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29.08.2014

13:32 Uhr

Regierungsbildung

Neuer türkischer Regierungschef will Kontinuität

Ahmet Davutoglu setzt bei der Regierungsbildung auf Kontinuität und belässt den Wirtschafts- und Finanzminister im Amt. Der frühere Außenminister Davutoglu gilt als enger Vertrauter Erdogans.

Ahmet Davutoglu belässt bei der Regierungsbildung vieles beim Alten. AFP

Ahmet Davutoglu belässt bei der Regierungsbildung vieles beim Alten.

AnkaraDer neue türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu setzt bei der Zusammensetzung seiner Regierungsmannschaft auf Kontinuität. In dem am Freitag vorgestellten Kabinett wird weiterhin Mehmet Simsek das Finanzressort führen. Auch Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci bleibt im Amt. Die beiden hatten das Schwellenland zuletzt durch eine schwierige wirtschaftliche Phase gesteuert, in der massive Kapitalflucht einsetzte und die Landeswährung unter Druck geriet.

Die Regierungsneubildung war nötig geworden, da der bisherige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ins Präsidentenamt gewechselt ist. Der frühere Außenminister Davutoglu gilt aber als enger Vertrauter Erdogans, dem Kritiker einen zunehmend autokratischen Regierungsstil vorwarfen.

Türken in Deutschland

Wahlen in der Türkei

Der türkische Staatspräsident wird erstmals direkt vom Volk gewählt. Nach Angaben des Zentrums für Türkeistudien sind 2,7 Millionen türkische Staatsbürger im Ausland wahlberechtigt.

Wahlberechtigte Türken in Deutschland

Mehr als die Hälfte der im Ausland leben Türken wohnen in Deutschland. Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik knapp 1,6 Millionen Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit. Gut 200 000 von ihnen sind unter 20 Jahre alt.

Die Zeit der Gastarbeiter

Im Jahr 1961 trat das Anwerbeabkommen mit der Türkei in Kraft, erste „Gastarbeiter“ von dort kamen in die Bundesrepublik. Bis zum Anwerbestopp 1973 bewarben sich 2,7 Millionen Türken um einen Arbeitsplatz, bis zu 750 000 von ihnen kamen dann nach Deutschland.

Wie viele Türken leben in Deutschland?

Heute leben insgesamt drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in der Bundesrepublik (Stand: 2012). Im vergangenen Jahr ließen sich etwa 28 000 Türken einbürgern.

Deutsch-türkischer Wirtschaftsmotor

Etwa 90 000 deutsch-türkische Unternehmer erwirtschaften mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr.

Erdogan will das weitgehend mit zeremoniellen Funktionen ausgestattete höchste Staatsamt zum eigentlichen politischen Machtzentrum in der Türkei machen. Sein enger Berater Yalcin Akdogan wird künftig einer der Stellvertreter des Ministerpräsidenten. Auf einem weiteren Vizeposten bleibt der Wirtschaftsfachmann Ali Babacan. Neuer Außenminister wird der Diplomat Mevlüt Cavusoglu, der bislang für Europafragen zuständig war.

Von

rtr

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