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22.01.2004

10:20 Uhr

Regierungschef streitet Korruptionsvorwürfe ab

Scharon lehnt Rücktrittsforderungen ab

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat ungeachtet der gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe einen Rücktritt kategorisch ausgeschlossen.

HB/Reuters JERUSALEM. „Ich stehe nicht kurz davor zurückzutreten. Ich betone - ich stehe nicht kurz davor zurückzutreten“, sagte Scharon der Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“.

Die israelische Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sie Anklage gegen den Regierungschef erhebt. Hintergrund sind Vorwürfe, Scharon habe seinen Wahlkampf um das Ministerpräsidentenamt vor drei Jahren illegal finanziert.

Ein israelisches Gericht hatte bereits gegen den prominenten Immobiliengeschäftsmann David Appel Anklage erhoben. Er soll versucht haben, Scharon, dessen engen Vertrauten und Stellvertreter im Regierungsamt, Ehud Olmert, sowie Scharons Sohn Gilad zu bestechen.

Appel soll Ende der neunziger Jahre an Scharon und Olmert umgerechnet mehr als 2,06 Mill. Euro bezahlt haben, um sich deren Hilfe bei Immobiliengeschäften zu sichern. Appel ist ein enger Freund der Familie Scharon und einer der großen Spendensammler für Scharons Partei, den rechts-konservativen Likud.

Der 75-jährige Scharon hatte die gegen ihn erhoben Korruptionsvorwürfe als falsch zurückgewiesen. „Ich habe nicht die Absicht zurückzutreten und bin sicher, meine Amtszeit zu beenden“, sagte er „Yedioth Ahronoth“.

In einer Umfrage der Zeitung „Maariv“ warfen 53 Prozent der Befragten Scharon Fehlverhalten vor. 63 Prozent äußerten die Meinung, der Ministerpräsident solle zurücktreten, wenn sich die Vorwürfe erhärteten.

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