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18.01.2007

12:39 Uhr

Regierungschefs diskutieren

Merkel eröffnet Davos-Treffen

VonJan Dirk Herbermann

Beim Weltwirtschaftsforum in Genf treffen sich auch in diesem Jahr zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet als Vorsitzende der G8 am 24. Januar die Veranstaltung. Die zu besprechenden Inhalte werden breit gefächert sein.

GENF. Klaus Schwab ruft – und wie jedes Jahr folgt die globale Prominenz. Rund 2 500 Politiker und Wirtschaftsführer wollen bei Schwabs Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos dabei sein. Der WEF-Gründer strich bei der Vorstellung des WEF-Programms 2007 am Mittwoch in Genf vor allem Angela Merkel heraus. Die Bundeskanzlerin soll am 24. Januar im Schweizer Nobel-Kurort die Eröffnungsrede des Forums halten. Die WEF-Macher hoffen, dass Merkel dabei auf ihre Prioritäten als Vorsitzende der Gruppe der großen Industriestaaten (G8) zu sprechen kommt. Großbritanniens Premier Tony Blair soll dann am 28. Januar das Treffen in den Bergen beschließen.

Neben Merkel und Blair kommen rund zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs wie Brasiliens Staatschef Lula da Silva, Südafrikas Präsident Thabo Mbeki und Jordaniens König Abdullah. Zudem werden sich Minister aus aller Herren Länder die Klinke in die Hand geben: Deutschland ist mit Finanzminister Peer Steinbrück und Umweltminister Sigmar Gabriel vertreten. Aus den USA reisen fünf Kabinettsmitglieder an.

Zudem haben 900 Chefs multinationaler Unternehmen ihr Kommen zugesagt: Von Microsoft-Gründer Bill Gates über Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche bis Vodafone-Boss Arun Sarin. „Davos ist keine Konferenz, auf der Entscheidungen getroffen werden“, betonte der Deutsche Schwab. Vielmehr biete sein Forum den Platz, „die großen Themen des Jahres 2007 zu bestimmen“. Und: Hier könnten die Teilnehmer den „Geist von Davos“ spüren – jenes spezifische Gefühl, für ein paar Tage Teil einer weltweiten Elite zu sein.

Offiziell offeriert Schwab den angereisten Entscheidern einen bunten Mix aus Workshops, Seminaren und Foren: Mal dreht es sich um den Klimawandel, mal steht die Gewalt im Irak im Mittelpunkt, dann soll über die Proliferation von Massenvernichtungswaffen debattiert werden, oder die Teilnehmer können sich über Krebs informieren und über ihre Psyche philosophieren: „Ich, mein Selbst und meine Identität.“ Auf dem Weltwirtschaftsforum soll aber auch die Wirtschaft ihren gebührenden Platz einnehmen: Hedge Fonds, die Grenzen des Wachstums oder die neuen asiatischen Industriekapitäne stehen auf der Agenda. Das Motto der gesamten Veranstaltung lautet: „Veränderungen im globalen Kräftegleichgewicht.“ Und natürlich haben die illustren Gäste Gelegenheit, Geschäfte anzubahnen, Möglichkeiten der politischen Verständigung auszuloten.

Am Rand des Forums wollen Vertreter führender Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) über die abgebrochenen Welthandelsgespräche beraten. WTO-Chef Pascal Lamy hofft, die Streithähne zu einer offiziellen Neuaufnahme der Verhandlungen zu bewegen. Die Schweizer Regierung schickte die Einladungen zu diesem „Sondierungstreffen“ aus.

Abgerundet werden die Tage in Davos vom Offenen Forum: Das WEF organisiert mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund schon zum fünften Mal diese alternative Bühne des Gedankenaustausches. Im Offenen Forum sollen die Teilnehmer über Religion oder gerechte Entlohnung von Managern diskutieren. Anders als die Runden des Weltwirtschaftsforums sind die Treffen des Offenen Forums für jedermann zugänglich – und sie sind kostenlos.

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