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12.09.2013

11:12 Uhr

Regimegegner entsetzt

Syrien-Deal soll Nordkorea und Iran stärken

Die syrischen Regimegegner wehren sich gegen den von Russland vorgeschlagenen Kompromiss in Sachen Chemiewaffen. Sollte Assad für den Einsatz von Giftgas nicht bestraft werden, bestärkte das den Iran und Nordkorea.

Der Chemiewaffen-Kompromiss zwischen Vladimir Putin und Barack Obama bedeutet eine Niederlage für die syrischen Regimegegner. dpa

Der Chemiewaffen-Kompromiss zwischen Vladimir Putin und Barack Obama bedeutet eine Niederlage für die syrischen Regimegegner.

IstanbulDie syrischen Regimegegner wehren sich vehement gegen den von Russland vorgeschlagenen Kompromiss in der Chemiewaffen-Frage. Sollte die internationale Gemeinschaft Präsident Baschar al-Assad für den Einsatz von Giftgas gegen sein eigenes Volk nicht bestrafen, würde dies von Staaten wie dem Iran und Nordkorea als „grünes Licht“ für die Herstellung und Verbreitung von Massenvernichtungswaffen interpretiert, warnte die Nationale Syrische Allianz in der Nacht zum Donnerstag in Istanbul.

Der Vorsitzende des Militärrates der Freien Syrischen Armee (FSA), Salim Idriss, forderte, der Internationale Strafgerichtshof müsse die Schuldigen für den Giftgas-Einsatz in Syrien ermitteln und zur Verantwortung ziehen.

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

Falls die einzige Konsequenz aus diesem Verbrechen sein sollte, dass Assad seine Chemiewaffen unter internationale Kontrolle stellen muss, wäre dies aus Sicht der Exil-Opposition ein großer Verlust an Glaubwürdigkeit. Die Nationale Allianz erklärte: „Der Wille des syrischen Volkes wird obsiegen, so Gott will, selbst wenn die Welt unser großartiges Volk weiter leiden lassen sollte unter der Tötungsmaschinerie, den Blockaden und der Zerstörung.“

Regimegegner meldeten am Donnerstag Luftangriffe und Gefechte in zehn Provinzen. Trotz der andauernden Kämpfe wächst - wahrscheinlich beflügelt durch den sich abzeichnenden Chemiewaffen-Kompromiss - das Vertrauen der Investoren. Die Kurse von fast allen der insgesamt nur elf in Damaskus börsennotierten Firmen zogen am Mittwoch kräftig an.

Von

dpa

Kommentare (10)

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never_ever

12.09.2013, 12:00 Uhr

Schmutzige Deals: Worum es im Syrien-Krieg wirklich geht

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 31.08.13, 03:35 | 182 Kommentare

Syrien ist der Spielball in einem knallharten wirtschaftlichen Konflikt um den globalen Energie-Markt. Es geht um den Zugriff auf Erdöl und Erdgas und um die Währung, in der diese Ressourcen bezahlt werden. Die Amerikaner haben viel zu verlieren, die Russen auch.
Der Strippenzieher im Hintergrund kommt aus Saudi-Arabien.

Der saudische Geheimdienst-Chef Bandar bin Sultan wollte mit Russlands Präsident Wladimir Putin einen Deal schließen, der dem Gazprom-Konzern eine wirtschaftliche Perspektive nach dem Sturz von Assad in Syrien eröffnet hätte. Putin lehnte ab.


weiter unter
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/31/schmutzige-deals-worum-es-im-syrien-krieg-wirklich-geht/

Man lese dort auch den Leser-Kommentar eines Dr. Izzeddin Musa

Account gelöscht!

12.09.2013, 12:08 Uhr

Da der letzte Giftgas-Anschlag mit großer Sicherheit ein False-Flag-Angriff der (saudigerüsteten) "Regimegegner" war um damit eine "Luftwaffe" zu erwerben, ist die ganze Angelegenheit absurd, insbesondere der Hinweis auf die anderen Ländern (z.B. wer fühlt sich in Saudiarabien bestärkt - ein besonders despotisches System?)

Und hier werfen wir mal einen Blick auf die "Regime"-Gegner (wer mehr oder schlimmeres finden will, darf selber googlen):

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/michael-snyder/obamas-psychopathische-rebellen-zerstueckeln-kleines-maedchen-bei-lebendigem-leibe.html

http://armstrongeconomics.com/2013/09/11/obama-supporting-al-qaeda/

http://www.iknews.de/2013/09/10/das-laute-schweigen-ueber-die-getoeteten-un-mitarbeiter-in-syrien/

Sicher gibt es auch anständige und wohlmeinende Assad-Gegner, möglicherweise sogar lupenreine Demokraten darunter, aber das hier sind nun mal die mit den größten Kanonen, die davon daher am meisten profitieren würden, wenn Al-Quaida-Freund Obama und Konsorten sie an die Macht bomben.

Account gelöscht!

12.09.2013, 12:22 Uhr

Syrien ist wie vorher Libyen einem schon lange vorbereiteten versteckten Angriffskrieg durch die Amerikaner und ihre arabischen Freunde ausgesetzt und zwar durch ausländische Söldner und Al-Kaida-Terroristen, die die Ölaraber finanzieren. Vermutlich auch die "Regimegegner" im sicheren Istanbul. Hier ein paar Links, die dies belegen:

Roland Dumas, Juni 2013, ehemaliger franz. Außenminister über die langjährigen Vorbereitung der Engländer bzgl Syrien:
http://www.youtube.com/watch?v=-MoOD1vnvaI

Hier General Clark (2min) über die Pläne der USA seit 2001: Aufrollen der Arabischen Länder
http://www.youtube.com/watch?v=9RC1Mepk_Sw

Die Saudis geben zu, daß sie die tschetschenischen "Rebellen" kontrollieren, sowohl in Syrien als auch in der Russischen Föderation:
http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/energy/oilandgas/10266957/Saudis-offer-Russia-secret-oil-deal-if-it-drops-Syria.html

Die ganzen Giftgas-False-Flags (es gab seit über einem Jahr schon weitere, die sofort ignoriert wurden, sobald es sich herausstellte, daß die "Rebellen" dahintersteckten) dienen nur dazu, den Al-Kaida-Freunden der US-Administration quasi eine Luftwaffe zu verschaffen, nachdem sie an allen Fronten Prügel beziehen. Der Satz mit der Luftwaffe wurde übrigens von einen US-Senator sinngemäß so gesagt.

Es kann in der gesamten Region KEINE FRIEDEN GEBEN, solange diese Kriegstreiber nicht gestoppt und vor ein Gericht gestellt werden. Wenn die Finanzierung der ausländischen Söldnern und islamischen Extremisten gestoppt wird, dann ist dieser Krieg in Syrien sofort vorbei, denn Syrer finden sich unter den "Rebellen" kaum noch!

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