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27.08.2013

21:05 Uhr

Reform in Frankreich

Regierung Hollande will Rentenbeiträge erhöhen

Die französische Regierung will die Milliardenlücken im Rentensystem mit steigenden Rentenbeiträgen füllen. Präsident Hollande steht schwer unter Druck: Die Arbeitslosigkeit erreicht ein neues Rekordhoch.

Ein Pensionär demonstriert, doch auch die Jungen dürfte es bald vielleicht auf die Straße ziehen: Frankreich will die Rentenbeiträge erhöhen. dpa

Ein Pensionär demonstriert, doch auch die Jungen dürfte es bald vielleicht auf die Straße ziehen: Frankreich will die Rentenbeiträge erhöhen.

ParisDurch längere Beitragszeiten und höhere Rentenbeiträge will die französische Regierung das Milliardendefizit in der Rentenkasse stopfen. Regierungschef Jean-Marc Ayrault stellte am Dienstagabend in Paris die Eckpunkte der Rentenreform der Sozialisten vor. Die Reform sei „gerecht“, „ausgeglichen“ und „verantwortlich“ gestaltet, sagte er. Das im europäischen Vergleich niedrige Renteneintrittsalter von 62 Jahren bleibt den Franzosen demnach erhalten.

Ayrault hatte am Montag und Dienstag noch einmal mit Gewerkschaften und Arbeitgebern die Rentenreform abgestimmt, die am 18. September im Kabinett verabschiedet werden soll. Die Reform ist nötig, weil das Defizit in der Rentenkasse im Jahr 2020 ansonsten 20 Milliarden Euro erreichen würde.

Im Einzelnen sieht die Reform vor, dass die Rentenbeiträge, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gezahlt werden müssen, im nächsten Jahr um 0,15 Punkte steigen. Bis 2017 sollen sie um insgesamt 0,3 Punkte steigen.

Außerdem sollen die Beitragszeiten, die zum Erhalt einer vollen Rente ohne Abschläge nötig sind, von derzeit 41,5 Jahren schrittweise auf 43 Jahre im Jahr 2035 steigen. Der Premierminister hob hervor, dass es „keine andere Lösung“ gegeben habe, denn sonst hätten die Abgaben übermäßig steigen oder die Renten gekürzt werden müssen.

Dafür verzichtet die Regierung auf eine Anhebung der Sozialsteuer, die ebenfalls in der Diskussion war und die von Arbeitnehmern, Arbeitslosen, Rentnern, aber auch von Kapitaleignern bezahlt werden muss. Gegen eine höhere Sozialsteuer hatten sich insbesondere die Gewerkschaften gesträubt. Die Arbeitgeber, die eigentlich keine höheren Rentenbeiträge wollten, erhielten im Gegenzug die Zusage, dass über ihre Entlastung bei anderen Sozialbeiträgen, möglicherweise bei den Familienleistungen, verhandelt wird. Regierungschef Ayrault sagte, eine solche Reform solle „ab jetzt“ in Angriff genommen werden, damit „es keinen Anstieg der Arbeitskosten im nächsten Jahr gibt“.

Kommentare (25)

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Account gelöscht!

27.08.2013, 19:27 Uhr

Und das unmittelbar nach dem Artikel "Frohe Kunde aus Paris". Das HB ist manchmal unfreiwillig satirisch

Account gelöscht!

27.08.2013, 20:16 Uhr

Na sowas! Und ich hätte wetten können, Frankreich plant seine Rentenprobleme durch eine "Rentenunion" mit Deutschland zu beheben - nachdem erst einmal die "Bankenunion" zur Rettung seiner 3 Großbanken unter Dach und Fach ist. Natürlich keine Rentenunion, was die Bedingungen wie z.B. die Altergrenze angeht, nur was die Zusammenlegung der Töpfe angeht (bzw. die Beträge der künftigen Auszahlungen).

Aber vielleicht sind diese Beitragserhöhungspläne ja nur die Vorbereitung dafür, die Rentenunion-Initiative von einer guten Position aus starten zu können.

oelicher

27.08.2013, 20:38 Uhr

Der nächste Kandidat für deutsches Geld steht vor der Tür! Vorsorge treffen und keine Blockparteien mehr wählen, die unsere Steuern veruntreuen. Deutschland kriegt im eigenen Land nichts mehr geregelt. Siehe Renten, Straßenbau, Autobahnbrücken, Strompreise, etc. Alternativ wählen, AfD wählen, um den Euro- und EU-Murks zu beenden. Es ist die letzte Chance zur Umkehr in der Politik.

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