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06.12.2016

09:17 Uhr

Regierungskrise in Italien

Ifo-Chef warnt vor Euro-Austritt

Nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum in Italien sieht Ifo-Chef Clemens Fuest Europa in Gefahr. Er befürchtet, dass in Rom eine Regierung ins Amt kommt, die das verschuldete Land aus dem Euro herausführt.

„Wir müssen befürchten, dass eine Regierung ins Amt kommt, die Italien dann aus dem Euro herausführt, weil die Italiener keine Perspektive innerhalb der Einheitswährung mehr sehen“, sagte der Wirtschaftsforscher. dpa

Clemens Fuest

„Wir müssen befürchten, dass eine Regierung ins Amt kommt, die Italien dann aus dem Euro herausführt, weil die Italiener keine Perspektive innerhalb der Einheitswährung mehr sehen“, sagte der Wirtschaftsforscher.

BerlinIfo-Chef Clemens Fuest warnt wegen der Regierungskrise in Italien vor der Gefahr eines Euro-Austritts des hoch verschuldeten Landes. „Wir müssen befürchten, dass eine Regierung ins Amt kommt, die Italien dann aus dem Euro herausführt, weil die Italiener keine Perspektive innerhalb der Einheitswährung mehr sehen“, sagte der Wirtschaftsforscher der Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag. Zudem bestehe das Risiko, dass auch in anderen Ländern das Vertrauen in den Euro erodiere. „Die Ansteckungsgefahr ist groß.“ Könne sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nicht in der Gemeinschaftswährung halten, würden Investoren auch bei anderen Krisenländern nervös.

Eine kurzfristige Refinanzierungskrise drohe Italien dank der Unterstützung durch die Europäische Zentralbank nicht, sagte der Präsident des Münchner Instituts. Auch keine ungeregelten Bankenzusammenbrüche. Es drohe aber eine Verschärfung der Wirtschaftskrise, ein Einschlafen der Reformen und eine Blockade der Sanierung des angeschlagenen Bankensektors. Das könne längerfristig dazu führen, dass die Staatsverschuldung vollends untragbar werde.

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Nach dem gescheiterten Referendum und dem Rücktritt von Regierungschef Renzi wächst die Sorge um die Stabilität des Landes. Die hohe Arbeitslosigkeit und die enorme Staatsverschuldung verbieten jeden Stillstand bei den Reformen.

Es sei nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum und dem angekündigten Rücktritt von Ministerpräsident Matteo Renzi auch damit zu rechnen, dass der Euro unter Druck gerate, sagte Fuest der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Europa insgesamt stehe vor großen Belastungen. „Ich sehe die Gefahr, dass Europa sich auseinanderentwickelt.“ Der Brexit, das Gefälle zwischen Nord- und Südeuropa sowie Differenzen mit osteuropäischen EU-Staaten seien gefährliche Entwicklungen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Percy Stuart

06.12.2016, 09:30 Uhr

Fuest sollte sich einmal Gedanken darüber machen, welche Lösungen es gibt, anstatt immer nur bei den „kleinen Leuten“ zu reformieren, sprich Lohnstückkosten zu senken und die Sozialsysteme zu schwächen.
Soviel ich weiß, ist innerhalb des Euros eine innere Abwertung nur durch Senkung der Lohnstückkosten möglich. Währungsabwertung geht ja nicht mehr.
Also Herr Fuest, bringen Sie Lösungen, wie es ohne Lohnstückkostensenkungen innerhalb des Euros gehen kann.
Nicht immer nur nach unten treten, während Sie sich selbst fürstlich entlohnen lassen!

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