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30.11.2012

12:29 Uhr

Rekordhoch

18,7 Millionen Arbeitslose in der Euro-Zone

In den Euro-Ländern sind so viele Menschen auf Jobsuche wie nie zuvor. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, hat die Arbeitslosigkeit einen Höchststand erreicht. Am besten steht noch Österreich da.

Vor allem junge Menschen wie hier in Spanien finden nur schwer einen Job. dpa

Vor allem junge Menschen wie hier in Spanien finden nur schwer einen Job.

BrüsselKonjunkturflaute und Schuldenkrise treiben die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone auf einen Höchststand. Im Oktober waren 18,7 Millionen Menschen in den 17 Ländern ohne Arbeit – so viele wie noch nie seit Einführung des Euro, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Dies waren 173.000 mehr als im Monat davor und fast 2,2 Millionen mehr als vor einem Jahr. Von Arbeitslosigkeit betroffen sind vor allem junge Menschen.

Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote kletterte binnen Monatsfrist von 11,6 auf 11,7 Prozent und erreichte einen Rekordwert. "Dies zeigt die allgemeine Wirtschaftsschwäche", sagte Euro-Zonen-Chefökonom Jonathan Loynes von Capital Economics. Die Wirtschaft im Währungsraum war zuletzt zwei Quartale in Folge leicht geschrumpft und steckt damit nach gängiger Definition in der Rezession.

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten – nach dem ILO-Standard – gab es in Österreich (4,3 Prozent), Luxemburg (5,1 Prozent), Deutschland (5,4 Prozent) und den Niederlanden (5,5 Prozent). Die höchsten Quoten meldeten Spanien (26,2 Prozent) und Griechenland (25,4 Prozent im August 2012).

Besonders schwer fällt es in den Krisenländern jüngeren Menschen einen Job zu finden. Im Oktober waren in den Euro-Ländern 3,6 Millionen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Der Zuwachs fiel mit 350 000 doppelt so stark aus wie bei allen Arbeitnehmern insgesamt. Auch die Quote war bei jungen Leuten mit 23,9 Prozent mehr als doppelt so hoch.

In Italien beispielsweise hat die Jugendarbeitslosigkeit im Oktober die Rekordhöhe von 36,5 Prozent erreicht, 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Wie das nationale Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte, suchten nach vorläufigen Berechnungen im Oktober 639 000 der 15- bis 24-Jährigen eine Arbeit.

Der Trend zeigt weiter nach oben, da sich der Zuwachs beschleunigt. Seit Anfang vergangenen Jahres klettert die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Euro-Währungsraum stetig und eilt von Rekord zu Rekord. Experten zufolge dürfte sich die Lage wegen der Krise weiter verschlechtern.

Flaute am Arbeitsmarkt

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Kommentare (7)

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Rene

30.11.2012, 12:32 Uhr

Cooles Bild: Wer sucht als Firma denn nicht Frauen mit Nasenpiercing und Männer mit Muskelshirt, das Tatoos aufblitzen läßt. Scheint oberflächlich, aber Statistiker könnten bestimmt einen Zusammenhang darstellen.

kraehenspiel

30.11.2012, 13:44 Uhr

Auf so etwas schauen/achten nur intolerante, kleinkarierte, spießbürgerliche deutsche Unternehmer, die selbstredend die Damen-/Herrschaften "von Welt" SIND. Und die Gehirnwäsche klappt, dass das bis zum letzten Arbeiter vorgedrungen ist. Oberflächlichkeit anstelle von Leistungsfähigkeit und Qualifikation resp. Erfahrung.

Alex

30.11.2012, 14:28 Uhr

Sicher, ein solches Bild zeichnet kein vollständiges Bild der Arbeitslosensituation in Europa. Passend könnte dieses Bild jedoch für das Problem der Jugendarbeitslosigkeit sein.

Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, vermute ich einen gehäuften Zusammenhang zwischen bestimmten äußerlichen Merkmalen und dem Bildungsstand und ergo dem beruflichen Erfolg. Durch das Äußere entscheidet sich jeder Mensch, in wieweit er mit den Normen und Werten der Gesellschaft übereinstimmt. Meines Erachtens zeigt oben beschriebenes Äußere eine Ablehnung bestimmter gesellschaftlicher Normen - teilweise sicher auch der der Arbeitgeber.

Individualität kennt seine Grenzen! Wenn man etwas - hier eine Arbeit - möchte, muss man sich an den Arbeitsmarkt anpassen. Für einen hochspezialisierten Experten passen sich Unternehmen schließlich ja auch durch Bezahlung und entsprechende Sonderregelungen an.

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