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07.04.2011

13:45 Uhr

Regierung greift durch

Erneut chinesische Menschenrechtler verhaftet

Nach der Festnahme von Ai Weiwei hat die chinesische Regierung nun zwei weitere Menschenrechtler verhaftet. MIt dem harten Durchgreifen sollen Revolten nach nordafrikanischem Vorbild im Keim erstickt werden.

Chinesischer Polizisten in Peking berichten. Quelle: dpa

Chinesischer Polizisten in Peking berichten.

Peking Die chinesische Polizei geht weiter gegen Dissidenten vor. Sie nahm am Donnerstag die beiden Menschenrechtsaktivisten Ni Yulan und Dong Jiqin fest. Erst am Sonntag war Chinas bekanntester Künstler Ai Weiwei in Peking festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht worden. Das Paar sei aus seiner Unterkunft abgeführt, sagte deren Tochter Dong Beibei der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag per Telefon.

Die Polizei habe sie selbst ebenfalls für zwei Stunden festgehalten und dann gehen lassen, erklärte Dong. Man habe ihr keine Gründe genannt, warum ihre Eltern verhaftet wurden. Beide seien auch nicht mehr erreichbar, ihre Handys abgeschaltet.

Die Anwältin Ni war erst im April 2010 aus zweijähriger Haft entlassen worden, nachdem sie zweimal wegen der „Behinderung öffentlicher Angelegenheiten“ verurteilt worden war. Sie hatte Familien rechtlich vertreten, die von Zwangsumsiedlungen betroffen waren. Im Gefängnis sei sie geschlagen und gefoltert worden, medizinische Hilfe habe man ihr verweigert, erzählte sie kürzlich noch der dpa.

Seit ihrer Freilassung war sie auf Krücken und einen Rollstuhl angewiesen. Zudem musste das Paar in billigen Herbergen unterkommen, da Nis Haus während ihres Gefängnisaufenthalts zerstört wurde. Die Behörden hatten bereits im Januar die Elektrizität in dem kleinen Raum abgeschaltet. Besucher des Paares sollten sich bei Sicherheitsleuten anmelden, die die Polizei offensichtlich vor dem Raum postiert hatte.

Seit Mitte Februar klagen internationale Menschenrechts-Organisationen über das „harte Durchgreifen“ gegen Aktivisten, nachdem Unbekannte in Anlehnung an die Revolten in der arabischen Welt im Internet zu Kundgebungen gegen die Regierung aufgerufen hatten.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Zahlmeister

07.04.2011, 14:30 Uhr

Jetzt kann der Politclown Sarkoszy ja Peking bombardieren lassen.

KitKat

07.04.2011, 14:46 Uhr

Genau, und die Bundeswehr kann gleich mitmachen, die deutschen Medien haben ja mittlerweile ausreichend Gründe für einen "preventiven" Angriff geliefert!

LouisWu

07.04.2011, 15:12 Uhr

Lieber Zensor,

ich versuche es jetzt nochmal :-) - falls Sie diese Meinung wieder ablehnen, würde ich mich über eine Begründung freuen.

Ich bin der Meinung, dass sämtliche Staaten, die sich in einer aufgeklärten und aufklärerischen Tradition verstehen, sofort sämtliche wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zur VR China abbrechen sollen. Ich wünschte mir eine ähnlich konsequente Haltung und Handlung wie gegen Südarfrika gegen Ende der Apartheid (und es hat etwas genutzt!)

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