Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2012

06:18 Uhr

Regenwälder

Merkel warnt in Indonesien vor Abholzung

Angela Merkel war schon einmal in Indonesien. Vor 17 Jahren. Da war sie noch Umweltministerin unter Kohl. Nun besucht sie das größte muslimische Land der Welt als Kanzlerin. Sie sorgt sich um Indonesiens Regenwälder.

Kanzlerin Angela Merkel mit dem indonesischen Außenminister Marty Natalegawa bei ihrer Ankunft in Jakarta. dapd

Kanzlerin Angela Merkel mit dem indonesischen Außenminister Marty Natalegawa bei ihrer Ankunft in Jakarta.

JakartaBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zu ihrem ersten Indonesien-Besuch seit ihrem Amtsantritt vor sieben Jahren in der Hauptstadt Jakarta eingetroffen. Am Vormittag kommt sie mit Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono zusammen.

Merkel will mit Yudhoyono über den Klimawandel und die Abholzung von Wäldern in Indonesien sprechen. Deutschland versucht durch konditionierte Hilfe dazu beizutragen, dass Indonesiens riesige Regenwälder als Lunge der Welt erhalten bleiben.

Deutsch-indonesische Beziehungen

Handelsvolumen

Der deutsch-indonesische Handel stieg nach Angaben des Auswärtigen Amtes im vergangenen Jahr um rund zwölf Prozent auf ein Gesamtvolumen von 6,7 Milliarden Euro. Die deutschen Exporte nach Indonesien beliefen sich auf 3,4 Milliarden und die indonesischen Importe nach Deutschland auf 3,3 Milliarden Euro.

ASEAN

Der Inselstaat ist damit wirtschaftlich viertwichtigster deutscher Handelspartner im Verband der südostasiatischen Nationen (ASEAN), der zehn Mitgliedstaaten hat und mit rund 575 Millionen Menschen (acht Prozent der Weltbevölkerung) vergleichbar mit der Größe Europas ist. Der Sitz ist in Indonesiens Hauptstadt Jakarta.

Die wichtigsten Güter

Hauptausfuhrgüter waren Maschinen, Nachrichtentechnik, Geräte zur Elektrizitätserzeugung, Metalle, Kraftfahrzeuge und pharmazeutische Erzeugnisse. Haupteinfuhrgüter waren Nahrungs- und Futtermittel (pflanzliche Öle und Fette), Textilien, Schuhe, Erze, landwirtschaftliche Erzeugnisse und elektronische Geräte.

Deutsche Unternehmen vor Ort

Zur Zeit sind rund 250 deutsche Unternehmen in Indonesien vertreten, darunter Siemens, BASF, Bayer/Schering, Beiersdorf, Merck, Südchemie, Henkel, Heidelberger Zement, Fuchs Oil, die Schott AG, BMW und Mercedes. Die Allianz AG und die Deutsche Bank sind im Finanz- und Versicherungsbereich tätig, DHL, Schenker und Lufthansa im Transportsektor. Unternehmen wie die Siemens AG und die Linde AG planen den Ausbau ihrer Aktivitäten im Energiesektor.

Handelspartner

Deutschland ist mit Leistungen von insgesamt rund 3,35 Milliarden Euro nach Japan, Australien und den USA viertgrößter Partner Indonesiens in der Entwicklungszusammenarbeit. Schwerpunkte sind Klimawandel, die Förderung des Privatsektors, gute Regierungsführung, und Dezentralisierung. Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono werden Erfolge bei der Demokratisierung des Landes bescheinigt.

Indonesien holzt jährlich etwa zwei Millionen Hektar Wald ab. Ziel ist, der Bevölkerung alternative Einkommensquellen zu verschaffen. Etwa die Hälfte der Einwohner muss mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen. Yudhoyono dürfte wie beim G20-Gipfel in Mexiko im Mai seine Sorge über die Eurokrise zum Ausdruck bringen.

Vor ihrem Treffen mit dem Staatspräsidenten steht für Merkel der Besuch der evangelische Immanuel-Kirche sowie der Istiqlal-Moschee auf dem Programm. Sie ist die größte Moschee in Südostasien, 120 000 Gläubigen bietet die „Unabhängigkeits“-Moschee Platz.

