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20.05.2011

02:38 Uhr

Rede zum Nahen Osten

Obama fordert neue Nahost-Verhandlungen

Demokratiebewegung, Bürgerkrieg, Unterdrückung - im Nahen Osten brodelt es. Das bedeutet Hoffen und Bangen für die USA. Jetzt wagt Obama einen ersten Wurf - ein riskantes Unternehmen. Und sorgte für eine Sensation.

Obama sagt arabischen Völkern Unterstützung zu

Video: Obama sagt arabischen Völkern Unterstützung zu

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WashingtonLange hat US-Präsident Barack Obama gezögert. Was derzeit in Nahost und Nordafrika passiert, ist durchaus mit dem Fall der Mauer vor 20 Jahren zu vergleichen. Die Folgen der Demokratiebewegung und des Bürgerkrieges in Libyen sind unkalkulierbar. Doch trotz aller Unwägbarkeiten wagt es der Präsident der „Weltmacht Nummer eins“, jetzt erste Pflöcke einzuschlagen. Für Israel könnte das misslich werden.

Auf den ersten Blick ist Obamas Credo einfach und uramerikanisch: Der Wandel macht Hoffnung, die Zeit der Diktatoren ist vorbei, Demokratie ist im Vormarsch. „Durch die moralische Kraft der Gewaltlosigkeit hat die Bevölkerung der Region in sechs Monaten mehr Wandel erreicht als Terroristen in Jahrzehnten.“ Doch die Probleme beginnen im Kleingedruckten. Zwei Monate Bürgerkrieg in Libyen, Syriens Machthaber Baschar al-Assad geht trotz Warnungen mit aller Brutalität gegen Demonstranten vor - hier versagen Obamas einfache Formeln.

Auszüge aus Obama-Rede: „Wer reformiert, hat unsere Unterstützung“

Auszüge aus Obama-Rede

„Wer reformiert, hat unsere Unterstützung“

US-Präsident Obama sorgt mit seiner Forderung nach Grenzen Israels und Palästina von 1967 für eine Sensation. Auch zu Bin Laden und zum arabischen Frühling äußert er sich. Auszüge aus der Rede.

Der kniffligste Aspekt: Der stagnierende Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern. Energisch kanzelt Obama die Palästinenser ab, die die Anerkennung ihres Staates in der UN vorantreiben. „Symbolische Aktionen, Israel in den Vereinten Nationen im September zu isolieren, werden keinen unabhängigen Staat schaffen“. Dann wettert er gegen Hamas, weil sie Israel nicht anerkennt. Doch dann fällt ein Satz, den viele aus Obamas Mund nicht erwartet hätten. Plötzlich spricht er von den Grenzen eines künftigen Palästinas und Israels öffentlich „auf den Linien von 1967“, einschließlich dem möglichen Austausch von Gebieten.

Führende US-Medien, wie etwa die „New York Times“, waren sich schnell einig, dass Obama damit die Grenzen vor dem Sechstagekrieg im Juni 1967 meint - obwohl er das nicht ausdrücklich gesagt hat. Eine Sensation, ein Tabubruch? Es heißt, es sei weniger die Absicht Obamas, sich „auf die Seite der Palästinenser zu schlagen“. Vielmehr wolle er Israel lediglich signalisieren, dass sich die Regierung endlich bewegen soll.

Kaum ein Zufall, das Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu just für diesen Freitag im Weißen Haus angesagt ist. Da dürfte Tacheles geredet werden. Für Netanjahu sind die Grenzen von 1967, als Israel im Sechstagekrieg weite Teile arabischen Gebiets eroberte, die „rote Linie“, die nicht überschritten werden dürfe. Längst ist es ein offenes Geheimnis, dass sich Obama und Netanjahu nicht über den Weg trauen - weiterer Streit scheint vorprogrammiert.

Dann ist da noch der „Bin-Laden-Faktor“. „Bin Laden war kein Märtyrer. Er war ein Massenmörder“, sagte Obama nicht ohne Genugtuung in der Stimme. Beinahe siegestrunken waren Regierung und Amerikaner, als der Tod des Al-Kaida-Terrorchefs verkündet wurde. Jetzt will Obama die „Bin-Laden-Dividende“ einfahren. Er hofft, dass Al Kaida schwer angeschlagen ist, dass sich Sympathisanten absetzen, dass die Demokratiebewegung zugleich eine Niederlage für den islamischen Fundamentalismus bedeutet.

Kommentare (4)

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Luegenmessias

19.05.2011, 20:00 Uhr

Politische Umbrüche, so wie die letzteren von CIA provozierten ????
Als nächstes Ziel steht beim Lügenmessias Syrien auf der Liste - wohlan zum provozieren des 3. Weltkriegs.....
Obama, muslimischer Herkunft mit gefälschter Geburtsurkunde verrät sogar in Zukunft seine muslimischen "Brüder".....

daniel

19.05.2011, 21:43 Uhr

Erst nachdenken bevor man etwas kommentiert.

Account gelöscht!

20.05.2011, 00:03 Uhr

Glaubt ihr wirklich, daß die Hamas amerikanischen Judas Pferden nach läuft?
Der sieht ja nicht mal so aus wie sie selbst.
Der sieht aus wie ein ehem. Baumwollplantagen Sklave. Glaubt ihr wirklich, daß ihr damit Irgendjemand einfangen könnt? Der schreckt eher ab als zu locken.

Damit könnt ihr höchstens Dummmichels einfangen.
Aber recht habt ihr, an Euromilliarden ist noch keiner gestorben. Und Niemand hatte ernsthaft vor, mit Obama Palästinenser und Co einzufangen.









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