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16.09.2012

11:59 Uhr

Reformpläne

Barroso hält Ängste vor Euro-Einlagensicherung für übertrieben

José Manuel Barroso kritisiert eine Kampagne der Sparkassen, die vor einer neuen Einlagensicherung warnen. Der EU-Kommissionspräsident sieht Kleinstaaterei als Bedrohung - und fordert eine große Lösung.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sieht eine Kampagne der Sparkassen und Genossenschaftsbanken kritisch. dpa

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sieht eine Kampagne der Sparkassen und Genossenschaftsbanken kritisch.

FrankfurtEU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat eine Anzeigenkampagne deutscher Sparkassen und Genossenschaftsbanken gegen eine europäische Einlagensicherung kritisiert. "Diese Ängste sind total übertrieben und haben mit unseren Vorstellungen nichts zu tun", sagte Barroso der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Pläne der Europäischen Kommission sähen nicht vor, mit den Spareinlagen der Deutschen diejenigen der Spanier absichern. "Das ist undenkbar", sagte Barroso. Es gehe ihm vielmehr um eine europäische Dimension bei der Spareinlagen-Sicherung.

Die Kommission hatte am Mittwoch Pläne für eine sogenannte Bankenunion vorgestellt. Geplant ist eine gemeinsame europäische Aufsicht für die Banken der Europäischen Union, angesiedelt bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Daneben sollen gemeinschaftliche Regelungen für die Sanierung und Abwicklung von Banken entwickelt werden. Geplant ist auch eine europäische Regelung zur Einlagensicherung. Über die umstrittenen Pläne diskutierten am Samstag die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen in Zypern. Deutschland sieht die Vorschläge der Kommission sehr kritisch.

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Barroso sagte der "FAS", erst wenn die Pläne für eine gemeinsame Bankenaufsicht verabschiedet seien, werde es einen Vorschlag zur Einlagensicherung geben. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband und der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hatten sich am Donnerstag in einer bundesweiten Anzeigenkampagne gegen eine europäische Einlagensicherung gewandt. Eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung "würde eine Verminderung des Schutzniveaus für unsere Kunden bedeuten", kritisierten die Geldinstitute.

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Sparkassen, Genossenschaftsbanken und private Banken haben jeweils eigene Sicherungssysteme. Bei den Sparkassen garantiert ein Haftungsverbund aus elf regionalen Sicherungsfonds für die Kundengelder. Bei den Genossenschaftsbanken übernimmt die Sicherungseinrichtung des BVR diese Rolle. Bei den privaten Banken sichert die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken Spareinlagen bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Höhe von 100.000 Euro. Der Einlagensicherungsfonds steht für darüber hinaus gehende Beträge ein, aber nur bei Kunden von Banken, die Beiträge in diesen Topf einzahlen.

Von

afp

Kommentare (38)

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Maria

16.09.2012, 12:19 Uhr


puhhhh dieser eiskalte Blick
und diese Hand , die nach der Macht grabscht ,
echt gruselig der Typ

ferrucciobellini

16.09.2012, 12:22 Uhr

Dieser Mann will nur sein "Amtsprojekt" bis 2014 durchpeitschen - koste es was es wolle, nur noch nicht über seine (politische) Leiche!! Dessen 300.000 EUR p.A. sollten nach Griechenland oder Spanien zur Sanierung der Staatshaushalte fließen! Warum nicht schon Stürme von Heeren von Europäern nach Brüssel Sturm laufen/demonstrieren, ist unverständlich! Es geht nur um sein Amtsprojekt und im Weiteren um den Erhalt der EU-Jobs in allen (zuviel) 17 EU-Ländern!! Die kleinen Leute, die Menschen "da-draußen" sind dem Absolutisten in Brüssel egal! Wann endlich legen die kleinen Massendummies ihr iPhone (idiotenphone) ab und marschieren WIR in Bruxelles auf!! Wann endlich ziehen die kleinen Dummmmmmies den Konsumvorhang auf und schauen der nahenden Welle: ins Gesicht!!? Die da heißt sukkzessive Enteignung, wie sie in Deutschland dank Wiedervereinigung bei den Renten durch "Geier-Sturzflug" auf 688 EUR pro Monat - egal, auch wenn man 40 Jahre zu 2.500 EUR brutto arbeitete!! - gefallen ist!

WirWarenMalDasVolk

16.09.2012, 12:25 Uhr

"Das ist undenkbar", sagte Barroso.
Druckfehler, richtig heissen müsste es:
"Das ist alternativlos", sagte Barroso.

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