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14.07.2011

18:16 Uhr

Rede vor dem Kongress

Bernanke irritiert die Märkte

VonRolf Benders, dpa , Reuters

Am Mittwoch hatten die Märkte nach Äußerungen Bernankes auf eine baldige geldpolitische Lockerung gehofft. Doch nun rudert der Fed-Chef wieder zurück.

FED-Chef Ben Bernanke Quelle: AFP

FED-Chef Ben Bernanke

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat am Donnerstag die Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gedämpft. Die Zentralbank sei „zum jetzigen Punkt“ nicht für weitere Maßnahmen vorbereitet, sagte er vor einem Kongressausschuss. "Angesichts der großen Unsicherheit darüber, wie sich die Konjunktur entwickeln wird, halten wir uns alle Optionen, sowohl eine straffere als auch eine lockerere Geldpolitik, offen", so Bernanke.

Der Dollar reagierte mit Kursgewinnen auf die Nachricht. Noch am Vortag hatte der Dollar gegenüber dem Euro mehr als einen Cent nachgegeben. Grund dafür waren Äußerungen Bernankes, die an den Märkten als Signal für eine baldig geldpolitische Lockerung interpretiert wurden. Bernanke hatte gesagt: "Es bleibt die Möglichkeit, dass die aktuelle konjunkturelle Schwäche sich als dauerhafter erweist als erwartet und erneut deflationäre Risiken auftauchen, die die Notwendigkeit für weitere geldpolitische Unterstützungen nach sich ziehen." Die Fed stehe dafür bereit. Eine Maßnahme könnte der neuerliche Ankauf von Anleihen sein.

Dies war an den Märkten so verstanden worden, als plane die Fed sehr bald zusätzliche Konjunkturhilfen. Offenbar versucht Bernanke mit seinen neuerlichen Äußerungen nun diese Wahrnehmung zu korrigieren.

Er begründete seine derzeitige Zurückhaltung auch mit der Entwicklung der Inflation, die inzwischen „höher“ und „näher“ am informellen Zielbereich der Zentralbank sei. „Die Situation ist komplexer“, sagte er am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des Senats. „Wir sind unsicher, wie sich die Wirtschaft auf kurze Sicht entwickelt.“

Er zog überdies die Wirkung eines dritten, milliardenschweren Programm zum Ankauf von Anleihen in Zweifel. "Er tritt ein wenig von seinen früheren Kommentaren zurück, die die Leute dazu veranlasst hatten, wegen der Sorge vor einem weiteren Anleiheankaufprogramm Dollar zu verkaufen", sagte John Doyle, Experte bei Tempus Consulting.

Die Fed hat bereits zwei solcher Programme - im Fachjargon „Quantitative Lockerung“ oder „Quantitative Easing“ - durchgeführt.

Kommentare (6)

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Marward

14.07.2011, 19:15 Uhr

Na das wird ja vielleicht eine Überraschung
Eigenlich soll doch der Euro früher kollabieren
Aber die USA haben eh schon lange ein Insolvenzverfahren eingeplant
Die Dominosteine werden sehr bald weltweit anfangen umzufallen

KeinDR.

14.07.2011, 19:44 Uhr

Da hat ein Herr Bernanke wohl vergessen in sein Portemonnaie zu schauen bevor man was sagt!

Regulator

14.07.2011, 20:12 Uhr

Die Situation wird zunehmend brisanter. Die Griechenland- Krise mutiert zur allgemeinen Euro-Krise, die politischen Akteure verhalten sich abwartend, in den USA steht als Krisen Termin der 2. August ins Haus, die Akteure sind bis ins Fundament zerstrittend. Herr Bernake zieht es vor sich zu verhalten wie eine janusköpfige Sybille. Man kann nur noch staunen ob der Rasanz wie sich die Dinge in Richtung
Kulmination, Höhepunkt und eventuell "Neustart" entwickelt.

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