Indonesien hat 240 Millionen Einwohner und ist das größte muslimische Land der Welt. 88 Prozent der Bürger sind Muslime, sechs Prozent sind evangelische und drei Prozent katholische Christen. Indonesien ist aber kein islamischer Staat, die Verfassung garantiert weitgehend Religionsfreiheit.

Indonesien: Merkel besucht das „bessere China“

Indonesien

Merkel besucht das „bessere China“

Merkel ist erstmals als Kanzlerin in Indonesien, ein Boomland in Rivalität mit China.

Am Nachmittag will Merkel den Präsidenten des indonesischen Verfassungsgerichts, Mohammad Mahfud Mahmodin, treffen. Das Gericht, dessen Aufbau seit 2001 vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mitgeprägt wurde, gilt als eine der anerkanntesten Institutionen des Landes und spielt eine große Rolle als Verfechterin der Demokratie.

Mit ihrem bis Mittwoch dauernden Aufenthalt will Merkel die Beziehungen zu dem aufstrebenden Schwellenland sowie zum ganzen Verband der südostasiatischen Nationen ASEAN mit Sitz in Indonesiens Hauptstadt Jakarta stärken. Indonesiens Wirtschaftswachstum betrug im vergangenen Jahr 6,5 Prozent.

Für ausländische Unternehmer gibt es nach deutschen Regierungsangaben keine großen Investitionshemmnisse, aber starke Einschränkungen durch Korruption und die landesweit mangelhafte Infrastruktur. Vor allem in diesem Bereich bieten sich deutschen Firmen Geschäftsmöglichkeiten. Die deutsche Kranunion GmbH wollte am Nachmittag eine Kooperation in Jakarta vereinbaren.

Vor der Reise wurde mehrfach in deutschen Regierungskreisen zurückgewiesen, dass ein Export von Leopard-2-Kampf-Panzern nach Indonesien angebahnt werden könnte. Jakarta hatte das Bundesverteidigungsministerium nach dessen Angaben zu Jahresbeginn mündlich über ein Interesse an der Technologie informiert. Während Merkels Reise werde der Kampfpanzer keine Rolle spielen - und auch sonst kein militärisches Gerät, hieß es auf deutscher Seite.

Einsatz für den Artenreichtum im Regenwald auf Sumatra

Video: Einsatz für den Artenreichtum im Regenwald auf Sumatra

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.


Von

dpa

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.07.2012, 07:09 Uhr

Die Frau macht sich lächerlich mit ihrer Kritik. Hat sie nichts aus der Vergangenheit gelernt? Glaubt sie immer noch den europäischen Oberlehrer spielen zu dürfen? Das eigene europäische Versagen in jeder Hinsicht ist ja wohl evident. Sie kommt letztendlich als Bittsteller, ein bischen mehr Demut stünde ihr gut zu Gesicht.

Rene

10.07.2012, 07:34 Uhr

1) Habe gestern einen Bericht aus dem Kongo gesehen. Da hat die Ukraine Waffen hin geliefert. Deutschland wird durch unterlassenen Waffenlieferung die Welt nicht ändern, nur am Umsatz/Gewinn werden wir nicht teilhaben.
2) In der Euro-Krise verspielt sie viel dt. Steuergeld. Aber im Außenhandelsgeschäft, habe ich den Eindruck, kurbelt sie das Geschäft gut an.

vandale

10.07.2012, 07:58 Uhr

Auf der einen Seite subventioniert man in Deutschland aus ökoreligiösen Gründen "Biodiesel", "Biostrom" und Kraft-Wärme Kopplung mit Biodiesel wozu sich idealerweise Palmöl anbietet und auf der anderen Seite beklagt sich die Klimakanzlerin über die Abholzung des Urwalds.

2-3 Tankfüllungen mit Biodiesel entsprechen dem jährlichen Ernährungsbedarf eines Menschen. Der Preis von Speiseöl hat sich in den vergangenen 10 Jahren drastisch erhöht und so hat ein UNO Beamter die indirekten Todesopfer in den ärmeren Ländern durch Bioenergie auf eine 6-stellige Zahl geschätzt.

Das Ansteigen der Preise für Palmöl führt dann dazu dass man in Indonesien und anderswo den Urwald abbrennt um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen.

Die Oekoreligion nimmt weder auf Menschenleben, noch auf die Umwelt Rücksicht.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×