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29.01.2008

07:30 Uhr

Rede zur Lage der Nation

Bescheidene Ziele

VonMarkus Ziener

George W. Bush hat seine letzte Rede zur Lage der Nation gehalten. All zu sehr vertraut wirkte vieles von dem, was er sagte und schnell wurde klar, dass er im letzten Jahr seiner Präsidentschaft das Rad nicht mehr neu erfinden will. Viel Aufmerksamkeit konnte er sowieso nicht auf sich lenken. Beachtung fanden andere.

Zum letzten Mal: US-Präsident George W. Bush hält eine Rede zur Lage der Nation. Foto: Reuters

Zum letzten Mal: US-Präsident George W. Bush hält eine Rede zur Lage der Nation. Foto: Reuters

WASHINGTON. In den Medien hatte Barack Obama nur Stunden zuvor Bush die Schau gestohlen. An der American University in Washington holte sich Obama die öffentliche Unterstützung von einer der Ikonen der Demokratischen Partei – von Ted Kennedy. Der 75-Jährige erklärte öffentlich seine Sympathie für Obama. Danach liefen die Soundbites des Kennedy-Endorsements in den Nachrichten im 10-Minuten-Takt.

Doch auch wenn die Kameras immer wieder auf Obama und Hillary Clinton schwenkten und dabei festhielten, ob diese sich nun die Hand gaben oder nicht, so galt der Respekt dem Präsidenten. Viel Beifall erhielt Bush bei seinem letzten Auftritt zu diesem Anlass - aus beiden Lagern. Das Amt des amerikanischen Präsidenten ist so heilig, dass es selbst durch die polarisierende Präsidentschaft von Bush nicht nachhaltig beschädigt werden darf. Und als Bush von seiner Friedensagenda sprach, von den Bemühungen zur Demokratisierung und von der Aufgabe, Sicherheit zu schaffen – da applaudierten selbst politische Gegner wie John Kerry, der bei den Wahlen 2004 gegen Bush noch verlor.

Zum zweiten Mal saßen nun Vizepräsident Dick Cheney und die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, neben und hinter dem Präsidenten als dieser seine Rede hielt. Es ist noch immer ein Bild, das hinschauen lässt, so ungewöhnlich ist diese Kombination. Erst der Sieg der Demokraten bei den Kongresswahlen im Herbst 2006 hatte diese neue Sitzordnung erzwungen. In den Jahren zuvor waren beide Häuser des Kongresses fest in der Hand der Republikaner.

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