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11.06.2017

23:14 Uhr

Referendum

Puerto Ricaner stimmen für Umwandlung in US-Staat

Die Menschen Puerto Ricos haben in einem Referendum dafür gestimmt, die Karibikinsel in den 51. Staat der USA umzuwandeln. Entscheiden kann das aber nur Washington. Vor allem Republikaner haben wenig Interesse daran.

Puerto Ricos Flagge weht vor dem Parlamentsgebäude in San Juan: Die Mehrheit der Puerto Ricaner haben sich für die Umwandlung ihrer Insel in den 51. US-Staat ausgesprochen. AP

Puerto Rico

Puerto Ricos Flagge weht vor dem Parlamentsgebäude in San Juan: Die Mehrheit der Puerto Ricaner haben sich für die Umwandlung ihrer Insel in den 51. US-Staat ausgesprochen.

San JuanPuerto Rico hat sich in einer Volksabstimmung für die Umwandlung der Karibikinsel in den 51. US-Staat ausgesprochen. Das Referendum vom Sonntag ist jedoch nicht bindend, denn nur der Kongress in Washington kann darüber entscheiden. Bislang ist die frühere spanische Kolonie lediglich assoziierter Freistaat der USA.

Die Wahlbeteiligung lag auch wegen eines Boykottaufrufs der Opposition bei nur knapp 23 Prozent der 2,3 Millionen Wahlberechtigten. Nach Auszählung von 92 Prozent der abgegebenen Stimmen stimmten 97,2 Prozent für die Umwandlung in einen US-Staat. Den Wählern stand auch die Unabhängigkeit als weitere Option offen.

Es ist schon das fünfte Plebiszit über die Zukunft der östlich der Dominikanischen Republik gelegenen spanischsprachigen Insel mit rund 3,4 Millionen Einwohnern. Bisher hatte der Status quo gesiegt, die Zustimmung zur Unabhängigkeit war minimal.

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Die Puerto Ricaner sind US-Bürger, aber sie dürfen nicht an der Präsidentenwahl teilnehmen, und ihre Delegierten im US-Kongress haben kein Stimmrecht. Kritiker sprechen von einem kolonialen System, das die regierende Neue Progressive Partei (PNP) nun ändern will.

Es geht auch um Geld: Puerto Rico ist praktisch pleite. Als US-Bundesstaat könnte sich die Insel nach US-Insolvenzrecht für zahlungsunfähig erklären, wie es beispielsweise die Stadt Detroit getan hat. Die republikanische Mehrheit im US-Kongress dürfte jedoch wenig Interesse an der Aufnahme der Karibikinsel haben. Nicht nur, weil dies die Übernahme eines Teils von Puerto Ricos Schulden durch Bundesmittel mit sich bringen könnte, sondern auch weil die Puerto Ricaner mehrheitlich demokratisch wählen würden.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Holger Narrog

12.06.2017, 08:20 Uhr

Regelmässig sind es Kostgänger die gerne in grösseren Verbünden aufgehen möchten während starke Spieler lieber selbständig bleiben.

Im Fall Puerto Ricos handelt es sich um ein im Verhältnis zur restlichen USA hochverschuldetes Armenhaus mit lateinamerikanischer Kultur. Meines Erachtens würde der Staat Puerto Rico die USA nicht stärken.

Das ist ähnlich wie in Europa wo arme Staaten gerne in die EU aufgenommen werden wollen, bzw. weiter im Verbund bleiben möchten, Griechenland, wohlhabende Staaten wie die Schweiz, Norwegen ein geringes Beitrittsinteresse haben, bzw. besser beraten sind die EU wieder zu verlassen, UK.

Bei den Unternehmen gibt es eine Alitalia, Air Berlin die gerne den Saft (Geld) aus einem gesunden Unternehmen saugen möchten. Für einen starken Spieler kann ein kaum sanierungsfähiges Unternehmen die eigene Existenz gefährden (Swiss Air - Sabena).

Sinn macht eine solche Verbindung immer dann wenn der Übernommene sanierungswillig und sanierungsfähig ist, ansonsten ist es besser die Finger davon zu lassen.

Herr Peter Spiegel

12.06.2017, 08:38 Uhr

Sie sollten der EU beitreten, da wären sie unter Gleichen.

Reiner Blumenhagen

12.06.2017, 08:46 Uhr

Puerto Rico ist bereits seit Ende des 19.Jahrhunderts Teil der USA, die Bewohner sind US-Bürger, es müssen z.B. US-Bundessteuern gezahlt werden und in die US-Sozialversicherungssysteme eingezahlt werden. Eine eigene Außenpolitik dürfen sie nicht betreiben, die Währung ist der US-Dollar. Als es noch die Wehrpflicht gab, mussten die Puerto-Ricaner im US-Militär Dienst leisten. Den US-Präsidenten dürfen sie hingegen nicht mitwählen. Es gibt keinen Grund, aus einem de-facto-Status als "Anhängsel" der USA heraus den letzten Schritt nicht zu tun, wenn die Bewohner - die ihre Pflichten erfüllen- auch ALLE Rechte als US-Bürger wahrnehmen möchten.

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