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08.04.2006

19:43 Uhr

Regierung verhängt Ausgangssperre

Lage in Nepal spitzt sich zu

In dem Himalaya-Königreich Nepal hat die Regierung des autoritär herrschenden Königs Gyanendra für Sonntag eine ganztägige Ausgangssperre über die Hauptstadt Kathmandu verhängt. Vorausgegangen waren ein tagelanger Generalstreik und Protestaktionen der Opposition.

HB KATHMANDU. Die oppositionelle Sieben-Parteien-Allianz SPA hatte für Samstagnachmittag eine Großkundgebung in der Hauptstadt geplant, die kurzfristig verschoben wurde. Aus SPA-Kreisen hieß es, der geplante Massenprotest solle nun nach Ablauf der Ausgangssperre stattfinden. Die Regierung hatte am Samstag zudem alle Mobiltelefonleitungen stillgelegt. Seit Mittwoch gilt in Kathmandu ein Versammlungsverbot.

In der westlichen Touristenmetropole Pokhara, 200 Kilometer westlich der Haupstadt, protestierten am Samstag Tausende gegen die Herrschaft des Königs. Nach Medienberichten starb ein Demonstrant, als Ordnungshüter das Feuer auf die unbewaffneten Demonstranten eröffneten. Auch in anderen Teilen des Landes kam es nach Augenzeugenberichten zu Protestkundgebungen.

Mit ihren Aktionen will die SPA den König zur Rückkehr zur demokratischen Ordnung zwingen. In den vergangenen Tagen waren Hunderte Menschen, die sich an spontanen Aktionen beteiligt hatten, festgenommen worden. Bei zwei separaten Angriffen maoistischer Rebellen auf Militärposten im Südwesten des Landes kamen in der Nacht zum Samstag zwölf Menschen ums Leben.

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