Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.11.2011

01:30 Uhr

Regierungsbildung

Griechenland reibt sich in Grabenkämpfen auf

Heute soll die neue griechische Regierung vorgestellt werden. Doch noch in der Nacht steht in den Sternen, wer der Nachfolger von Giorgos Papandreou wird. Immer neue Streitpunkte verzögern die Entscheidung.

Hängepartie in Athen

Video: Hängepartie in Athen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

AthenDie neue griechische Regierung soll am Mittwoch offiziell vorgestellt werden. Auch der Name des neuen Ministerpräsidenten sollte dann bekannt werden. Dies teilte in der Nacht zum Mittwoch der Sprecher der scheidenden sozialistischen Regierung, Giorgos Elenopoulos, in Athen mit.

Doch das Tauziehen um die Bildung einer griechischen Übergangsregierung dauert an. Zunächst schien der Weg dahin am Dienstagnachmittag offen zu sein. Doch immer neue Komplikationen in den Verhandlungen sorgten für weitere Verzögerungen. Noch am späten Dienstagabend brannte das Licht im Büro des noch amtierenden Ministerpräsidenten Giorgos Papandeou. „Weißer Rauch“ stieg aber noch nicht auf, berichteten Reporter vor Ort.

Als aussichtsreichster Kandidat für den Posten des Regierungschefs galt der frühere EZB-Vizepräsident Lucas Papademos. Am späten Dienstagabend aber berichtete die Athener Sonntagszeitung „To Vima“ auf ihrer Internetseite, es gebe es Komplikationen.

Lucas Papademos: Wer ist der Hoffnungsträger Griechenlands?

Lucas Papademos

Wer ist der Hoffnungsträger Griechenlands?

Er hat sein Land schon mal in bessere Zeiten geführt. Jetzt gilt der frühere EZB-Vize als möglicher Chef einer Übergangsregierung – und als Retter für das am Abgrund stehende Athen.

Die Sozialisten wollten angeblich den bisherigen Parlamentspräsidenten Filippos Petsalnikos als neuen Ministerpräsidenten ernennen. Grund: Papademos soll nach übereinstimmenden Informationen der griechischen Presse darauf bestehen, die volle Kontrolle über seine Regierung zu haben und nicht ein „ferngelenkter“ Ministerpräsident zu werden, den die beiden großen Parteien des Landes, die Sozialisten und die Konservativen, steuern.

Zudem soll er mehr Zeit gefordert haben, um das komplizierte Spar- und Stabilisierungsprogramm in die Tat umzusetzen. Das Programm könne bis zum vorläufigen Datum der Neuwahlen am 19. Februar nicht in seinem vollen Umfang unter Dach und Fach gebracht werden.

Abgeordnete der oppositionellen Neue Demokratie werfen Parteikreisen zufolge ihrem Chef Antonis Samaras vor, nach seiner ursprünglichen Ablehnung von Sparvorhaben nun auf Unterstützerlinie umgeschwenkt zu sein. Die internen Kämpfe behinderten am Dienstag eine Annäherung mit den Sozialisten auf eine Regierung der nationalen Einheit unter Führung von Papademos.

Samaras war lange gegen die von der sozialistischen Regierung verhängten Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen und Arbeitsplatzstreichungen zu Felde gezogen, die Griechenland im Gegenzug für internationale Hilfen durchsetzen muss. In seiner Partei wird ihm nun vorgeworfen, nach seinem Schwenk den Geldgebern zu große Zugeständnisse zu machen.

Vertreter von Regierung und Opposition erklärten am Abend, es sei ein Streitpunkt entstanden, nachdem europäische Beamte von den beiden größten Parteien eine schriftliche Garantie verlangt hatten, dass sie das neue Schuldenabkommen unterstützen.

Die Gespräche zur Bildung der neuen Regierung dauern seit Sonntag an. Die beiden Spitzenpolitiker des Landes, der Sozialist Giorgos Papandreou und der Konservative Antonis Samaras, hatten sich unter Vermittlung des Staatspräsidenten Karolos Papoulias darauf geeinigt, eine Übergangsregierung zu bilden. Sie soll das Hilfsprogramm für Griechenland unter Dach und Fach bringen.

Griechenland steht unter Zeitdruck, denn die nächste Tranche von Hilfsgeldern im Höhe von acht Milliarden Euro wollen die EU-Finanzminister erst freigeben, wenn das griechische Parlament die ihm vorgegebenen Reform- und Sparmaßnahmen beschlossen hat.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

09.11.2011, 01:39 Uhr

Dieser Griechenland-Zirkus ist zum kotzen!Die EZB soll klip und klar sagen wenn das und das nicht erfüllt wird,seid ihr raus.Es muss jetzt allen klar seion,dass Merkozy der Sache nicht gewachsen sind.Die EZB ist eh die einzige Institution die ihren Willen aufzwingen kann,weil sie ja die Anleihen kauft und somit entscheidet ob ein Staat pleite geht oder reformiert wird.

DeGille

09.11.2011, 03:08 Uhr

EI des weiss doch jeder, des wird nix

Account gelöscht!

09.11.2011, 05:33 Uhr

Diese Feiergriechen reissen uns noch in den Abgrund! Zuerst mal sollte den Griechen alle Schwarzgelder, die sie so eifrig ins Ausland verschoben haben, gepfändet werden. Sind sicherlich viele Politiker darunter! Und dann raus mit Griechenland aus der Eurozone und Pfändung von griechischem Staatsland für die Schulden. Grenzen dichtmachen und den Schlüssel wegwerfen. WIR BRAUCHEN DIE GRIECHEN NICHT!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×