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12.10.2014

18:53 Uhr

Recherchen im Kurdengebiet

Türkei nimmt drei deutsche Journalisten fest

Drei deutsche Journalisten wollten im Südosten der Türkei recherchieren, wurden aber von der Polizei festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, als Provokateure aufgetreten zu sein. Die deutsche Botschaft ist eingeschaltet.

Die deutsche und die türkische Fahne in Berlin am Potsdamer Platz vor dem Hotel Ritz Carlton: Vorwurf der Provokation. dpa

Die deutsche und die türkische Fahne in Berlin am Potsdamer Platz vor dem Hotel Ritz Carlton: Vorwurf der Provokation.

Die türkische Polizei hat nach Angaben von Journalistenkollegen und Aktivisten drei Fotoreporter aus Deutschland festgenommen. Es handle sich um die freien Journalisten Christian Grodotzki, Björn Kietzmann und Martin Neugebauer, teilte eine Gruppe von Unterstützern am Sonntag mit. Sie seien am Vorabend während Recherchen in Diyarbakir im Südosten der Türkei festgenommen worden. Die Organisation Reporter ohne Grenzen und kurdische Aktivisten in Deutschland bestätigten die Festnahmen.

Nach Angaben der Unterstützergruppe arbeiteten die Fotografen für eine Agentur sowie für mehrere Zeitungen und Zeitschriften. Ihnen werde vorgeworfen, als „Provokateure“ aufgetreten zu sein. Es sei geplant, sie einem Richter vorzuführen. Außer den deutschen Fotoreportern seien zwei weitere ausländische Journalisten festgenommen worden.

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Ob Syrien oder Ukraine: Ohne Kriegsreporter wüsste die Welt nicht, wie es in Krisengebieten aussieht. Ihr Alltag besteht aus Tod und Gewalt – und enormen Belastungen. Umso wichtiger ist die Vorbereitung.

Die Bundesregierung bestätigte die Angaben indirekt. „Die deutsche Botschaft in Ankara ist eingeschaltet und steht sowohl mit den betroffenen Staatsangehörigen als auch den zuständigen Behörden in Kontakt“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin auf Anfrage. Die Botschaft bemühe sich um rasche Aufklärung.

Die Bevölkerung Diyarbakirs ist überwiegend kurdischstämmig. In den vergangenen Tagen hatte es in mehreren Städten der Türkei Proteste von Kurden gegeben. Sie richteten sich gegen die Zurückhaltung der Regierung angesichts des Vormarschs der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in den nordsyrischen Kurdengebieten rund um die Stadt Kobane.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen prokurdischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden nach Regierungsangaben in der vergangenen Woche 31 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt. Ankara ließ zwar vom Parlament grundsätzlich einen Militäreinsatz in Syrien billigen, lehnt es aber bislang ab, im Alleingang Bodentruppen zu entsenden.

Kietzmann, der seit 2009 als freiberuflicher Fotoreporter arbeitet, gehört dem Berufsverband Freelens an. Er schrieb am Samstag auf Twitter: „Zusammen mit 2 weiteren dt. Journalisten im türkischen #Diyarbakir festgenommen, weil wir über kurdische Proteste berichten wollten.“ Grodotzki gehört der Fotografen-Kooperative „Visual Rebellion“ an und gewann unter anderem 2013 den „dpa News Talent Award“. Neugebauer, ebenfalls von „Visual Rebellion“, hat unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“, den „Spiegel“ sowie den „Tagesspiegel“ und die „taz“ gearbeitet.

„Reporter ohne Grenzen“ stellt fest, dass sich die Lage für Kriegsreporter verschlechtert hat. „Durch asymmetrische Kriege ist es heute für Journalisten schwerer geworden, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden“, sagt Pressereferentin Silke Ballweg. Journalisten würden häufiger als früher entführt, um Forderungen an die Heimatländer der Reporter stellen zu können. Auch inszenierte Hinrichtungen von Journalisten als Druckmittel seien neu.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Woifi Fischer

13.10.2014, 09:11 Uhr

So also sieht die Freundschaft zwischen der Türkei und der BRD aus!

Keine Politischen Aufmärsche mehr für Türkische Politiker und deren Parteien in der BRD.

Basta.

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