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17.09.2014

19:25 Uhr

Regierende Separatisten

CSU auf Schottisch

VonJan Mallien

Sie vertritt ihre Region, sieht Gesetze aus London kritisch und regiert mit absoluter Mehrheit: Die Schottische Nationalpartei hat viel mit der bayerischen CSU gemein. Eines aber unterscheidet sie gravierend.

Die Abstimmung hat begonnen

Wofür entscheidet sich Schottland?

Die Abstimmung hat begonnen: Wofür entscheidet sich Schottland?

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EdinburghÜber Maureen Watts Schreibtisch hängt eine große Schottland-Karte. Sie zeigt, welche Partei welchen Wahlkreis gewonnen hat. Rot steht für die Labour Partei, orange für die Liberaldemokraten, gelb für die Schottische Nationalpartei (SNP), die für die Unabhängigkeit Schottlands eintritt. Die Karte ist fast komplett gelb. Nur an der Grenze zu England gibt es ein paar rote Flecken; die Shettland-Inseln im Norden sind orange. Die Karte ist ein Abbild des politischen Erfolgs von Watts Partei. Die SNP ist die mit Abstand stärkste politische Kraft in Schottland.

Watt sitzt seit acht Jahren für die SNP im schottischen Parlament. Als die heute 63-Jährige im Mai 1974 der Partei beitrat, hatte die SNP mit Regierungsarbeit noch nichts zu tun. Schon ihr Vater, enttäuschter Anhänger der Konservativen, engagierte sich in der SNP. Er war einer der ersten Abgeordneten, den die Partei ins britische Parlament nach Westminster in London entsandte. „Die SNP war damals vor allem eine Protestpartei“, sagt Watt.

Das ist heute ganz anders. Seit 2007 sitzt die SNP in der Regierung. Zunächst bildete sie eine Minderheitsregierung, bei der sie auf die Zusammenarbeit mit anderen Parteien angewiesen war. 2011 erlangte sie mit Regierungschef Alex Salmond an der Spitze sogar die absolute Mehrheit. Als Schottland 1999 sein eigenes Parlament bekam, hatte die SNP noch weit abgeschlagen hinter der Labour Party gelegen.

Argumente FÜR eine schottische Abspaltung

Demokratie

Schottland wählt Labour oder SNP, also sozialdemokratisch. In London dagegen regiert der Konservative David Cameron mit seinen Tories - auch über Schottland. Als unabhängiger Staat könnten die Schotten über ihre Regierung selbst bestimmen.

Öl

Der allergrößte Teil der britischen Öl-Vorräte schlummert unter schottischem Meeresboden. Wird das Land unabhängig, kann es über Steuereinnahmen aus den Gewinnen der Ölkonzerne selbst verfügen.

Atomwaffen

Schottland beherbergt in der Militärbasis Faslane britische Atomwaffen, die es nicht haben will. Wäre das Land selbstständig, könnte es die Waffen in absehbarer Zeit loswerden.

Näher dran

Schottlands Probleme, Schottlands Lösungen. London ist zu weit weg, eine mit allen Kompetenzen ausgestattete Regierung in Edinburgh weiß besser, was gut für ihr Volk ist.

Kleine Länder

Andere können es auch. Gern verweist Edinburgh auf Norwegen, das wie Schottland gut fünf Millionen Einwohner hat und von seinen Erdöl-Vorkommen profitiert. Auch Finnland und Dänemark sind nicht viel größer, aber angesehene Staaten.

Quelle

Quelle: dpa

Die absolute Mehrheit der SNP ist auch deshalb so beeindruckend, weil Schottland ein anderes Wahlrecht hat als der Rest Großbritanniens. Die Sitze im Parlament werden an Direktkandidaten und über die Liste vergeben, ähnlich wie in Deutschland. In der Bundesrepublik gelingen solche Traumergebnisse meist nur noch der bayerischen CSU. Und die deutschen Christsozialen und die schottische Unabhängigkeitspartei verbindet noch etwas: Sie verstehen sich mehr als jede andere konkurrierende Partei als Interessenvertretung ihrer Region. Doch für Maureen Watt hinkt der Vergleich der beiden Parteien: „Wir sind ganz anders.“ Ihre Partei sei sozialdemokratisch, sagt sie.

Sorgen mache sie sich über den Aufstieg der europakritischen und rechtsradikalen United Kingdom Independence Party (Ukip). Schottland brauche Zuwanderer, sagt Watt und verweist darauf, dass die Bevölkerung älter sei als im restlichen Königreich. In einer Stadt wie Aberdeen, die wie keine andere schottische Stadt vom Ölgeschäft profitiert, würden Fachkräfte dringend benötigt. Die Arbeitslosenquote liegt dort mit mehr um die drei Prozent weit unter dem Landesschnitt.

Auch Europa sieht sie eher positiv, obwohl ihre Argumente gegen London ähnlich klingen wie die der Europa-Gegner, die in den Gesetzten aus Brüssel Bevormundung sehen: Die Abgeordneten in Westminster hätten keine Ahnung von Schottland und keine demokratische Legitimation, sagt Watt. Allerdings glaube sie, dass London viel mehr über Schottland bestimme als Brüssel.

Die eher linke Ausrichtung der SNP setzt sie besonders in Konkurrenz mit der Labour Partei. Wahlanalysen zeigen: Die SNP hat bei ihren Wahlsiegen vor allem in den traditionellen Labour-Hochburgen dazugewonnen. Programmatisch sind sich beide Parteien ähnlich. Es gibt nur einen Unterschied: Die SNP tritt für die Unabhängigkeit Schottlands ein – und Labour kämpft dagegen.

Kommentare (2)

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Herr Horst Hamacher

17.09.2014, 19:43 Uhr

Wir werden in den nächsten Jahren eine in Europa noch vor kurzer Zeit unvorstellbare Zersplitterung erleben, die vorwiegend auf die unsägliche und dilettantische Arbeit in Brüssel zurückzuführen ist. Und der neue Kommissionspräsident Juncker wird diese Tendenz noch durch seine haarsträubende Arbeit verstärken.

... bürste

17.09.2014, 20:30 Uhr



Wie in diesem US Banker Konstrukt EUR-ZONE Wahlen abgehalten werden,
kann neben Irland, Holland, Frankreich
insbesondere diese Vorzeige Demokratie bei der BT Wahl 2013 bestätigen,
neben den Bürgern in Griechenland natürlich,
die 2012 schon aus diesem Konstrukt EUR-ZONE mit der Präsidentschaftswahl und Volksentscheid ausscheiden wollten – hätte es da nicht diese Ch. Lagarde Liste gegeben
vom F Geheimdienst mit dem Erpressungspotential GR Politiker und Steuervergehen …

hier:
>>heise.de/tp/foren/S-passt-hier-besser/forum-280126/msg-25261258/read/<<


da können SIE jetzt in London Wetten abschließen - gegen Schottland (versteht sich)
als wenn sich diese (Polit-Figurienen) diese Domestiken der Banker-Mafia, sich im letzten Moment noch ihre Freßnäpfe nehmen /gefährden lassen würden – vom Fußvolk auch noch?

Die (Flachgeister) wollten nen Krieg mit RU anzetteln,
die sind dabei ein Feindbild Islam aufzubauen,
mit diesen Mainstream Schlagzeilen * I.S. * (der cia-ISIS) Kopfabschneider (300$/JKopf) - mit "Scharia-Poice" Medientauglich durch die Städte flanieren lassen
"und haste nich gesehn"!

Allso nee!


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