Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.09.2012

19:36 Uhr

Regulierung angekündigt

Schäuble nimmt Finanzsektor ins Visier

Bundesfinanzminister Schäuble plant, den Derivate- und Hochfrequenzhandel stärker zu regulieren. Noch im September soll ein erster Gesetzesentwurf vorgelegt werden. Gearbeitet wird auch an strengeren Vergütungsregeln.

Schäuble kündigt energische Schritte bei der Regulierung an. AFP

Schäuble kündigt energische Schritte bei der Regulierung an.

HannoverBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat für den Herbst energische Schritte bei der Regulierung des Finanzsektors angekündigt. Noch im September werde ein Gesetzentwurf zur Eindämmung des automatisierten Hochfrequenzhandels vorgelegt, kündigte Schäuble am Montag in Hannover an. „Die Handelsstrategien müssen dann offen gelegt werden“, sagte Schäuble.

Im Oktober solle das Bundeskabinett dann einen weiteren Gesetzentwurf verabschieden. „Bestimmte Derivatgeschäfte außerhalb von Börsen sollen künftig nicht mehr direkt von Geschäftspartnern abgeschlossen werden, sondern müssen über zentrale Clearingstellen geleitet werden“, sagte Schäuble. Damit erhalte die Aufsicht einen Überblick über Preise und Risikopositionen der Institute. Zudem müssten Finanzinstitute Geschäfte mit Schattenbanken nicht nur offenlegen, sondern auch mit Eigenkapital unterlegen.

Neue Aufsichtsbehörde: Brüssel will Eurozonen-Banken kontrollieren

Neue Aufsichtsbehörde

Brüssel will Eurozonen-Banken kontrollieren

Brüssel hat seine Pläne für eine Aufsicht über alle Banken in Eurozone betont.

Zudem arbeite die Bundesregierung an einem verschärften Vergütungssystem für Banken, die auch Gehaltskürzungen bei erzielten Verlusten vorsehen. Dadurch sollten Risiken in Finanzinstituten besser eingeschätzt werden. Mit dem Justizministerium arbeite man zudem an einer Verschärfung der zivil- und haftungsrechtlichen Regeln für Manager.

Zugleich wies Schäuble die Äußerungen der EU-Kommission für eine schnelle europäische Bankenaufsicht zurück. „Es ist hochproblematisch, den 1. Januar als Termin zu setzen“, warnte Schäuble und verwies darauf, dass dies falsche Erwartungen an den Märkten wecke. „Das wird mit Sicherheit nicht so kommen.“ Die Reform sei sehr kompliziert. Schäuble warnte zudem davor, den dritten Schritt vor dem ersten zu tun. Er selbst habe rechtzeitig Vorschläge nach Brüssel gesandt, damit ein „realistisches Konzept" entstehe. „Alle übereilten Scheinlösungen wären falsch.“ Die Bankenunion sei kein Instrument zur kurzfristigen Bewältigung der Schuldenkrise, sondern eher Teil einer politischen Union.

Falls die Europäische Zentralbank (EZB) einen Teil der europäischen Bankenaufsicht übernehme, müsse sie zudem umorganisiert werden. „Wir müssen die Unabhängigkeit der Geldpolitik und den Teil der Bankenaufsicht in der Organisation der EZB voneinander trennen“, forderte Schäuble.

Von

rtr

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.09.2012, 20:05 Uhr

Och Schäuble, nun auf einmal. Das habt ihr schon bei der Lehmann-Pleite geplant, passiert ist nichts. Das ist doch auch jetzt wieder nur eine Nebelkerze, damit die deutschen Bürger nicht vielleicht doch auf die Straße gehen.

Schauen wir mal, was am 12.09. passiert.

DrCoaleonesErbengemeinschaft

03.09.2012, 20:23 Uhr

Aber, aber Herr Schäuble, alle übereilten Scheinlösungen wären falsch, bis auf den Umstand, daß für Lösungen noch nicht einmal Gesetze umgeschrieben werden müssen. Wollten Sie das sagen, ich befürchte schon. Jeden Tag ein neuer Eiertanz im Wahlkrampf seit nunmehr gut drei Jahren. Am 12.09.2012 hat die Koalition ihr rettendes Ufer erreicht. Die Bundeswehr steht für "größere" Aufgaben im Inland bereit. Gutes Timing, für einen schlechten Scherz. Mal sehen, ob sich BürgerINnen all das noch bieten lassen.

In unserem Lande, das wissen nicht nur Propheten, sind Menschen im Machtgefüge die Probleme mit dem Zählen haben oder auch nur plus oder minus wechseln. Dafür gibt es als Belohnung einen vortrefflichen Titel "Europaminister" von Kanzlerins Gnaden.

Im übrigen, sollten wir vielleicht schon beizeit vergessen haben, wer Bundesfinanzminister sei, dann lassen Sie mich raten. Mmh, schon vergessen, zu lange her.

Account gelöscht!

03.09.2012, 20:32 Uhr

Es wäre sensationell, wenn endlich in Sachen Regulierung mal etwas geschehen würde. Wir retten seit 2008 Banken und haben soooooo sehr genug davon! Leider ist zu befürchten, dass auch dies wiederum nur ein Wahlkampf-Gag ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×