woche ums Leben gekommen sein. Mehr als 40.000 Menschen suchten inzwischen Zuflucht in Lagern der Vereinten Nationen, sagte Ban Ki Moon am Sonntag bei einem Besuch auf den Philippinen. Die Kapazitäten der Einrichtungen stießen allmählich an ihre Grenzen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sprach von rund 65.000 Flüchtlingen und warnte vor einer humanitären Katastrophe. Diese drohe insbesondere, wenn die humanitären Helfer abgezogen würden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Einsicht

23.12.2013, 11:22 Uhr

Einerseits ist es traurig, was da im Sudan passiert.

Aber bitte, was soll man denn sonst gegen diese Überbevölkerung machen? Der Strom der schwarzen Asylanten wird langsam überkritisch udn was muss denn noch alles geschehen? AIDS alleine kann das Problem nicht lösen, als geht wohkl nur noch ein Krieg?

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