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11.06.2014

05:01 Uhr

Rebellenkämpfe in Syrien

„Krieg im Krieg“ spielt Assad in die Hände

Abgesehen vom Kampf gegen Präsident Assad waren sich die Rebellengruppen in Syrien wohl noch nie einig. Doch inzwischen führen sie auch untereinander Krieg. Im Zentrum steht dabei eine von al-Qaida abgespaltene Gruppe.

Kämpfer der extremistischen Organisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) marschieren in einer syrischen Stadt auf. Die Gruppe kämpft zunehmend gegen andere syrische Rebellengruppen. (undatiertes Foto, erschienen auf der Website einer militanten Gruppe im Januar 2014) ap

Kämpfer der extremistischen Organisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) marschieren in einer syrischen Stadt auf. Die Gruppe kämpft zunehmend gegen andere syrische Rebellengruppen. (undatiertes Foto, erschienen auf der Website einer militanten Gruppe im Januar 2014)

Die Bevölkerung in Syrien hat längst nicht mehr nur unter einem Krieg zu leiden. Gegen die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad treten Rebellen aus zahlreichen Splittergruppen an - und sie führen seit Monaten einen „Krieg im Krieg“.

In dessen Zentrum steht die von al-Qaida abgespaltene Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis), die auch unter dem Namen Islamischer Staat im Irak und der Levante bekannt ist, einer Bezeichnung für die Anrainerstaaten des östlichen Mittelmeers. Wegen ihrer Wurzeln im irakischen Widerstand wird die dschihadistisch-salafistische Organisation auch al-Qaida im Irak genannt.

Bei Kämpfen zwischen Isis und anderen, teils auch islamistischen Rebellen sind seit Ende April in der ostsyrischen Provinz Deir al-Sur mindestens 634 Menschen getötet worden. Mindestens 130.000 Menschen seien vor den Kämpfen geflohen, teilte das der Opposition nahestehende Beobachtungszentrum für Menschenrechte am Dienstag mit.

Unter den Opfern in Deir al-Sur sind den Angaben zufolge 354 Rebellen, darunter 241 Isis-Kämpfer, 39 Zivilisten sowie viele Mitglieder der Nusra-Front. Jene hatte al-Qaida-Anführer Eiman al-Sawahiri 2013 zum offiziellen al-Qaida-Vertreter in Syrien erklärt.

Islamismus im Netz

Mehr als 20.000 Accounts

Die Twitter-Studie der Dschihadismusforscher Ali Fisher und Nico Prucha

Netznutzung der Islamisten

In der Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), die unter anderem die Bundesregierung in außenpolitischen Fragen berät, befassen sich mehrere Autoren damit, wie sich die Netznutzung ,moderner Dschihadisten' entwickelt.

Radikale Ansichten

Der Arabist, Buchautor und Journalist Yassin Musharbash bloggt in deutscher Sprache über Islamismus, Islamophobie und Nahostpolitik.

Der weltweite Dschihad

Jihadica, ein Blog des Center for Strategic Studies der John Hopkins Universität, dokumentiert regelmäßig und fundiert die Entwicklung des Dschihadismus.

Verschiedene Rebellengruppen liefern sich seit Monaten einen „Krieg im Krieg“ mit Isis. Als Auslöser gelten Vorkommnisse in von Isis unterhaltenen Geheimgefängnissen: Die Organisation soll dort im Januar mehrere bedeutende syrische Aktivisten ermordet haben. Zudem wirft Isis dem al-Qaida-Führer al-Sawahiri vor, er habe sich von den "Grundsätzen des Heiligen Kriegs" entfernt.

Seither wurden nach Angaben des Beobachtungszentrums mehr als 6000 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen den Rebellengruppen getötet. Durch die Gefechte mit den Extremisten wurden die der syrischen Opposition nahestehenden Rebellenverbände stark geschwächt, was Präsident Baschar al-Assad im Bürgerkrieg in die Karten spielt.

Isis hat die Offensive der Provinz gestartet, um zum einen die an Ölvorkommen reiche Region unter ihre Kontrolle zu bringen und sie zum anderen mit den bereits von ihr kontrollierten Gebieten im angrenzenden Irak zu verbinden. Dort nahmen Kämpfer der Gruppe am Dienstag Teile Mosuls ein, die zweitgrößte Stadt des Iraks.

Kommentare (1)

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11.06.2014, 08:28 Uhr

Im Krieg um Syrien werden Gruppen von Erdogan unterstützt , die einen Gottesstaat in Syrien errichten wollen. Die
Sehnsucht nach einem neuen Osmanischen Reich mit Kopftuch,Burka und Gottesfürchtig ist genau so stark bei Erdogan vorhanden, wie für Putin ein starkes Russland.

Der neue "Osmanische " Flughafen für 150 Millionen Passagiere pro Jahr und Baukosten von 22 Milliarden Euro
wird der Leuchturm der Türkei werden , der andere Länder
anziehen soll. Warum baut ein kleines Land wie die Türkei sonst den größten Flughafen der Welt?Die Kurdengebiete in Syrien und im Irak, wird
sich Erdogan auch bald holen. Als Schutzraum gegen Islamisten.In Wirklichkeit aber um die freien Kurden wieder
unter Kontrolle zu haben. An seiner Seite Deutsche Politiker, die unsere Soldaten für Erdogans Zwecke in der Türkei einsetzen.

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