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12.04.2015

22:25 Uhr

Regierungskritiker in Brasilien

Massenproteste wegen Petrobras-Skandal wachsen an

Schon bei der Fußball-WM im Sommer gingen in Brasilien tausende Menschen auf die Straße, um für soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren. Seitdem kamen einige Korruptionsfälle ans Licht. Sie mobilisieren nun die Massen.

Demonstranten gehen in Rio de Janeiro gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit auf die Straße. AFP

Mit Batman gegen die korrupten Politikeliten:

Demonstranten gehen in Rio de Janeiro gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit auf die Straße.

Rio de JaneiroZehntausende haben an einem weiteren Protesttag in Brasilien gegen die Regierung demonstriert. Luftaufnahmen zeigten am Sonntag Menschenmassen in den Nationalfarben gelb und grün unter anderem in der Hauptstadt Brasilia. Auf Plakaten forderten sie die Ablösung von Präsidentin Dilma Rousseff. Auch in den Städten Salvador, Belem und Belo Horizonte gab es Proteste.

Hintergrund sind soziale Spannungen und der Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras. Bereits am 15. März waren allein in São Paulo mehr als 200 000 Menschen gegen Rousseff auf die Straße gegangen - die größte Demonstration seit Protesten gegen die Militärdiktatur 1984. Diesmal schienen die Menschenmengen allerdings nicht ganz so groß.

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Die Schmiergeldaffäre bei Petrobras gilt als der größte Korruptionsskandal in der Geschichte des südamerikanischen Landes. Bau- und Ingenieursfirmen sollen mindestens 800 Millionen Dollar (rund 745 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern gezahlt haben, um von Petrobras Aufträge zu bekommen. Ein Teil des Geldes soll an Rousseffs Arbeiterpartei geflossen sein.

Viele Demonstranten fordern ein Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff. Dies unterstützen einer am Samstag veröffentlichten Umfrage zufolge auch 63 Prozent der befragten Brasilianer. Nur 13 Prozent der Befragten fanden Rousseffs Amtsführung gut oder sehr gut, 60 Prozent dagegen schlecht oder grauenvoll.

Von

ap

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