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06.05.2011

13:50 Uhr

Rede bei Uno

Clinton warnt vor hohen Lebensmittelpreisen

Vor Nahrungsmittelknappheit und steigenden Preisen für Lebensmittel hat US-Außenministerin Clinton jetzt gewarnt. Laut der Uno haben die hohen Preise schon 44 Millionen Menschen in die Armut getrieben.

Die Preise für Lebensmittel steigen. Quelle: dapd

Die Preise für Lebensmittel steigen.

Rom US-Außenministerin Hillary Clinton hat vor den destabilisierenden Auswirkungen von Nahrungsmittelknappheit und Preissteigerungen bei Lebensmitteln gewarnt. "Wir müssen handeln", sagte Clinton am Freitag bei einem Treffen der in Rom ansässigen UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Ein schnelles Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft sei notwendig.

Noch sei die Lage nicht so dramatisch wie vor vier Jahren, sagte Clinton weiter. Jetzt nicht zu handeln, hätte jedoch schwere Konsequenzen. Exportverbote, wie sie in der letzten Krise von einigen Ländern ausgesprochen worden seien, böten jedoch keine Lösung, sondern verschlimmerten die Lage nur. Clinton hatte am Donnerstag am dritten Treffen der Libyen-Kontaktgruppe in Rom teilgenommen.

Nach dem am Donnerstag veröffentlichten monatlichen Preisindex der FAO blieben die Preise für Lebensmittel im April weltweit hoch. Vor allem auf dem Getreidesektor seien starke Preissteigerungen zu verzeichnen gewesen, während die Preise für Milchprodukte, Zucker und Reis sanken. Öl und Fleisch blieben laut FAO in etwa stabil. Der Lebensmittelpreisindex der Organisation stieg daher im Vergleich zum März nur leicht um 0,9 Prozent auf 232 Punkte. Er lag aber dennoch 36 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Auf den Malediven kam es am Freitag in der Hauptstadt Malé zu heftigen Protesten gegen die Regierung wegen der Verteuerung der Nahrungsmittel. Hunderte Menschen forderten laut örtlichen Medien den Rücktritt des Präsidenten des Inselstaates, Mohamed Nasheed.

Rekordsteigerungen bei Nahrungsmittelpreisen hatten Anfang des Jahres in dem von Nahrungsmittelimporten abhängigen Algerien für Unruhen gesorgt. Auch bei den vorherigen Protesten in Tunesien, die schließlich zum Sturz des Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali führten, spielten hohe Preise eine wichtige Rolle.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass wegen der gestiegenen Preise seit vergangenem Juni rund 44 Millionen Menschen in die Armut abgerutscht sind. 2007 und 2008 war es wegen stark gestiegener Preise zu Ausschreitungen in zahlreichen Entwicklungsländern gekommen.

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