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23.12.2013

16:43 Uhr

Rebellenbündnis

Zentralafrika kritisiert französisches Militär

Der Präsident von Zentralafrika beschuldigt das französischen Militär für die „kaltblütige“ Tötung von drei Mitgliedern der Präsidentengarde. Tausende demonstrierten gegen die Militärpräsenz Frankreichs im Land.

Zentralafrikas Präsident Michel Djotodia erhebt schwere Vorwürfe gegen das französische Militär. AFP

Zentralafrikas Präsident Michel Djotodia erhebt schwere Vorwürfe gegen das französische Militär.

BanguiDer Präsident der Zentralafrikanischen Republik hat den französischen Truppen in seinem Land die „kaltblütige“ Tötung dreier Ex-Rebellen vorgeworfen. Bei den Opfern habe es sich um jetzige Mitglieder der Präsidentengarde gehandelt, sagte am Montag der Sprecher von Übergangspräsident Michel Djotodia, Guy Simplice Kodeque, der Nachrichtenagentur AFP. Soldaten der afrikanischen Truppe MISCA lösten am Montag Proteste gegen Djotodia gewaltsam auf, ein Mensch wurde dabei getötet.

Die drei Ex-Kämpfer des früheren Rebellenbündnisses Séléka waren am Sonntag in der Hauptstadt Bangui erschossen worden. Nach Angaben der französischen Armee eröffneten Soldaten ihrer Sangaris-Mission das Feuer, um sich gegen mutmaßliche Ex-Rebellen zu verteidigen, als diese ihre Waffen auf sie richteten. Kodeque widersprach nun dieser Darstellung. „Sie wurden kaltblütig von Mitgliedern der Sangaris-Truppen getötet“, sagte er. Die Mitglieder der Präsidentengarde seien erschossen worden, obwohl sie sich ausgewiesen und ihren Einsatzbefehl präsentiert hätten. Er sprach von einer vorsätzlichen Tat.

Der Vorfall löste Proteste gegen die französische Militärpräsenz im Land aus. Mehrere tausend Séléka-Anhänger gingen am Sonntag auf die Straße. Die Demonstranten versammelten sich im Zentrum der Hauptstadt Bangui und marschierten friedlich auf einer Hauptstraße zu einem muslimischen Viertel.

In der Zentralafrikanischen Republik herrscht Chaos, seit das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Séléka im März Staatschef François Bozizé stürzte. Rebellenchef Djotodia wurde Übergangspräsident und löste die Séléka auf, die Gewalt zwischen Muslimen und Christen hält aber unvermindert an. Frankreich ist derzeit mit 1600 Soldaten in dem Land im Einsatz, um gemeinsam mit der afrikanischen Truppe MISCA der Gewalt ein Ende zu bereiten.

Am Montag wurden Proteste gegen Staatschef Djotodia in Bangui gewaltsam aufgelöst. Hunderte mehrheitlich christliche Demonstranten forderten den Rücktritt Djotodias und den Abzug der tschadischen Truppen der MISCA. Als sich tschadische Soldaten der Menge am Morgen in zwei Geländewagen näherten, bewarfen Protestierende sie mit Steinen. Diese gaben als Reaktion Schüsse in die Luft und in Richtung der Menge ab.

Bei dem Vorfall wurden mindestens ein Mensch getötet und etwa vierzig weitere verletzt. Drei von ihnen seien in einem kritischen Zustand, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen mit. Französische Soldaten griffen schließlich ein, um sich um die Opfer zu kümmern. Die Einwohner der christlich geprägten Hauptstadt werfen den Soldaten aus dem Tschad eine Komplizenschaft mit den Ex-Séléka-Rebellen vor.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden seit Anfang Dezember durch Gewalttaten christlicher und muslimischer Milizen in der Zentralafrikanischen Republik etwa tausend Menschen getötet. Die meisten von ihnen seien bei Racheakten der mehrheitlich muslimischen Rebellen der früheren Séléka für Verbrechen christlicher Milizen umgebracht worden.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.12.2013, 19:41 Uhr

Wie kann als Soldat so doof sein und riskieren sich für Zentralafrika in den Kopf schießen zu lassen.

Dümmer geht´s nimmer.

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