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23.09.2014

01:03 Uhr

Regeln gegen Steuerflucht

US-Regierung will „klaffendes Schlupfloch“ schließen

Die US-Regierung will mit neuen Regeln gegen die Steuerflucht von US-Unternehmen vorgehen. Da eine rasche Gesetzesverabschiedung weiter unwahrscheinlich bleibt, will Obama notfalls ohne den Kongress durchgreifen.

Steuerflucht im Visier: US-Finanzminister Jacob Lew bekräftigte, dass das „klaffende Schlupfloch im US-Steuerrecht“ geschlossen werde. dpa

Steuerflucht im Visier: US-Finanzminister Jacob Lew bekräftigte, dass das „klaffende Schlupfloch im US-Steuerrecht“ geschlossen werde.

WashingtonDie US-Regierung geht künftig gegen amerikanische Konzerne vor, die sich durch Firmenübernahmen im Ausland dem Fiskus entziehen wollen. Diese Praxis sei unfair und eine „klaffendes Schlupfloch im US-Steuerrecht“, sagte Finanzminister Jacob Lew am Dienstag. Die Regierung in Washington werde Gegenmaßnahmen ergreifen - mit oder ohne den Kongress, fügte er hinzu.

Eine sogenannte Steuerinversion liegt vor, wenn ein US-Unternehmen mit einer Firma in einem Land mit niedrigerer Steuerrate fusioniert oder sich von ihr aufkaufen lässt.

Das Finanzministerium kündigte neue Regeln an, die solche Inversionen für Konzerne künftig weniger lukrativ machen sollen. Dazu sollen bestimmte Methoden verboten werden, derer sich die Unternehmen zum Zweck der Steuerflucht bedienen. Zudem sollen die Vorgabe verschärft werden, wonach frühere Eigentümer fusionswilliger Konzerne weniger als 80 Prozent des neuen Unternehmens besitzen müssen.

Die neuen Schritte würden sicherstellen, dass sich die bisherige Steuertaktik für die Unternehmen finanziell nicht mehr lohne, sagte Lew. Demnach gelten die Maßnahmen ab sofort.

Präsident Barack Obama hatte Steuerinversionen bereits im Juli als unpatriotisch angeprangert und den Kongress zum Handeln aufgerufen. Da eine rasche Gesetzesverabschiedung jedoch als unwahrscheinlich gilt, hatte das Finanzministerium zuletzt nach Wegen gesucht, wie ohne Einbindung des Parlaments Maßnahmen ergriffen werden könnten.

Von

ap

Kommentare (3)

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Herr Manfred Zimmer

23.09.2014, 11:06 Uhr

Obama steht vor dem gleichen Problem wie die deutschen Steuerzahler.

Auch bei uns werden die Steuergesetze von den Steuerbeamten vorgelegt. Geschrieben werden sie jedoch von den Lobbyisten für die faulen Beamten. Wenn man dies berücksichtigt, darf sich keiner wundern, dass die Unternehmen sich Steuerschlupflöcher einbauen.

Wer weiß, dass das Strafrecht nur natürliche Personen, wie ein Herr Hoeneß, zur Rechenschaft zieht und ziehen kann, den kann es doch nicht wundern.

Wir brauchen dringend eine unabhängige Strafverfolgung, die nicht in Abhängigkeit dieser korrupten Seilschaften steht.

Wenn die hiesigen Politiker mangels intellektueller Intelligenz nicht in der Lage sind das Thema zu beherrschen, dann sollten sie jetzt auf die USA schauen und es Ihnen gleich tun.

Herr Wolfgang Trantow

23.09.2014, 13:11 Uhr

Warum weigert sich Frau Merkel diesen Weg zu beschreiten? Schmiergeld??

Herr D. Dino54

23.09.2014, 15:56 Uhr

Altes, sehr altes Thema, Steuerschlupflöcher zu schließen.

ABER, was macht man ohne die herrlichen, sonnigen und gierigen Steuer-Oasen ?

Und diese "Nutznießer" erhalten noch zusätzlich 1 Mrd. € Steuergelder/Jahr (für 1 Unternehmen) für Entwicklung, siehe Automobilbranche !

Und die Legitimierung einheimischer Lohnsklaven werden im Arbeitsrecht, als Zugewinn " zusätzlich eingebaut" !

Ach ja, es gab "Volksvertreter", die mit Aktenkoffer in unserem Land wandelten, um die Zuwendung für die eigene Partei irgendwie unterzubringen.
NUR, welche gesetzlichen Voraussetzungen musste man dafür schaffen ?

"US-Regierung will..."

Statt das Wort -will-, wäre das Wort -wird- endlich glaubwürdig!


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