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23.01.2012

00:56 Uhr

Referendum

Kroatien wird EU-Land - mit wenig Begeisterung

Kroatiens Bürger haben Ja zum EU-Beitritt gesagt. Das Adrialand wird damit das 28. Mitglied der Europäischen Union. Doch das Interesse an der Abstimmung war erschreckend gering.

Rund zwei Drittel stimmten nach ersten Auszählungen der Stimmzettel dafür, dass Kroatien am 1. Juli 2013 das 28. Mitglied der Union wird. dpa

Rund zwei Drittel stimmten nach ersten Auszählungen der Stimmzettel dafür, dass Kroatien am 1. Juli 2013 das 28. Mitglied der Union wird.

Zagreb/BrüsselKroatien hat seinem Beitritt zur Europäischen Union zugestimmt. Mehr als zwei Drittel befürworteten bei einem Referendum am Sonntag diesen Schritt, berichtete die staatliche Wahlkommission in Zagreb nach Auszählung fast aller Wahllokale. Das teilte die staatliche Wahlkommission nach dem Referendum am Sonntag in Zagreb mit.

Rund zwei Drittel stimmten nach ersten Auszählungen der Stimmzettel dafür, dass ihr Land am 1. Juli 2013 das 28. Mitglied der Union wird. Die Ratifizierung des Beitrittsvertrages durch alle bisherigen EU-Staaten gilt als Formsache. Allerdings muss der Adriastaat bis zu diesem Zeitpunkt noch einige schmerzhafte Wirtschaftsreformen umsetzen. Dazu gehört die Sanierung der maroden Werftindustrie, in der tausende Beschäftigte arbeitslos werden dürften.

Die Europäische Union hat Kroatien zu seinem Votum für einen EU-Beitritt beglückwünscht. Das positive Referendum sei zugleich ein „klares Signal an die gesamte Region in Südosteuropa“, sagten Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in einer gemeinsamen Erklärung, die am Sonntagabend in Brüssel verbreitet wurde. „Es zeigt, dass die EU-Mitgliedschaft mit politischem Mut und entschlossenen Reformen in Reichweite kommen kann“, heißt es. „Die heute positive Entscheidung ist daher eine gute Nachricht für Kroatien, für die Region und für Europa.“

Die Wahlbeteiligung erreichte mit nur 43,6 Prozent allerdings einen Tiefstand. Schon an der Parlamentswahl im Dezember hatten nur 56 Prozent der 4,5 Millionen Wahlberechtigten teilgenommen.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

22.01.2012, 22:16 Uhr

Noch ein Land mehr für das wir bezahlen dürfen. Der Irrsinn geht weiter. Unglaublich!

Account gelöscht!

22.01.2012, 23:17 Uhr

Alles geht seinen geplanten Gang. Mein Glückwunsch!

7Rings

22.01.2012, 23:26 Uhr

Das ist immer das Tolle an Abstimmungen. Man zählt die Nichtwähler einfach zu den Pro abgegeben Stimmen. Wenn 50% nicht wählen waren, sind doch automatisch weniger als 50% der Bevölkerung für die EU. Damit hat man keine Mehrheit, tut aber so als ob. Man ignoriert einfach die Nichtwähler. So ist es auch im Bundestag. Wenn eine Partei 36% der Stimmen erhält, die Wahlbeteiligung aber bei 60% liegt, dann hat man nur absolut 21,6% der Stimmen, nimmt aber prozentual soviele Sitze wahr, als wäre die Wahlbeteiligung bei 100% gewesen. Das ist Betrug. Auch wenn es so im Wahlgesetz steht. Wenn die 40% Nichtwähler gewollt hätten, dass eine Partei ihre Stimme bekommt, so hätten sie ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen können. Gerecht wäre es deshalb, wenn in diesem Falle nur 60% der Sitze vergeben werden und der Rest frei bleibt. Dann hätte eine Stimmenthaltung auch eine Aussage, nämlich die, dass keine Partei die eigenen Ziele vertritt. (Wäre jetzt so, wenn man in Deutschland eine Partei gegen den Euro und das ständige Zahlen für andere Länder/Banken/Bevölkerungen sucht und nicht findet, da nicht vorhanden. Die Überzeugung, dass das Euro-system für Deutschlands Bevölkerung extrem nachteilig ist, wird von keiner Partei vertreten). Klar ist es Ziel der Demokratie und sie funktioniert auch nur, wenn die Leute wählen gehen. Wenn keiner mehr zur Wahl geht, muss aber auch etwas faul an der Demokratie sein. Wenn man erkennt, dass sich durch Wahlen nichts ändert, die Parteien gleichgeschaltet sind, warum soll man noch wählen gehen. Wie hat es ein Amerikaner treffend gesagt: Wenn sich durch Wahlen etwas verändern würde, wären sie längst verboten.

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